Vaccination US Navy.jpg Die Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten und wird auch Schutzimpfung, Vakzination, oder Immunisierung genannt.
Hierbei wird ein Impfstoff in den Körper eingebracht, um einen Impfschutz zu erreichen. Je nach Impfstoff und Immunisierungsart (passive oder aktive Immunisierung, siehe unten) werden unterschiedliche Applikationsformen angewandt: Die meisten Impfungen erfolgen parenteral („unter Umgehung des Darms“), also intradermal („in die Haut“), subkutan („unter die Haut“) oder intramuskulär („in den Muskel“) mit einer Spritze. Die intradermale Impfung kann auch mit einer Lanzette oder einer Impfpistole erfolgen. Für einige Immunisierungen wird der Impfstoff oral (in den Mund, „Schluckimpfung“) oder nasal (in die Nase) verabreicht.
Eine Impfung kann entweder mit vorgebildeten Antikörpern (passive Impfung) oder mit abgeschwächten lebenden oder toten Erregern oder Bruchstücken von Erregern (aktive Impfung) erfolgen. Geimpft werden kann vor allem gegen Viren, aber auch gegen manche Arten von Bakterien.
Dies änderte sich gegen Ende des 19. Jahrhundert. Louis Pasteur formulierte 1864 die Keimtheorie, Robert Koch erbrachte 1876 den Nachweis der Krankheitserreger von Milzbrand und 1881 den Nachweis des Tuberkulose-Bakteriums. Diese Entdeckung gilt als der endgültige Beweis der Existenz bakterieller Krankheitserreger. Schüler von Koch und Pasteur bauten das Konzept weiter aus. Pasteur entwickelte gemeinsam mit Emile Roux Impfstoffe gegen Milzbrand (1881) und Tollwut (1885). Paul Ehrlich, Emil von Behring und Shibasaburo Kitasato nutzten das Wissen zur passiven Impfung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf (1890). Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche weitere Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten entwickelt, beispielsweise von Jonas Salk und Albert Sabin gegen die Kinderlähmung oder ein Impfstoff gegen Gelbfieber durch Max Theiler. Seit 1967 werden unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweite Impfprogramme aufgelegt. Das Programm ist äußerst erfolgreich; beispielsweise gelten die Pocken offiziell seit 1980 als ausgerottet (mehr dazu unter Abschnitt Beispiele erfolgreicher Impfprogramme).
Ein Impfstoff gegen bestimmte Papillomaviren, die Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen auslösen können, wurde von der FDA im Frühjahr/Sommer 2006 zugelassen.http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?p=&id=24492. In Europa und USA ist seit 2006 auch ein Impfstoff gegen Rotaviren zugelassen, welche schwere Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern auslösen.
Versionen der alten Impfstoffe werden beständig weiterentwickelt, um die Reinheit der Produkte zu verbessern und die Ansprechraten zu erhöhen.Aussichtsreich sind auch neue Impfstoffe gegen Helicobacter pylori, den Haupterreger von Magengeschwüren, und gegen Herpes simplex, einen Verursacher von Herpes. Auch ein Impfstoff gegen die Tropenkrankheit Malaria hat kürzlich in einer ersten klinischen Studie sehr vielversprechend abgeschnitten. Impfstoffe gegen HIV, Krebs, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder Borreliose befinden sich noch im frühen Forschungsstadium.
Die aktive Impfung ist die häufigere Form der Impfung. Bei einer aktiven Impfung werden Lebendimpfstoffe oder Totimpfstoffe eingesetzt. Der Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Erreger, welche aber die Krankheit nicht auslösen können. Bei einem Totimpfstoff wurden diese Erreger dagegen abgetötet oder er enthält nur noch Bruchstücke des Erregers (Antigene). Es gibt auch Toxoidimpfstoffe, die nur das biologisch inaktive Toxin (Toxoid) eines Erregers enthalten (z.B. das Tetanus-Toxoid), die ebenfalls zu den Totimpfstoffen gezählt werden.
Sie können in einen Muskel vornehmlich des Oberarms oder bei Säuglingen des Oberschenkels oder unter die Haut injiziert, geschluckt oder in die Nase gesprüht werden.
Bei der aktiven Impfung wird das Immunsystem zur Bildung einer Immunkompetenz angeregt, ohne dadurch die Erkrankung selbst auszulösen. Eiweißstoffe (Proteine) und Zuckermoleküle oder Kombinationen von beiden der Erreger, sogenannte Antigene, werden von Zellen des Immunsystems als körperfremd erkannt. Die Reaktion des Organismus auf ein unbekanntes Antigen führt zur Bildung von Lymphozyten, welche spezifische Antikörper gegen dieses Antigen produzieren. Nach dieser primären Immunantwort differenzieren diese Lymphozyten zu Gedächtniszellen. Durch die Gedächtniszellen, die weiterhin im Blut und den Lymphbahnen zirkulieren, bleibt der Schutz gegen diese Antigene lange erhalten und somit auch der Impfschutz. Falls der Körper erneut mit dem Erreger in Kontakt kommt, hat er durch die Gedächtniszellen eine sehr viel effizientere und schnellere Immunantwort zur Verfügung, die die Erreger bekämpft, bevor es zu einer Erkrankung kommt.
