Am Anfang des 20. Jahrhunderts geriet Korea unter die Herrschaft Japans. 1905 wird Korea japanisches Protektorat und 1910 vollständig von Japan annektiert. Die Annexion endete erst mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945. Damit erlangte Korea jedoch nicht die erhoffte Freiheit, sondern geriet zwischen im aufkommenden Kalten Krieg zwischen die Interessen der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion sowie später der Volksrepublik China. Dies führte zur Gründung zweier verfeindeter Staaten (Nord- und Südkoreas) und zum Koreakrieg.
In Korea wird diese Phase heute als Ilje Sidae (, kor. japanische Imperialismusperiode) oder Ilje Gangjeomgi (, kor. erzwungene Besatzungszeit durch den japanischen Imperialismus) bezeichnet.
Bereits nach der zwangsweisen Öffnung der japanischen Häfen durch US-Schiffe und Einsetzen erster Schritte der Meiji-Reformen gab es in Japan Bestrebungen, sich das Choson-Reich (Korea) untertan zu machen: man wollte ein "Reich gründen wie die europäischen Länder" und Kolonien haben, um gleichrangig zu werden und nicht selbst abhängig zu werden (Inoue Kaoru). Zudem bestand ein gewisses Minderwertigkeitsgefühl gegenüber den kulturell in der Vergangenheit stets überlegenen und befruchtenden Ländern Korea und China, denen man nun die von Europa übernommene Moderne beibringen wollte.
Da lag es nahe, an einen historischen Versuch der Eroberung Koreas im Imjin-Krieg am Ende des 16. Jahrhunderts anzuknüpfen und begierliche Blicke auf das schwache und abgeschottete Land jenseits der japanischen See zu werfen, das strategisch einen idealen Ausgangspunkt für eine weitere Expansion nach China und Russland bot.
Unter der Protektoratsverwaltung übernahmen japanische Beamte Verwaltung und Gerichte und führen japanische Verwaltungsregeln ein, Polizei und Strafvollzug wurden gleichfalls japanisiert, das koreanische Heer wurde aufgelöst und entwaffnet. Im Juni 1910 erhielt die japanische Militärpolizei einen Oberbefehlshaber, der auch die Aufsicht über die zivile Polizei erhielt. Dennoch formiert sich auch gewaltsamer Widerstand gegen die japanische Herrschaft, ausgehend insbesondere von den konfuzianischen Schulen und Jugendgruppen. Es bildet sich aus wenn auch schlecht bewaffneten Widerstandskämpfern eine Freiwilligenarmee, die neben Anschlägen auf Eisenbahnen und Telegrafenstationen auch die japanische Besatzungsarmee in Kampfhandlungen verwickelt, aber letztlich nach Gando nördlich des Yalu (1908 lebten in diesem zwischen China und Korea umstrittenen Gebiet neben 21.000 Chinesen 83.000 Koreaner) ausweicht und bis 1915 dort Widerstand leistet.
Das regionale Ungleichgewicht der Wirtschaftsstruktur führte zu einer Süd-Nord-Wanderung innerhalb Koreas einerseits sowie andererseits zur Emigration vieler Koreaner nach China, Hawaii und Japan.
Nach dem Tod des vorletzten Königs Gojong im Januar 1919 kommt es landesweit zu antijapanischen Unruhen, die in der Erklärung der Unabhängigkeit durch die Bewegung des 1. März gipfeln. Diese werden zwar blutig niedergeschlagen, es gibt 7.909 Tote und ungezählte Verletzte zu beklagen. Durch internationale Proteste sieht sich die Besatzungsmacht zu Zugeständnissen genötigt: so wird im August mit Admiral Saito Makoto ein neuer Generalgouverneur ernannt, sein zweiter Kollege ist Zivilist. Saito spricht sich für den Schutz koreanischer Kultur und Sitten aus und der Wohlfahrt und will dem Glück der Koreaner dienen. Vorübergehend wird wieder die koreanische Sprache als Unterrichtssprache zugelassen und einige Koreaner werden an der Verwaltung des neuen Generalgouverneurs beteiligt. Andererseits werden die (japanische) Polizei massiv um 10.000 Mann und die Präsenz von Japanern insgesamt von 346.000 (1920) auf 424.700 (1925) ausgebaut; 1906 waren nur 39.000 Japaner in Korea, auch 1910 war die Zahl mit 171.543 recht gering, stieg dann aber konstant an: 1930 auf 527.016 und 1935 auf 619.000.
