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Immobilisten ist eine (in erster Linie von ihren Kritikern verwendete) Bezeichnung für die Anhänger einer bestimmten Strömung in der modernen Archäologie, die davon ausgeht, dass die meisten Völker und Kulturen sich autochthon entwickelt haben. Wanderungsbewegungen, insbesondere kriegerischer Natur, von größeren Menschengruppen - geschweige denn ganzer Völker - werden von den Immobilisten für die Vorzeit (die Zeit vor den Hochkulturen) prinzipiell aber nicht generell ausgeschlossen.

Die Immobilisten verweisen darauf, dass die archäologischen Befunde zumeist nicht auf eine plötzliche Veränderung der Sachkultur hindeuten, was auf die Einwanderung eines anderen Volkes oder die Vermischung zweier unterschiedlicher Volksteile hinweisen könnte, und genauso wenig Beweise für größere Kriegshandlungen (wie z.B. Brandhorizonte, Waffenfunde, durch Waffeneinwirkung gezeichnete Skelettfunde) zu Tage bringen. Im Gegensatz dazu tritt bei vorzeitlichen Kulturen regelmäßig ein "Modellwechsel" oder eine Modifikation der Sachkultur in Abständen von 300 bis 700 Jahren auf, ohne das dafür äußere Anlässe vorliegen. Das bedeutendste Beispiel ist wohl der Übergang zur megalithischen Bauweise der vielfach, so eindeutig bei der Trichterbecherkultur (TBK) innerkulturell erfolgte. Dieser Modifikation fiel die noch bis 3.500 v. Chr. für Mitteleuropa typische und seit 2000 Jahren bekannte Kreisgrabenanlage zum Opfer. Wodurch diese Art von Modifikation(en) in den religiösen Sektor zu gehören scheint.

Die Kritiker der Immobilisten vertreten die Ansicht, dass mit den Mitteln der Archäologie solche Vorgänge (Einwanderung von Menschengruppen, Kriegshandlungen) nicht eindeutig zu beweisen oder zu widerlegen sind. Sie verweisen darauf, dass

  1. ein Wechsel der Bevölkerung nicht unbedingt mit einem Wechsel der Sachkultur einhergehen muss;
  2. die Archäologie immer nur die "Spitze des Eisberges" aufdeckt; was nicht die Immobilisten allein betrifft.
  3. selbst geschichtliche Ereignisse, die von keinem Historiker ernsthaft angezweifelt werden, wie z.B. die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, archäologisch nicht belegt werden konnten.

Immobilität ist über längere vorgeschichtliche Zeiträume zu konstatieren. Insbesondere waren Völkerwanderungen die Ausnahme. Mobil waren vorzeitliche Menschen (wohl erzwungenermassen) bei der:

  1. Verbreitung der verschiedenen Hominidenarten über den Globus
  2. Besiedlung/Wiederbesiedlung der eisfrei werdenden Gebiete auf der Nordhalbkugel.
  3. Verbreitung des Ackerbaus (und der daraus resultierenden Verdrängung von Jägern und Hirtenvölkern)

siehe auch: Germanen, Schnurkeramiker, Indoeuropäer, Kurgankultur, Etrusker, Kelten, Goten, Hunnen, Griechen, Dorische Wanderung, Mongolen, Seevölker, Hyksos, Kimbern und Teutonen, Sachsen-Angeln-Jüten.

Archäologischer Fachbegriff

 

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