Eingeführt wurde die passive Impfung 1890 von Emil von Behring, als er ein Heilverfahren gegen Diphtherie entwickelte. Bei der passiven Impfung wird der Antikörper direkt gespritzt. Das hat den Vorteil, dass der Organismus nicht erst selbst Antikörper ausbilden muss, was bis zu einer Woche dauern kann, sondern die gespritzten Antikörper die Erreger sofort erkennen und markieren, so dass das Immunsystem des Patienten anschließend auf die Signale der Antikörper reagieren und die Erreger unschädlich machen kann. In der Regel hält eine solche passive Impfung nur wenige Wochen bis Monate an, dann sind die „geliehenen“ Antikörper ausgeschieden oder abgebaut und der Organismus ist durch eine neuerliche Infektion durch denselben Erreger wieder gefährdet, da das Immunsystem durch diese Form der schnellen - und notwendigen - Behandlung nicht stimuliert wurde, ein eigenes Immungedächtnis auszubilden. Die passive Impfung ist daher nur eine Notfallmaßnahme, falls schon ein Kontakt mit dem fraglichen Erreger stattgefunden hat (Postexpositionsprophylaxe). Beispielhaft hierfür ist ein Verdacht auf eine Infektion mit Wundstarrkrampf (Tetanus). Wenn ein Patient mit unklarem Impfstatus eine verunreinigte Wunde aufweist, wird er neben der aktiven eine passive Impfung erhalten, um eine Infektion auszuschließen. Gleiches gilt für die Tollwut bei Hundebissen.
Die verabreichten Antikörper werden in der Regel aus menschlichem Blut hergestellt. Aus bis zu 20.000 gepoolten (zusammengegossenen) Blutkonserven werden die Antikörper extrahiert. Das birgt eine gewisse Gefahr für die Übertragung von Krankheiten, insbesondere solcher, dessen Übertragungsmodus nicht bekannt ist (z.B. BSE). Auch bekannte Krankheiten (HIV) könnten bei unsachgemäßer Bearbeitung übertragen werden. Neuerdings gibt es auch passive Impfstoffe, bei denen die Antikörper auf gentechnologischem Weg speziell auf einen bestimmten Erreger zugeschnitten in Reinform hergestellt werden (sogenannte monoklonale Antikörper). Hierfür ist beispielhaft die passive Impfung gegen das Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) für gefährdete extreme Frühgeborene mit Lungenerkrankungen zu nennen.
Auch das Gegengift bei Schlangenbissen beruht in der Regel auf dem Prinzip einer passiven Impfung. Dieses sogenannte Antivenin wird hergestellt, in dem kleine Mengen eines Schlangengifts in Pferde, Schafe, Ziegen oder Kaninchen injiziert werden. Gegen Proteine im Gift bildet das Immunsystem dieser Tiere spezifische Antikörper, welche aus dem Blut extrahiert werden. Diese Antikörper werden dann Patienten verabreicht.
In ähnlicher Weise wie bei einer passiven Impfung sind Neugeborene durch die Mutter-Kind-Immunisierung befristete Zeit gegen einige Infektionskrankheiten geschützt. Unmittelbar nach der Geburt wirken Antikörper, die noch im Mutterleib über die Plazenta aus dem Blut der Mutter übernommen worden sind. Diese „Leih-Immunität“ der Neugeborenen lässt im Laufe der ersten Monate nach der Geburt allmählich nach. Einige Wochen lang nach der Geburt sind Säuglinge auch durch in der Muttermilch vorhandene Antikörper geschützt, sofern die Mutter stillt und diese Antikörper selbst besitzt. Dieser „Nestschutz“ schützt nicht gegen alle Erkrankungen, in erster Linie bietet das Stillen einen Schutz gegen Magen-Darm-Erkrankungen. Die allgemein und in Deutschland insbesondere durch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfohlenen Kinder-Impfungen sollen daher so frühzeitig erfolgen, dass keine Lücke in der Erreger-Abwehr entsteht.
