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Imre Kertész * (* 9. November 1929 in Budapest) ist ein ungarischer Schriftsteller.

Wegen seiner jüdischen Abstammung wurde Kertész 1944 über Auschwitz in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Seine Erfahrungen dort beschrieb er in dem autobiografischen Buch Roman eines Schicksallosen, im ungarischen Original Sorstalanság. Der Roman wurde 2005 vom ungarischen Regisseur Lajos Koltai verfilmt.

Im Zusammenhang mit seinem (nicht ins Deutsche übersetzten) Theaterstück „Csacsifogat“ sind gegen ihn (umstrittene) Plagiatsvorwürfe von dem Autor und Dissidenten Pál Bán erhoben worden, die Etliche als unausgeräumt beurteilen.

Kertész wurde 1995 mit dem Brandenburger Literaturpreis, 1997 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, 2000 mit dem Herder-Preis und dem WELT-Literaturpreis, 2001 mit der Ehrengabe zum Adelbert-von-Chamisso-Preis, 2002 mit dem Hans-Sahl-Preis und 2004 mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet.

Für ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet, wurde Imre Kertész 2002 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, 2003 mit dem Hans-Sahl-Preis. Seit 2005 ist er Ehrendoktor der Freien Universität Berlin.

Am 3. Oktober 2003 hielt Kertész die Festrede bei der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Magdeburg.

Werke


In deutscher Sprache erschienene Werke:

  • Mensch ohne Schicksal, 1990, ISBN 3352003416
  • Kaddisch für ein nicht geborenes Kind, 1990
  • Galeerentagebuch, 1993
  • Eine Geschichte. Zwei Geschichten, 1994
  • Meine Rede über das Jahrhundert, 1995
  • Eine Zurückweisung. Buch und CD zum Brandenburgischen Literaturpreis 1995, 1995
  • Roman eines Schicksallosen, 1996, ISBN 349922576X
  • Ich – ein anderer, 1998
  • Die englische Flagge. Erzählungen, 1999
  • Eine Gedankenlänge Stille, während das Erschießungskommando neu lädt. Essays, 1999
  • Fiasko, 2000
  • Liquidation, 2003
  • Detektivgeschichte, 2004

Literatur


  • Jan Philipp Reemtsma, Überleben als erzwungenes Einverständnis. Gedanken bei der Lektüre von Imre Kertész' »Roman eines Schicksallosen« von 1999, in: Jan Philipp Reemtsma, Warum Hagen Jung-Ortlieb erschlug. Unzeitgemäßes über Krieg und Tod, München: Beck 2003 (= Beck'sche Reihe 1508), S. 220–249.
  • Mihály Szegedy-Maszak (Hrsg.): Der lange, dunkle Schatten: Studien zum Werk von Imre Kertész, Wien: Passagen-Verlag 2004. ISBN 3-85165-654-7

Weblinks


Nobelpreisträger für Literatur | Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Ungarisch) | Erzählung | Roman, Epik | Mann | Pour le Mérite (Friedensklasse) | Geboren 1929

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