Der Impuls ist eine physikalische, vektorielle Größe, die der Bewegung eines Massenpunktes zugeordnet werden kann. Jeder bewegte Körper trägt einen Impuls, den er bei Stößen oder durch andere Wechselwirkungen (d. h. Kräfte zwischen den Körpern) ganz oder teilweise auf andere Körper übertragen kann.
Der Impuls ist also eine Größe, die die Translationsbewegungen eines starren Körpers charakterisiert. Die entsprechende Größe für die Rotationsbewegung ist der Drehimpuls.
Der Impuls ist eine extensive Größe, das heißt der Impuls eines Systems ist die Summe der Impulse seiner Bestandteile.
Die Einheit des Impulses im SI ist kg m/s = (kg m/s²) s = N·s, sie besitzt im SI keinen eigenständigen Einheitennamen; manche Autoren möchten den Impuls aus didaktischen Gründen als grundlegende Größe behandeln und verwenden daher für die Newtonsekunde (Ns) den besonderen Namen Huygens und das Einheitenzeichen Hy.
Für die unanschauliche physikalische Größe Impuls gibt es keinen Begriff der Alltagssprache, der diese Größe hinreichend deutlich von der Bewegungsenergie eines Körpers zu unterscheiden vermag. In der Klassischen Mechanik ist der Impuls von zentraler Bedeutung.
Die Impulserhaltung ist über das Noether-Theorem eine Folge der Invarianz der physikalischen Gesetze bezüglich einer räumlichen Translation, d. h. ihrer Unabhängigkeit von der Stelle im Raum.
Die Erhaltung des Impulses ist von der Erhaltung der Energie unabhängig; Impulserhaltung gilt beispielsweise sowohl bei elastischen als auch bei inelastischen Stößen, also auch, wenn die kinetische Energie nicht erhalten bleibt.
Ist die Masse m während der Impulsänderung konstant, ergibt sich die bekanntere Formel
Nichtkonstante Massen während der Impulsänderung treten beispielsweise bei der Beschleunigung von Raketen auf (siehe Raketengleichung).
Die (kanonischen) Impulskoordinaten aller Teilchen bilden in der Hamiltonschen Mechanik gemeinsam mit den Ortskoordinaten die Achsen des Phasenraums.
In der speziellen Relativitätstheorie ist der Impuls eines Teilchens durch
Der Impuls des Photons, das keine Ruhemasse hat, lässt sich aus seiner Energie gemäß
In einer allgemeineren Betrachtung bilden die drei Vektorkomponenten des Impulses zusammen mit der Energie den Viererimpuls
Der Impulstransport bildet zusammen mit der Energiedichte und dem Energiefluss in der Relativitätstheorie den Energie-Impuls-Tensor.
Eigenzustände des Impulsoperators sind ebene Wellen im Ortsraum mit der Wellenlänge
Siehe auch: Kugelstoßpendel
Physikalische Größe | Mechanik | Theoretische Physik
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