- bgcolor=#DDDDDD | Impfstoff | vorher (Jahr) | nachher (Jahr) | - bgcolor=#EEEEEE | Diphtherie | 175.885 (1922) | 1 (1998) | - bgcolor=#EEEEEE | Haemophilus Influenzae B | 20.000 (1982) | 54 (1998) | - bgcolor=#EEEEEE | Keuchhusten | 147.271 (1925) | 6.279 (1998) | - bgcolor=#EEEEEE | Masern | 503.282 (1962) | 89 (1998) | - bgcolor=#EEEEEE | Mumps | 152.209 (1968) | 606 (1998) | - bgcolor=#EEEEEE | Pocken | 48.164 (1904) | 0 (1998) | - bgcolor=#EEEEEE | Röteln | 47.745 (1968) | 345 (1998) | - bgcolor=#EEEEEE |
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Jeder in Europa zugelassener Impfstoff wird vor der Zulassung nach den Richtlinien der Europäischen Arzneimittelagentur präklinisch und auch klinisch geprüft und auch weiterhin überwacht. Diese Zulassung wird weiterhin im 5-Jahres Takt neu evaluiert.
Die jeweilige Wirksamkeit der Impfung selber wird dabei in größeren Studien dokumentiert. Dabei wird die Wirksamkeit der Impfung unter anderem über den gegen den entsprechenden Erreger gebildeten Antikörper-Titer ermittelt. Die Wirksamkeit wird auch über Vergleiche der Krankheitsinzidenz von geimpften Gruppen im Vergleich zu ungeimpften Gruppen belegt. Ein Nachweis über die Wirksamkeit einer Schutzimpfung im Sinne einer randomisierten, kontrollierten Studie mit gleichzeitigem Kontakt zum Erreger findet dagegen aus ethischen Gründen nicht statt: Die Teilnehmer in der Placebogruppe würden einem unerlaubten Risiko ausgesetzt. Bei Impfungen, die schon sehr lange eingeführt wurden und die vor lebensbedrohlichen Erkrankungen schützen, kann die Wirksamkeit auch durch den historischen Vergleich der Häufigkeit von Infektionskrankheiten in Bevölkerungen, in denen (schon) geimpft wurde im Vergleich zu Bevölkerungen, in denen (noch) nicht geimpft wurde, belegt werden (mehr dazu unter Abschnitt Beispiele erfolgreicher Impfprogramme).
Nach den Angaben der World Health Organization (WHO) und der Global Alliance for Vaccines and Immunization (GAVI) starben allein im Jahr 2002 über zwei Millionen Menschen an Infektionskrankheiten, die durch eine Impfung hätten verhindert werden können. Die Bekämpfung dieser Todesursachen durch Impfprogramme ist daher auch ein primäres Ziel der WHO, deren Erfolge ebenfalls die Wirksamkeit des Impfens belegt (mehr dazu unter Abschnitt Beispiele erfolgreicher Impfprogramme). Die meisten verfügbaren Impfstoffe sind im Abschnitt Empfohlene Impfungen in der Tabelle aufgelistet.
- bgcolor=#DDDDDD | Symptom/Erkrankung | Komplikationsrate bei Erkrankung | Komplikationsrate nach Impfung | - bgcolor=#DDDDDD | Masern | MMR | - bgcolor=#EEEEEE | Exanthem | 98% | 5%, abgeschwächt | - bgcolor=#EEEEEE | Fieber | 98%, meist hoch | 3 bis 5%, sehr selten hoch | - bgcolor=#EEEEEE | Fieberkrämpfe | 7 bis 8% | ≤1% | - bgcolor=#EEEEEE | Verminderung der Blutplättchen | 1/3000 | 1/30.000 bis 1/50.000 | - bgcolor=#EEEEEE | Enzephalitis | 1/1000–10.000 | >1/1.000.000 (unsicher) | - bgcolor=#EEEEEE | Letalität | 1/1000 | 0 | - bgcolor=#DDDDDD | Mumps | MMR | - bgcolor=#EEEEEE | Entzündung der Speicheldrüse | 98% | 0,5% | - bgcolor=#EEEEEE | Bauchspeicheldrüse | 2 bis 5% | 0,5% | - bgcolor=#EEEEEE | Hodenentzündung bei Jugendlichen und erwachsenen Männern | 20 bis 50% | 1/1.000.000 | - bgcolor=#EEEEEE | Meningitis | ~15% | 1/1.000.000 | - bgcolor=#EEEEEE | Taubheit | 1/20.000 | 0 | - bgcolor=#DDDDDD | Röteln | MMR | - bgcolor=#EEEEEE | Gelenkbeschwerden bei Frauen | 40 bis 70%, anhaltend | 12 bis 26%, meist kurz und schwach | - bgcolor=#EEEEEE | Enzephalitis | 1/6000 | 0 | - bgcolor=#EEEEEE | Verminderung der Blutplättchen | 1/3000 | 1/30.000 bis 1/50.000 | - bgcolor=#EEEEEE | Rötelnembryopathie bei Infektion in der Schwangerschaft | > 60% | 0 | - bgcolor=#EEEEEE |
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Lebendimpfstoffe können in seltenen Fällen zu einem Ausbruch der Krankheit führen, gegen welche geimpft wurde. Zum Beispiel treten bei drei bis fünf Prozent der Impfungen gegen Masern so genannte „Impfmasern“ auf. Die Nebenwirkungen der Impfung beinhalten dann die Symptome der Krankheit, beispielsweise leichter Ausschlag, Fieber und andere bei Impfmasern, jedoch verläuft diese in der Regel leichter als die „natürliche“ Infektion. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu einem allergisch-anaphylaktischen Schock als Reaktion auf die Inhaltstoffe einer Impfdosis kommen. Neben dem Wirkstoff selber können auch enthaltene Konservierungsmittel wie Antibiotika oder Stoffe aus der Herstellung des Wirkstoffs wie Hühnereiweiss eine solche Reaktion auslösen. Über dieses Risiko haben die Ärzte vor der Impfung ausreichend aufzuklären. Wer impft, muss daher durch Übung und geeignete Ausrüstung darauf vorbereitet sein, mögliche lebensbedrohliche allergische Reaktionen auf eine Impfung zu behandeln.
