article

Im Schatten des Zweifels wurde 1943 von Alfred Hitchcock nach einer Geschichte von Gordon McDonell gedreht.

Handlung


Charlie Oakley, groß, gutaussehend und mit jeder Menge Bargeld sucht Ruhe und Zuflucht bei der Familie seiner Schwester in einer betulichen Kleinstadt. Mit seiner Nichte Charlie teilt er nicht nur den Namen, beide fühlen sich seelisch verbunden. Die Freude der Familie über den Besuch des reichen Onkels aus der Großstadt bleibt ungetrübt bis die junge Charlie von einem Polizeikommissar darüber aufgeklärt wird, das entweder ihr Onkel oder ein anderer Mann ein gesuchter Witwenmörder ist.

Fortan nagt der Zweifel an ihr und sie versucht hinter das Geheimnis ihres Onkels zu kommen. Sie spioniert ihm nach und stellt ihn schließlich zur Rede. Er vertraut sich ihr an, kurz danach verunglückt jedoch der andere Verdächtige. Für die Polizei scheint das Verbrechen aufgeklärt, nicht jedoch für Charlie. Mittlerweile von seiner Schuld überzeugt, bringt sie es jedoch nicht über das Herz, ihn zu verpfeifen und fordert ihn stattdessen auf, für immer die Familie zu verlassen.

Er weigert sich und versucht durch fingierte Unfälle sich seine Nichte vom Hals zu schaffen. Erfolglos verläßt er schließlich die Familie, im Zug nach Hause treffen die beiden ein letztes Mal zusammen.

Hintergründe


Nicht nur für Alfred Hitchcock, der die Arbeit im Studio über alles liebte, sondern auch ganz allgemein für die damalige Filmarbeit sind in dem Film ungewöhnlich viele Aufnahmen „on Location“, also an einem realen, nicht im Studio gebauten Set gefilmt worden. Das hatte jedoch weniger praktische oder gar künstlerische Gründe, sondern war durch den Krieg bedingt. Ein staatliches Kriegskomitee bestimmte, wieviel Geld zum Bau von Filmsets ausgegeben werden durfte und so sparte man, indem man sich in die Realität hinaus wagte.

Entgegen des von Hitchcock gerne verbreiteten Mythos des Regisseurs, der sich beim Drehen langweilt, weil er das Werk längst im Kopfe vollendet hat, wurde auch dieser Film während der Dreharbeiten permanent umgeschrieben und verfeinert. Einen Großteil der Umschreibarbeit tat die Darstellerin der Mutter Emma (Patricia Collinge), die bereits Erfahrung mit dem Schreiben hatte und sich sehr gut in das bürgerliche Ambiente und in die Figuren des Films hineinversetzen konnte. Sie wird jedoch im Vor- oder Abspann nicht genannt.

Im Schatten des Zweifels wird nicht nur oft als Hitchcocks Lieblingsfilm bezeichnet, er gilt auch als sein persönlichstes Werk. Es gibt zahlreiche Parallelen zu Hitchcocks Leben, sei es der Name der Mutter, biografische Erlebnisse die er in Dialogen einflechtet, oder, so Spoto in seiner umfangreichen Hitchcockbiographie (s. Literaturhinweise), die Tatsache, dass man in den beiden Hauptfiguren (den beiden Charlies) die zwei verschiedenen Persönlichkeitsstrukturen Hitchcocks wiederfindet.

Weiterhin befinden wir uns auf einem eher untypischen Hitchcockterrain: dem Familienleben. Agenten und abenteuerliche Verfolgungsjagden sucht man hier vergebens, Hitchcock konzentriert sich auf das Charakterstudium.

Der verwendete Walzer Lippen schweigen, 's flüstern Geigen aus Franz Lehárs Operette Die lustige Witwe wird im Film als Merry Widow-Walzer bezeichnet.

Cameo


Hitchcock sitzt im Zug nach Santa Rosa und spielt Karten. Er hat alle Pik-Karten in der Hand. Siehe auch Cameo-Auftritt.

Weblinks


Filmtitel | Filmtitel 1943 | US-amerikanischer Film | Schwarzweißfilm | Thriller

Shadow of a Doubt | L'Ombre d'un doute | L'ombra del dubbio (film 1943)

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Im Schatten des Zweifels".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld