Zum Individualverkehr (Akronym IV) zählen im Verkehrswesen der nichtmotorisierte Individualverkehr (Fußgänger, Radfahrer) und der motorisierte Individualverkehr (Pkw, Motorrad). Im Gegensatz zum öffentlichen Verkehr (Öffentlicher Personennahverkehr, Schienenpersonennahverkehr, Schienenpersonenfernverkehr, Flugverkehr) benutzt beim Individualverkehr der Einzelne ein ihm zur Verfügung stehendes Verkehrsmittel (Auto, Fahrrad, Motorrad) bzw. er geht zu Fuß, wobei er im wesentlichen frei über Zeiten und Wege entscheiden kann (englisch choice rider). Es besteht keine gewerbsmäßige Verwertung des Verkehrsprozesses sowie keine prozessbezogene Durchführungsvorschrift (z. B. Fahrplan, Entgelt, Betriebsmodus etc.), wie es im ÖV üblich ist. Ist der Reisende in irgendeiner Weise in seiner Entscheidung abhängig (z.B. als Mitfahrer) wird dieser als captive rider bezeichnet.
Motorisierter Individualverkehr
Kraftfahrzeuge zur individuellen Nutzung wie Pkw und Motorrad werden als motorisierter Individualverkehr (
Akronym:
MIV) bezeichnet. Der MIV hat neben seinem Nutzen auch negative Wirkungen auf die
Umwelt und die
Verkehrssicherheit da er pro beförderter Person mehr Verkehr und eine höhere Umweltbelastung verursacht. Er ist daher Angriffspunkt vieler
Umweltinitiativen.
Nichtmotorisierter Individualverkehr
Nichtmotorisierte Verkehrsmittel zur individuellen Nutzung wie Fahrrad und
eigene Füße werden als nichtmotorisierter Individualverkehr (Akronym:
NMIV) bezeichntet. Neben dem Nachteil, geringere
Entfernungen zurücklegen zu können und im Vergleich zum PKW und den Öffentlichen Verkehrsmitteln stärker dem Wetter ausgesetzt zu sein, hat der NMIV aber auch deutliche Vorteile: Er verursacht keine Schadstoffemissionen und nahezu keine Lärmemissionen; der
Energiebedarf beschränkt sich auf den körpereigenen Energieverbrauch und ist bezogen auf die zurückgelegte Entfernung beim Radfahren noch geringer als beim Zufußgehen, externe Energie wird nicht benötigt. Darüber hinaus ist der
Flächenbedarf des NMIV deutlich geringer als der des PKW- und des Öffentlichen Verkehrs. Geringerer Flächenbedarf und geringere technische Anforderungen an die Verkehrsanlagen bedingen in der Regel deutlich geringere Verkehrsinfrastrukturkosten für den NMIV und ermöglichen kürzere Wege. Zudem ergeben sich positive Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit durch die verstärkte körperliche Aktivität. Daraus wird von verschiedenen Umweltinitiativen immer wieder die Forderung abgeleitet, dem NMIV in der
Verkehrsplanung Vorrang gegenüber dem MIV einzuräumen.
Verwandte Themen
- Der Modal Split bezeichnet die Verteilung des Verkehrs auf verschiedene Verkehrsträger.
- Sanfte Mobilität bezeichnet die vorrangige Nutzung des nichtmotorisierten Individual- und des öffentlichen Verkehrs.
siehe auch
Gelegenheitsverkehr
Sonstiges (Verkehr)