Seit dem 1. Januar 2001 gilt für Ärzte in Deutschland die im Infektionsschutzgesetz (IfSG) verankerte „Meldeverpflichtung eines Verdachtes einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung“ Meldeverpflichtung. Gemeldet wird jeder Verdacht, unabhängig davon, ob ein Zusammenhang zwischen Impfung und mutmaßlicher Reaktion besteht. Bis zum 31. Dezember 2003 wurden in allen Altersgruppen 3328 Fälle von möglichen Impffolgen registriert (in 3 Jahren, bei ca. 30 Millionen Impfdosen/Jahr). Von diesen Betroffenen trugen vier Prozent einen bleibenden Schaden davon und 1,6 Prozent verstarben (hauptsächlich belegte Koinzidenzen). In der Mehrzahl der dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldeten Verdachtsfälle wurde der Kausalzusammenhang zwischen Impfung und Erkrankung als unwahrscheinlich bewertet. In den anderen Fällen war der kausale Zusammenhang mit der Impfung wegen fehlender valider wissenschaftlicher Daten nicht beurteilbar. Ein Zusammenhang zwischen Impfung und Reaktion gilt nur bei 0,2 Prozent aller IfSG-Meldungen als gesichert. Im Vergleich der Zahlen der möglichen Impfreaktionen mit den erfolgten Impfungen im selben Zeitraum ergibt sich ein sehr geringes Risiko, beispielsweise 250 IfSG-Meldungen zu möglichen Reaktionen von etwa sechs bis acht Millionen Impfdosen auf den Masern/Mumps/Röteln-Impfstoff (< 0,004%) im selben Zeitraum B. Keller-Stanislawski et al.: Verdachtsfälle von Impfkomplikationen nach dem Infektionsschutzgesetz und Verdachtsfälle von Nebenwirkungen nach dem Arzneimittelgesetz vom 1.1.2001 bis zum 31.12.2003. In: Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 47/2004. S. 1151–1164 PDF, auch wenn von einer Dunkelzifferrate bei den Meldungen an das PEI ausgegangen werden muss.
Kontroverse Einstellungen zu Impfungen finden sich bereits mit der Einführung des ersten Impfstoffes, der sich gegen die Pocken richtete. Noch heute sind sind schätzungsweise 3 bis 5 % der deutschen Bevölkerung Impfgegner. Sie argumentieren in der Regel irrational oder zumindest unwissenschaftlich. Zu unterscheiden sind hiervon Impfskeptiker, welche Impfungen nicht prinzipiell ablehnen. Stattdessen vertreten diese spezielle Ansichten über ihren Zeitpunkt, die Impfstrategie, ihre Wirksamkeit, Sicherheit und ihre Nebenwirkungen. Ihre Argumentationslinie ist häufig alternativmedizinisch orientiert. Positionen von Impfkritikern
Heutzutage werden kritische Berichte über Impfschäden oder am Prinzip des Impfens selber meistens in entsprechenden Foren im Internet und auch in Büchern publiziert. Diese führen zu starker Verunsicherung mancher Menschen, insbesondere von jungen Eltern bis hin zur Impfverweigerung. Impfkritische Meinungen sind sehr heterogen und oftmals durch religiöse, esotherische oder aber alternativmedizinische Hintergründe (Homöopathie, Anthroposophie, u.a.) motiviert. Angst vor Impfschäden, Misstrauen gegenüber staatlichen Einrichtungen, gegenüber der Pharmaindustrie und auch gegenüber der Schulmedizin, Unwissen und Unsicherheit tragen zu solchen Ansichten bei. Die Kritikpunkte der Impfgegner lassen sich im Wesentlichen auf Varianten der drei folgenden Punkte zurückführen, die oft miteinander kombiniert werden.
Smallpox.jpg Die Pocken, auch Blattern genannt, sind eine gefährliche Infektionskrankheit. Das Pocken-Virus kann direkt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion beim Husten übertragen werden. Symptome sind starkes Fieber, Schüttelfrost und die typischen Bläschen an fast allen Stellen des Körpers, welche zu Pockennarben führen. In schwereren Fällen können Erblindung, Taubheit, Lähmungen oder Hirnschäden auftreten sowie in 30% der Fälle der Tod.
Durch ein konsequentes Impf- und Bekämpfungsprogramm der WHO und anderer Gesundheitsorganisationen wurde erreicht, dass 1980 die Welt von der WHO für pockenfrei erklärt werden konnte. Seit 1977 sind keine Pockenfälle mehr aufgetreten. Der letzte Fall in Deutschland trat im Jahre 1972 in Hannover auf. Die Pockenimpfung selber ist eine nicht ganz unkomplizierte Lebendimpfung und wird heutzutage nicht mehr durchgeführt, da keine unmittelbare Bedrohung mehr besteht. Dennoch sind weitere Pockeninfektionen, z.B. durch Laborunfälle oder Bioterrorismus, nicht ausgeschlossen, und die Krankheit unterliegt nach wie vor der gesetzlichen Meldepflicht.
Würden heute Pocken-Erreger in Deutschland eingeschleppt oder absichtlich verbreitet und könnten sich ungehindert verbreiten, dann träfen sie auf eine Bevölkerung, die praktisch ohne Abwehr (durch Impfung oder überlebte Erkrankung) wäre - ähnlich wie zu Beginn der Pocken-Epidemien im Mittelalter. Dann ist mit etwa 15% tödlichen Verläufen zu rechnen - also etwa 12 Millionen Toten. Allerdings verbreiten sich Pocken relativ langsam, so dass man annimmt, dass ggf. große Teile der Bevölkerung durch Quarantäne und passive Immunisierung geschützt werden könnten. Im Mittelalter waren die Todesquoten bei den Epidemien durch Pest und Pocken mit bis zu 90% wesentlich höher, da damals die Widerstandsfähigkeit durch Hunger, schlechte Hygiene, ungesunde Wohnungen etc. schlechter war als im heutigen Deutschland.
Im Jahr 1962 (in der DDR bereits ab 1960) wurde die orale Poliomyelitis-Schutzimpfung in Deutschland wie auch in anderen europäischen Ländern eingeführt. Bereits 1965, nur 4 Jahre nach Beginn der ersten Impfkampagnen, hatte sich die Zahl der im Bundesgebiet erfassten Erkrankungen auf weniger als 50 Neuerkrankungen reduziert, im Vergleich zu den 4.670 gemeldeten Neuerkrankungen im Jahr 1961 war das ein Rückgang um 99%. Die letzten beiden einheimischen Erkrankungen durch Polio-Wildviren traten in Deutschland in den Jahren 1986 und 1990 auf, die letzten importierten Fälle wurden 1992 erfasst.
Aus religiösen Gründen wurden damals in einem Teil der Niederlande überhaupt keine Impfungen durchgeführt - also auch keine Polio-Impfungen, weder mit dem Schluck- noch mit dem Nadel-Impfstoff. Abgesehen davon war dieser Teil der niederländischen Bevölkerung genau so gut gesundheitlich versorgt, gebildet, mit Nahrung und Wohnungen versorgt etc. wie der Rest des Landes. Es kam dort - also mitten im sonst schon Polio-freien Europa - in den Jahren 1992/93 zu einer regionalen Polio-Epidemie, die innerhalb weniger Wochen trotz der relativ kleinen Bevölkerungszahl Dutzende von lebenslang Gelähmten und einige Tote zur Folge hatte.
Die „Schluckimpfung“ war nicht ungefährlich: sie enthielt vermehrungsfähige Erreger, welche jedes Jahr einige Erkrankungen verursachten. Da der Polio-Virus inzwischen aus Europa weitgehend verschwunden ist, wurde dieses Risiko als nicht mehr akzeptabel erachtet. Deshalb wird seit 1998 gegen Polio mit einem Totimpfstoff geimpft, der jedoch nicht mehr geschluckt sondern gespritzt wird.
Im Jahr 1980, nach offizieller Ausrottung der Pocken, setzte sich die WHO die globale Ausrottung der Poliomyelitis als Ziel. Drei der sechs WHO-Regionen sind inzwischen als „Polio-frei“ zertifiziert (Amerika 1994, Westpazifik 2000, Europa 2002).