Am 10.4.1919 wird in Shanghai unter Mitwirkung von Syngman Rhee und Kim Gu eine koreanische Exilregierung gegründet. Nur die II. Internationale ergriff mit einer Resolution der Konferenz in Luzern vom 2. - 9. August 1919 Partei für das überfallene koreanische Volk und forderte den Völkerbund auf, Korea als Mitglied aufzunehmen. Am 11. Dezember 1941 erklärte diese Exilregierung Japan den Krieg und kämpfte mit ihrer Koreanischen Restaurationsarmee von China aus mit den Alliierten gegen die japanische Armee.
Die japanische Herrschaft ermöglichte ein Aufweichen zuvor vergleichsweise starrer Gesellschaftsstrukturen, insbesondere eine Veränderung von Geschlechterrollen. Ab 1886, also noch unter der Yi-Dynastie, entstanden – teilweise auf Betreiben ausländischer christlicher Missionare – Mädchenschulen, in denen Schülerinnen westliche Bildung genossen. Hierzu formierte sich 1898 die Gesellschaft Chanyanghoe (). Ab 1910 bot die aus einer Mädchenschule hervorgegangene heutige Ewha Womans University Collegekurse an. Frauen erwirtschafteten eigenes Einkommen und konnten über Bildung und Beruf leichter sozial aufsteigen als unter der Yi-Dynastie. Die Zeitung Maeilsinbo veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 21. Juli 1931 eine Statistik, wonach in der Hauptstadtpräfektur 9.779 männlichen 3.337 weibliche Industriearbeiterinnen gegenüberstanden, die besonders unter den jüngeren Jahrgängen zahlreich waren. In den 1920ern wurden erste Organisationen erwerbstätiger Frauen gegründet, die teilweise regen Zulauf fanden.
Die Japanisierung wurde unterdessen mit aller Macht vorangetrieben: im kulturellen Bereich wird zu Beginn der Besatzung die traditionelle konfuzianische Schulausbildung verboten, hunderte privater Schulen werden geschlossen, koreanische Schulbücher verboten und das japanische Schulsystem eingeführt; die japanische Sprache wird alleinige Unterrichts- und Amtssprache auch in Zeitungen, selbst der häusliche und private Gebrauch des Japanischen durch Überwachung gesichert. Die koreanische Tracht, der Hanbok, wird verboten, ab 1940 werden koreanische Namen zwangsweise japanisiert und schon zuvor der Staats-Shintoismus als Religion eingeführt, das Opfern in den hierfür errichteten Tempeln wird Pflicht; der in Korea übliche Ahnenkult soll damit verdrängt werden, die Kampagne hatte zudem eindeutig anti-christliche Intentionen (zumal viele koreanische Christen sich anders als ihre japanischen Glaubensgenossen gegen jeden Ahnenkult wandten). Zudem wurde der Chinesische Kalender durch den in Japan seit Mitte des 19. Jahrhunderts üblichen gregorianischen Kalender ersetzt.
