Ein Impfstoff (auch Vakzine) ist ein biologisch oder gentechnisch hergestelltes Agens, meist bestehend aus einzelnen Protein- oder Erbgutbruchstücken, abgetöteten oder abgeschwächten Erregern. Der Impfstoff dient im Rahmen einer Impfung zur spezifischen Aktivierung des Immunsystems hinsichtlich eines bestimmten Erregers, bzw. einer Erregergruppe.
Dazu wird die Reaktion des Immunsystems ausgenutzt, bei Vorhandensein von Erregern bzw. deren spezifischen Teilen (Stichwort Oberflächenproteine als Antigene) eine Immunantwort zu starten. Diese führt zur Ausbildung von Antikörpern und spezialisierten T-Helfer-Zellen, die dann einen lange anhaltenden Schutz (je nach Erreger zwischen einigen Jahren bis lebenslang) vor der jeweiligen Krankheit bieten.
Lady Mary Wortley Montagu berichtete 1718, dass die Türken sich in ähnlicher Weise den Körperflüssigkeiten von leicht Infizierten aussetzten und wendete diese Methode bei ihren eigenen Kindern an.
Der englische Landarzt Edward Jenner beobachtete 1796, während der Blüte der europäischen Pockenepedemien, dass Mägde durch den Kontakt mit Kuheutern teilweise mit Kuhpocken infiziert wurden, die ein vergleichsweise harmloser Verwandter der Pocken sind. Er entnahm infektiöse Flüssigkeiten von der Hand der derart infizierten Magd Sarah Nelmes und führte diese durch Injektion oder Kratzen in den Arm des 8 Jahre alten, gesunden James Phipps ein. Phipps entwickelte Symptome einer Kuhpocken-Infektion, von der er vollständig kurierte. 48 Tage später injizierte Jenner mit Pocken kontaminierte Materie in Phipps, welcher jedoch keine Symptome entwickelte.
Dieser Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte (attenuierte) Viren oder Bakterien, die sich noch vermehren können und eine Immunantwort auslösen, in der Regel jedoch keine Erkrankung. Ein attenuierter Lebendimpfstoff ist in der Regel deutlich wirksamer als Totimpfstoff.
In seltenen Fällen kann es nach der Anwendung eines solchen Impfstoffes bei der möglichen Vermehrung der Erreger zu einer Mutation in Richtung der nicht abgeschwächten Ausgangsform kommen, durch die dann doch die Erkrankung ausgelöst werden kann. Beispiele hierfür sind der MMR-Impfstoff, Bacillus Calmette-Guérin, sowie Impfstoffe gegen Gelbfieber.
Lebendimpfstoffe werden unterschieden in
Totimpfstoffe werden unterschieden in:
Lebendimpfstoffe wirken effizienter als Totimpfstoffe, da sie neben humoraler Immunität (eine durch in den Körperflüssigkeiten zirkulierende Antikörper bewirkte Form der Immunität) auch zelluläre Immunantworten auslösen.
Siehe auch: Impfung, Impfkontroverse
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