RougeoleDP.jpg Neben der Poliomyelitis hat die WHO auch die globale Eliminierung der Masern als Ziel vorgegeben. Derzeit ist dieses nur in Nordamerika erreicht worden (Mexiko, USA, Kanada). Seit 1973 wird die Masern-Impfung in Deutschland empfohlen und heutzutage werden ca. 90% Durchimpfungsraten bei Schulanfängern erreicht. Die bundesweite Inzidenz der Masern im Jahr 2004 betrug deutschlandweit 0,15 pro 100.000 Einwohner (121 gemeldete Masernfälle insgesamt). Sie lag damit erstmals in allen Bundesländern unter dem Schwellenwert von 1 pro 100.000 Einwohner. Dennoch entstehen immer wieder lokale Ausbrüche der Masern, von denen insbesondere ungeimpfte Kinder betroffen sind. Im ersten Halbjahr 2005 wurden schon wieder 668 Masernfälle registriert, inklusive eines toten Mädchens in Hessen.Robert-Koch-Institut: Erkrankungen an Masern im Jahr 2004 und Ausbrüche in Hessen und Bayern in der ersten Hälfte des Jahres 2005. In: Epidemiologisches Bulletin 29/2005. PDF Diese Ausbrüche bleiben Dank der hohen Durchimpfung jedoch meist regional begrenzt. Weltweit sind die der WHO gemeldeten Erkrankungen von ca. 4 Millionen (Durchimpfung 13%) im Jahr 1980 auf ca. 500.000 Fälle (Durchimpfung 80%) im Jahr 2003 gesunken WHO vaccine-preventable diseases - Global Summary 2004 der WHO, PDF(die reale Anzahl der Masern-Fälle wird dabei viel größer geschätzt).
Ähnliches gilt für Röteln und Mumps.
Bei anderen Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und anderen ist zwar eine weltweite Ausrottung nicht erreichbar, aber die in Deutschland und vielen anderen Ländern erreichten Erfolge der Schutzimpfung sind sehr eindrucksvoll. Beispielsweise wurde seit 2000 kein Erkrankungsfall der Diphtherie mehr in Deutschland gemeldet. Gegenwärtig sind 97% der Kinder mit vorhandenem Impfausweis ausreichend gegen Diphtherie geimpft. Bei den Erwachsenen haben nur noch etwa 30% Antikörper in schützender Menge, weil ihnen vielfach Auffrischimpfungen fehlen, die in 10-jährigem Abstand vorgenommen werden sollten. Ungeschützte Jugendliche und Erwachsene sind gegenwärtig Nutznießer der hohen Populationsimmunität bei den Kindern. Bei Kontakt zu einem importierten Erkrankungsfall, bei Kontakten zu infizierten Personen aus Epidemie- oder Endemiegebieten oder bei Reisen in Endemiegebiete sind sie jedoch gefährdet.
Bei der Bekämpfung des Keuchhustens (Pertussis) wurden im alten Bundesgebiet und in der DDR unterschiedliche Strategien verfolgt. Von 1974 bis 1991 wurde die Impfung in der BRD aus Furcht vor einzelnen Impfnebenwirkungen nur noch für Kinder mit individuell hohem Erkrankungsrisiko empfohlen. Dies führte zu einer sehr niedrigen Impfrate (< 10 %) und einer entsprechend hohen Erkrankungsrate bei Säuglingen und Kindern. In der DDR war die Pertussis-Schutzimpfung seit 1964 etabliert, es wurden Impfraten von rund 90% erreicht. Der Keuchhusten war bei den Klein- und Schulkindern weitgehend eliminiert, die noch nicht geschützten Säuglinge profitierten vom Impfschutz ihrer älteren Geschwister. Direkt nach der Wiedervereinigung kam es in den neuen Bundesländern zu einem deutlichen Rückgang der Impfraten und nachfolgend auch zu einem Wiederanstieg der Morbidität, was sich aufgrund der fortgesetzten Erfassung durch Meldung der Pertussis in den neuen Bundesländern nachweisen lässt (von 0,2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner im Jahr 1991 bis auf eine Inzidenzrate von 20,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2000). Weder die Impfung noch die abgelaufene Erkrankung mit Keuchhusten garantieren einen lebenslangen Schutz vor einer Infektion mit Bordetella pertussis. Die Erkrankung ist nur für Kleinkinder gefährlich, für alle anderen belastend und langwierig. Zudem führt die Behandlung auch zu einem massiven Antibiotika-Einsatz in den betroffenen Familien mit der Gefahr einer vermehrten Resistenzentwicklung in der Bevölkerung. Dies wäre bei einer Erhöhung der Impfimmunität vermeidbar (bei Kindern derzeit 87%). Der Versuch einer weitgehenden Eliminierung dieser Erkrankung würde regelmäßige Wiederimpfungen sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen erfordern. Robert-Koch-Institut: Impfpräventable Krankheiten in Deutschland bis zum Jahr 2000. In: Epidemiologisches Bulletin 7/2002. PDF Robert-Koch-Institut: Zum Auftreten von Pertussis in den neuen Bundesländern. In: Epidemiologisches Bulletin 23/2005. PDF
Durch die sogenannte Impfmüdigkeit d.h. die Ablehnung oder einfache Vernachlässigung der empfohlenen Schutzimpfungen treten manche Krankheiten wieder vermehrt auf. Insbesondere werden häufiger die Termine zur Nachimpfung nicht wahrgenommen.