Erst nach dem Volksaufstand der Bewegung des 1. März erleichterte man die Situation im Pressebereich, sodass im Laufe der zwanziger Jahre die Zahl der koreanischen Zeitungen auf fünf anstieg, darunter die 1920 in Seoul begründeten Tageszeitungen Dong-A Ilbo (Dongailbo, The Eastern Daily) und Chosunilbo (Joseonilbo, The Korean Daily), die aber selbstverständlich unter japanischer Zensur standen. In der ersten Hälfte der 1920er kommt die erste Frauenzeitschrift namens Yeojagye auf den Markt, in den 1930ern folgen moderne Frauenzeitschriften nach japanischen Vorbildern, z. B. Yeoseong des Herausgebers der Chosunilbo.
Im Königspalast Gyeongbokgung wird auf der Mittelachse 1926 ein Palast für den Generalgouverneur fertig gestellt, der nicht nur die Blickachse zwischen Palast und Stadt zerstörte, sondern auch den geomantisch wichtigen Energiestrom vom nördlichen Gebirge Bukhan in die Hauptstadt unterbrach. Den nach der Befreiung als Parlament und Nationalmuseum genutzten Bau riss Süd-Korea am 15. August 1995 mit einem Volksfest ab, genau fünfzig Jahre nach Ende der Besatzung. Im Gelände des Königspalastes Changgyeongung wurde von der japanischen Besatzung ein Zoo eingerichtet.
Die in Korea verbreitete Geomantie, den von China übernommenen Glauben an Feng-Shui-Kräftefelder machte sich die japanische Besatzung zunutze, indem sie an neuralgischen Punkten, insbesondere auf Bergen, Eisenstäbe in den Boden rammte, um so die Widerstandskraft des koreanischen Volkes zu schwächen. Eisenstäbe werden noch heute gesucht und immer wieder entfernt.
Dennoch gibt es immer wieder Widerstände, insbesondere gegen Übergriffe von Besatzungsseite: als am 30. Oktober 1929 junge Japaner sich in Gwangju an koreanische Schülerinnen heranmachen, kommt es zu einem Handgemenge mit Koreanern; als die Koreaner verurteilt werden, die Japaner aber straffrei ausgehen, kommt es zu Unruhen an den Schulen; von den 54.000 beteiligten Schülern werden 1.642 inhaftiert, 2.330 werden vorläufig der Schule verwiesen, 582 müssen endgültig die Schulen verlassen. Zwanzig Jahre nach Beginn der Besatzung zeigt dies den Fehlschlag der japanischen Bemühungen, Korea "gewaltlos" für sich zu gewinnen.
Verstärkt seit Beginn des Zweiten Sino-Japanischen Krieges 1937 und während des anschließenden Zweiten Weltkriegs versuchte die japanische Kolonialmacht unter dem Generalgouverneur Minami, Korea als eigenständige Nation auszulöschen. Den Koreanern wurden ab 1940 japanische Namen aufgezwungen.
Japan nutzte Korea wie gesehen zunächst als militärisches Aufmarschgebiet für den Chinesisch-Japanischen Krieg und den Russisch-Japanischen Krieg um die Jahrhundertwende. Nach Konsolidierung der Kräfteverhältnisse trat die wirtschaftliche Ausbeutung des Landes in den Vordergrund; Bodenschätze hat zwar nur der nördliche Landesteil in nennenswertem Umfang zu bieten. Ziel der Modernisierung Japans war eine Industrialisierung, auch um die landwirtschaftliche Struktur des Landes mit 80% bäuerlicher Bevölkerung zu überwinden. Um diese geplanten Einbußen zu kompensieren, benötigte man Korea als "Kornkammer".
