Ilse Werner (bürgerlicher Name: Ilse Charlotte Still) (* 11. Juli 1921 in Batavia, Niederländisch-Indien / heute: Jakarta, Indonesien; † 8. August 2005 in Lübeck) war eine Schauspielerin und Sängerin, die ihre größten Erfolge mit Filmen während des Dritten Reiches hatte.
1937 debütierte sie im Wiener Theater in der Josefstadt im Stück „Glück“ und erhielt im Film „Die unruhigen Mädchen“ (1938) ihre erste Filmrolle. Die UFA wurde auf das junge Gesicht aufmerksam und nahm sie in Berlin unter Vertrag. Der Film „Wunschkonzert“ (1940) machte Ilse Werner endgültig zum Nachwuchsstar.
Filme ließen zu jener Zeit in Deutschland Schrecken und Nöte des Krieges wenigstens zeitweilig vergessen. Beeindruckend gespielte Charaktere verhalfen daher der Darstellerin zu großer Popularität. Ilse Werner gewann viele Sympathien der Kinofreunde mit ihren Rollen im Jenny-Lind-Epos „Die schwedische Nachtigall“ (1941), in Helmut Käutners „Wir machen Musik“ (1942) und in der Lügenbaron-Geschichte „Münchhausen“ (1943). Ihre sicherlich schönste und darstellerisch anspruchsvollste Rolle erhielt sie in Helmut Käutners Hamburg-Hommage „Große Freiheit Nr. 7“ (1944). Während des Krieges moderierte sie für den Fernsehsender Paul Nipkow die ein- bis zweimal wöchentlich live aus dem Kuppelsaal des Berliner Reichssportfeldes übertragene populäre Fernsehshow "Wir senden Frohsinn - wir spenden Freude".
Ihre Mitwirkung in den Filmen des NS-Regimes, bei der Hörfunk-Durchhalte-Sendung "Wunschkonzert" des "Reichssenders Berlin" und bei der Truppenbetreuung an der "Heimatfront" führte nach dem Krieg vorübergehend zu einem Berufsverbot für die damals politisch weitgehend naive Künstlerin. Doch als Synchronsprecherin hatte Ilse Werner etwa vier Jahre lang einen zusätzlichen Broterwerb. Sie lieh unter anderem Olivia de Havilland in „Robin Hood – König der Vagabunden“, Paulette Goddard in „Piraten im Karibischen Meer“ und Maureen O’Hara in „Der Seeräuber“ die deutschsprachige Stimme.
Danach konnte sie ihre Filmtätigkeit wieder aufnehmen. Ihr erster, von Georg Wilhelm Pabst inszenierter Nachkriegsfilm "Geheimnisvolle Tiefe" (1948) erwies sich jedoch sowohl in künstlerischer als auch kommerzieller Hinsicht als Reinfall. Auch mit den folgenden Filmen konnte Ilse Werner an ihre alten Erfolge nicht mehr anknüpfen, da der von ihr verkörperte Frauentyp mittlerweile aus der Mode gekommen war. "Die Herrin vom Sölderhof" (1955) war ihr letzter Kinofilm. Nach diversen Rollen in Fernseh-Filmen und -Serien trat sie 1990 für "Die Hallo-Sisters" neben Harald Juhnke und Gisela May noch einmal vor die Filmkamera - es fand sich aber kein Filmverleih, der Streifen wurde dann nur im Fernsehen gezeigt.
Der Komponist Werner Bochmann erkannte eine andere künstlerische Ader von Ilse Werner: ihr Pfeiftalent. So betätigte sie sich schon zu Anfang der Vierziger Jahre als Schlagerinterpretin und Kunstpfeiferin. „Die kleine Stadt will schlafen geh'n“, „Wir machen Musik“, „Mein Herz hat heut' Premiere“ oder auch der ihr 1960 ein Comeback verschaffende Hit „Baciare“ waren mit ihrem Namen verbunden. Als Ilse Werner den Titel „Sleigh Ride“ (Schlittenfahrt) von Leroy Anderson einspielen wollte, schrieb ihr der Komponist Martin Böttcher innerhalb von 56 Stunden das komplette Arrangement nach Anhören einer alten Schellackplatte, weil es zu der Zeit keine Noten des Titels gab.
Ilse Werner spielte in den Jahren danach vorwiegend Theaterstücke, tingelte mit Show- und Lieder-Programmen durch die Provinz und trat immer wieder im Fernsehen in verschiedenen Show-Formaten oder in TV-Serien auf.
In einer Aufnahme von „Ohne Dich“ der Band Die Ärzte pfiff sie ein Solo. 2004 nahm sie gemeinsam mit dem Lisa Bassenge Trio eine neue Version von „Wir machen Musik“ auf. Außerdem war sie im Intro des Scorpions-Songs „Winds of Change“ zu hören.
Ihre letzten Jahre verbrachte Ilse Werner zurückgezogen und verarmt, von prominenten Freunden wie Karl Dall und Wolfgang Völz unterstützt, in einem Lübecker Seniorenheim. Sie starb am 8. August 2005 im Alter von 84 Jahren an einer Lungenentzündung. Auf eigenen Wunsch hin wurde der ehemalige Ufa-Star in Potsdam-Babelsberg bestattet. Die Beisetzung fand am 24. August 2005 auf dem Babelsberger Friedhof statt. Ihren Nachlass hatte Ilse Werner bereits im Dezember 2004 dem Filmmuseum Potsdam vermacht.
| A/B-Seite_____________________________________________ | veröffentlicht____ | Plattenfirma |
| Großstadt-Melodie / Siebenmal | 4/1957 | PHILIPS |
| Ein Liebe ohne Ende /Baciare | 1/1959 | ARIOLA |
| Nur aus Verseh´n / Ein glückliches Mädchen | 11/1959 | ARIOLA |
| Nick Nack Song / Liebe (Love Is All We Need) | 12/1959 | ARIOLA |
| Capito / Ein bißchen Seligkeit | 2/1960 | ARIOLA |
| Das kann sich alles noch ändern / Cowboy, nimm deinen Hut | 10/1960 | ARIOLA |
| Kleiner Fink / Karussell d'amour | 6/1961 | ARIOLA |
| Wir machen Musik / Ich hab' dich | 10/1961 | ODEON |
| O Polly Ticca / Die piekfeine Lady | 2/1962 | ARIOLA |
| Tino, das liegt am Vino / Tango-Taverne | 8/1962 | ARIOLA |
| Ich möcht auch mal nach Paris / Herzeli | 9/1963 | TELEFUNKEN |
| Was sind schon 50 Jahre / So war es | 11/1964 | ARIOLA |
| Das Leben kann viel schöner sein (mit Bert Beel) | 2003 | Maxi-CD von RUBIN RECORDS |
Frau | Deutscher | Schauspieler | Filmschauspieler | Schlagersänger | Träger des Bundesverdienstkreuzes | Geboren 1921 | Gestorben 2005
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