In Deutschland kommt es deshalb zum Beispiel zu lokalen Masern-Epidemien. Hier kann nur seriöse Information und Aufklärung der Bevölkerung helfen, um den Impfschutz der Bevölkerung aufrecht zu erhalten.
In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Der Impfkalender der ständigen Impfkommission (STIKO) sieht jedoch eine wiederholte Impfung schon ab dem Säuglingsalter vor: beginnend mit dem 2. Lebensmonat bis zum 11. Lebensjahr sollte das Kind mehrfach geimpft werden. Für die impfenden Ärzte ergibt sich die Pflicht, über Vor- und Nachteile von Impfung und Nicht-Impfung der Kinder (und Erwachsenen) aufzuklären, und die Eltern (bzw. Erwachsenen) haben die Verantwortung, ob und gegebenenfalls wo sie sich weitere Informationen zum Pro und Contra von Impfungen einholen - und wie sie dann ihre Entscheidung fällen. Die Verantwortung der Eltern bezieht sich dabei in erster Linie darauf, ihr Kind vor schweren Krankheiten zu schützen, in zweiter jedoch auch auf die Gesellschaft. Denn nur wenn ein möglichst hoher Prozentsatz der Bevölkerung geimpft ist, können seuchenartige Ausbrüche von Infektionskrankheiten wirkungsvoll verhindert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind je nach Krankheit und Wirksamkeit des Impfstoffs Durchimpfungsraten von ca. 90% erforderlich. Näheres zur Berechnung dieser Durchimpfungsraten siehe Epidemiologie: Reproduktionsrate.
Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sind in Deutschland Grundlage für die Festlegung der "öffentlich empfohlenen Impfungen“. Letztere werden durch die Gesundheitsbehörden der Bundesländer definitiv festgelegt. Falls durch eine öffentlich empfohlene Impfung ein bleibender Schaden entsteht (dann Impfschaden genannt - im Gegensatz zur Impfreaktion und Impfkomplikation), besteht ein Anspruch auf Entschädigung durch das Versorgungsamt. In der Schweiz erfolgt die Empfehlung durch das Bundesamt für Gesundheit und die Schweizerische Kommission für Impffragen. In Österreich wird der Impfplan vom Obersten Sanitätsrat (Impfausschuss) des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen Österreichisches Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen herausgegeben.
| Impfung gegen | Empfehlung der STIKO |
|---|---|
| Cholera | nur im Ausnahmefall: auf Verlangen eines Ziel- oder Transitlandes bei Reisen |
| Diphtherie | Standard für Kinder ab 2 Monaten, Auffrischung für Erwachsene alle 10 Jahre |
| FSME | Exponierte zu Zecken in FSME-Risikogebieten (Forstarbeiter, u.a.) |
| Gelbfieber | bei Reisen in gefährdete Gebiete (tropisches Afrika, Südamerika) |
| Haemophilus influenzae Typ b | Standard für Kinder ab 2 Monaten Personen mit anatomischer oder funktioneller Asplenie |
| Hepatitis A | Risikogruppen Gefährdetes Personal (Gesundheitsdienst, Forschung, Kanalisation u.a.) |
| Hepatitis B | Standard für Kinder ab 2 Monaten Risikogruppen Gefährdetes Personal in Gesundheitsdienst |
| Influenza | Personen über 60 Jahre Personen mit geschwächtem Immunsystem Personen mit chronischen Erkrankungen |
| Masern | Standard für Kinder ab 11 Monaten |
| Meningokokken | Personen mit geschwächtem Immunsystem Gefährdetes Personal (Labor, Entwicklungszusammenarbeit, u.a.) Jugendliche mit Langzeitaufenthalt in gefährdeten Ländern |
| Mumps | Standard für Kinder ab 11 Monaten |
| Keuchhusten | Standard für Kinder ab 2 Monaten, Auffrischung mit 5-6 Jahren, und zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr. |
| Pneumokokken | Personen über 60 Jahre Personen mit geschwächtem Immunsystem |
| Poliomyelitis | Standard für Kinder ab 2 Monaten / u. U. Auffrischung |
| Röteln | Standard für Kinder ab 11 Monaten |
| Tetanus | Standard für Kinder ab 2 Monaten, Auffrischung für Erwachsene alle 10 Jahre und ggf. im Verletzungsfall |
| Tollwut | Personen mit Umgang von Tieren in Gebieten mit Wildtiertollwut (Tierärzte, Jäger, Forstpersonal u.a.) |
| Tuberkulose | derzeit nicht empfohlen |
| Typhus | Bei Reisen in Endemiegebiete |
| Windpocken | Standard für Kinder ab 11 Monaten Seronegative Personen bei Indikation (Organtransplantation, Kinderwunsch bei Frauen u.a.) Seronegatives Personal im Gesundheitswesen |
Die MMR-Impfung ist eine Kombinationslebendimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Inzwischen ist auch die MMRV-Impfung in den USA auf dem Markt, mit zusätzlich Variacella-Komponente (Windpocken).