In der Folge wurde die koreanische Landwirtschaft in den dreißiger Jahren zunehmend auf den Anbau von Reis ausgerichtet, während die traditionelle bäuerliche Landwirtschaft mit Gemüse wie Kohl, Rettich, Knoblauch und Frühlingszwiebeln, ein wenig Viehhaltung (zur Selbstversorgung und als Pachtabgaben) und – soweit im wärmeren Süden möglich – Seidenzucht verdrängt wurde. Schon 1919 (Korea hatte etwa 17 Mio Einwohner) wurde 1/6 der koreanischen Reisproduktion (64,7 Mio Reisbüschel) nach Japan exportiert, bevor japanische Planvorgaben die Änderung einleiteten. Die Reisanbauflächen wurden von 3,68 Mio acres (1919) auf 4,29 Mio acres ausgeweitet, während die gesamte landwirtschaftliche Anbaufläche nicht einmal um dieselbe Fläche von 10,8 auf etwas mehr als 11 Mio acres wuchs, die koreanische Bevölkerung aber von 17 auf knapp 23 Mio Personen stieg. Nach diesen Plänen sollte Korea die japanischen Inseln mit dem Reis versorgen, der dort wegen zunehmender Industrialisierung nicht angebaut werden konnte.
Auch ohne dass die Plansolls zur Steigerung des Reisertrags um knapp 75% auch nur ansatzweise erreicht worden wären, wurde der Export nach Japan planmäßig gesteigert. So wurde um 1933 mehr als die Hälfte der koreanischen Ernte nach Japan abgeführt.
Die Reis-Monokulturen führten zudem zu einseitiger wirtschaftlicher Abhängigkeit der Bauern, die bei Missernten oder nur Mindererträgen in Existenznot gerieten, zumal zu den Pachtabgaben Kosten für Dünger und Transport traten. Dies führte zu vielen Hofaufgaben, 1939 betrieben allein 340.000 Haushalte nach Aufgabe ihrer Höfe „Nomadenwirtschaft“ mit Brandrodung in abgelegenen Berggegenden. So (und durch Enteignungen) gelangte nochmals viel Bauernland in japanische Hände.
Auch die koreanische Fischerei wurde von japanischen (Klein-) Unternehmen übernommen, die zu 90.000 jährlich in koreanischen Gewässern fischten; 30.000 von ihnen wurden in Korea sesshaft. Ähnliches gilt für die koreanische Forstwirtschaft.
Durch Transport-, Energieversorgungs- und Kommunikationsnetzwerke erschloss sich der japanische Handel Korea. Diese konnten, soweit nicht zerstört, nach 1945 für koreanische Zwecke genutzt werden. Dies ändert aber nichts am Beweggrund, aus dem sie geschaffen wurden: die Erschließung eines Kolonialreichs im klassisch europäischen Sinn.
Ab 1938 wurden hunderttausende junger Leute beiderlei Geschlecht zwangsweise im Nationalen Arbeitsdienst organisiert, der etwa 750.000 Einheiten umfasste, und mussten – ähnlich den Zwangsarbeitern aus ganz Europa in Deutschland – in Bergwerken und Fabriken Japans die für den Militärdienst benötigten japanischen Männer ersetzen. Dort waren sie in ihrer geringen Freizeit gezwungen, Shinto-Schreine zu besuchen und dort für den Erfolg der geheiligten Mission Japans in Asien und für den Sieg über China zu beten. Am Tag der Kapitulation lebten ca. 2,3 Mio Koreaner in Japan, weit mehr als 30% der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sind koreanische Zwangsarbeiter: 40.000 von 140.000 Toten und 30.000 verstrahlte Opfer.
Die in Korea verbliebene Bevölkerung wurde gleichzeitig in Nachbarschaftstrupps organisiert, die jeweils 10 Haushalte umfassten und für die Besatzungsmacht das Eintreiben der Steuern und anderen Abgaben übernahm. Während so der in Korea angebaute Reis als Naturalabgabe eingetrieben wurde, verteilten diese Nachbarschaftstrupps Gerste und andere mindere Nahrung zur Ernährung an die Bevölkerung. Gleichfalls der Ausbeutung dienen auch regelmäßige Veranstaltungen wie der um 1937 ins Leben gerufene „patriotische Tag“ und der „Tag im Dienste des Aufstiegs Asiens“, die 1939 vereint werden: der erste Tag jeden Monats war der gemeinsamen Fronarbeit der koreanischen Bevölkerung für ihre Besatzer und deren Krieg gewidmet.