Im Oktober 2000 wurden erstmals auch zwei hexavalente Impfstoffe, Hexavac und Infanrix hexa, in der Europäischen Union zugelassen, die gegen sechs Infektionskrankheiten schützen sollen: Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ B-Infektionen sowie Hepatitis B. Schwere Nebenwirkungen sind nicht dokumentiert Stellungnahme Paul-Ehrlich-Institut, allerdings wurde 2005 die Aussetzung der Zulassung von Hexavac (Sanofi Pasteur MSD) von der Europäischen Arzneimittelbehörde empfohlen (nicht von hexavalenten Impfstoffen im allgemeinen), da der Langzeitschutz der Hepatitis B-Komponente überprüft wird Empfehlung der EMEA, pdf. Der Hersteller hat den Impfstoff inzwischen vom Markt genommen und ausgelieferte Präparate zurückgerufen.
Als Alternative bietet sich für Säuglinge die 5-fache Impfung mit gesonderter Immunisierung gegen Hepatitis B an. Dies bedeutet aber jeweils eine zusätzliche Injektion. Eine Infektion mit Hepatitis B ist bei Säuglingen zwar sehr selten, jedoch sind die Folgen schwerwiegend, so dass die Sechsfach-Impfung in Deutschland empfohlen wird und sich inzwischen durchsetzt.
Als weitere Kombination kennt man die Masern-Mumps-Röteln-Impfung und die Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Impfung.
Die Impfung gegen Tollwut und der Nachweis im neuen EU-Heimtierausweis ist gesetzlich in praktisch allen europäischen Staaten für die Einreise erforderlich. Sie muss nach Vorschrift des Impfstoffherstellers wiederholt werden (1 bis 3 Jahre) und die letzte muss für die meisten Staaten mindestens 30 Tage zurückliegen. Nach Änderung der deutschen Tollwutimpfverordnung ist seit 2006 eine jährliche Auffrischung nicht mehr vorgeschrieben, wenn der Hersteller eine längere Frist angibt. Für Großbritannien und Norwegen ist zudem eine Bestimmung des Antikörper-Titers notwendig.
Auch die Impfungen gegen die übrigen Erkrankungen werden jährlich aufgefrischt, auch wenn jüngere Untersuchungen zeigen, dass ein Impfschutz (mit Ausnahme Leptospirose) über drei Jahre und mehr bestehen kann. Katzenschnupfen Herpes.jpg
Hauskatzen sollten gegen Katzenschnupfen, Panleukopenie (Katzenseuche), bei Freigängern auch gegen Tollwut geimpft werden. Eine Impfung gegen Leukose empfiehlt sich nur bei nicht kastrierten, bis zu 5 Jahren alten Freigänger-Katern. Die Impfung gegen Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist allenfalls bei negativem FeCV-Status angebracht und bietet keinen sicheren Schutz.
Für bestimmte Tierseuchen kann die Impfung nach dem Tierseuchengesetz auch staatlich angeordnet werden. Die Kosten für diese Impfungen werden auch von den Tierseuchenkassen ersetzt, für einige Impfungen besteht in Hinblick auf die Sanierung der Bestände eine Teilerstattung der Kosten.
Dagegen wurde die prophylaktische Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS) im Jahr 1991 in Europa durch die EU verboten, die bis dahin in Deutschland durchgeführt wurde. Stattdessen müssen bei Auftreten von MKS alle Klauentiere des betroffenen Bestandes unter strengen Sicherheitsmaßnahmen getötet und unschädlich beseitigt werden. Für Notfälle ist jedoch auf der Insel Riems eine Impfstoffbank eingerichtet worden. Das Verbot der MKS-Impfung war insbesondere politisch motiviert (Exportfähigkeit des Fleischs u.a.) und ist sehr umstritten, seit im Jahr 2001 in Großbritannien über 4 Millionen Tiere gekeult wurden.
Impfungen, die staatlich angeordnet werden können und von der Tierseuchenkasse kostenerstattet werden:
Eine Teilerstattung der Kosten gibt es für Impfungen gegen Bovine Virusdiarrhoe/Mucosal Disease der Rinder (BVD/MD) und die Newcastle-Krankheit beim Geflügel.
Infektionskrankheit | Immunologie | Prävention
vaccination | vaccination | Vaccinazione | Očkovanie | Rokotus | Прививка | Vaccination