Besonders ab 1940 und nochmals verstärkt ab Oktober 1943 verschärft sich das Besatzungsregime: Tausende werden als „Gedankenverbrecher“, „nicht erwünschte Personen“ und „Rebellen“ verurteilt und inhaftiert.
Im Zuge dieser Arbeitsmobilisierung wurden hunderttausende von erfahrenen Arbeitern zur Zwangsarbeit in koreanischen und japanischen Industriezentren verschleppt und später auch zur Musterung gezwungen; etwa 50.000 Koreaner waren – trotz erheblicher Bedenken gegen ihre Zuverlässigkeit und erst nach ausgiebiger Überprüfung von knapp 350.000 Personen – hiervon betroffen. Besonders stark ist der japanische Druck auf die (1943) 6.500 koreanischen Studenten (Ausnahme nur: Medizin und technische Fächer) in Japan, von denen 5.000 in die japanische Armee eingezogen werden; viele flohen und versteckten sich in Korea oder der Mandschurei, die meisten endeten vor dem Militärgericht. Manche der "Freiwilligen" unterzogen sich dem Training und Dienst in der japanischen Armee in der Hoffnung, als trainierte und erfahrene Soldaten“ einem künftigen freien Korea dienen zu können.
Aus Korea – wie aus anderen japanisch kontrollierten Gebieten – wurden viele tausende junger Mädchen und Frauen an die Fronten verschleppt und dort in Soldatenbordellen jahrelang reihenweise vergewaltigt; diese Kriegsopfer wurden euphemistisch Trostfrauen genannt. Sie lebten nach Ende von Krieg und Besatzung häufig in Japan wie in ihrer koreanischen Heimat als Verfemte und Versteckte. Erst Demonstrationen in den 90er Jahren und die Gründung des privaten japanischen Asia Women’s Fund nach Geständnissen ehemaliger japanischer Offiziere machten ihr Schicksal für eine breitere Öffentlichkeit publik. Da die japanische Regierung bis heute nicht nur eine Entschuldigung verweigert, sondern auch die Regierungsarchive nicht öffnet, ist man bei der Beurteilung der Zahlen auf Schätzungen angewiesen, die (insgesamt für ganz Asien) von 50.000 bis 300.000 reichen, von denen ein großer Teil aus Korea stammen soll.
Japan gab sich den Anschein, Korea sei nach einer Staatenunion seit 1910 integraler und dementsprechend gleichberechtigter Bestandteil des japanischen Kaiserreichs. Dennoch gehörte nur ein einziger Koreaner dem japanischen Oberhaus an (1944), im gleichen Jahr wurde ein einziger Koreaner Mitglied des Abgeordnetenhauses. Insgesamt 54 Koreaner gehörten der Verwaltung des Generalgouverneurs in Korea an.
Die Eroberung Nord-Chinas im und nach dem zweiten chinesisch-russischen Krieg schneidet den Nachschub für die Koreanische Freiwilligenarmee ab. Es bleibt nur noch die Möglichkeit zu Attentaten aus dem Untergrund, insbesondere durch die von dem Präsidenten der KPR (seit 1927) Kim Gu 1930 ins Leben gerufenen 시설당 (koreanische patriotische Legion):
Nach 1943 gelingt die Bildung regulärer koreanischer Einheiten, die auf Seiten der Alliierten an der chinesischen Front und im pazifischen Krieg kämpfen; daneben gehören koreanische Emigranten und Deserteuere aus der japanischen Armee als Individuen und Gruppen einzelnen Armeen der Alliierten an, so auch die kommunistischen Gruppen um Kim Il-sung, der als Hauptmann Bataillonskommandeur bei der II. fernöstlichen Armee der Roten Armee war.
Japan kapitulierte am 15. August 1945 nach den Atombombenabwürfen auf Hiroschima und Nagasaki; zur gleichen Zeit besetzte die Rote Armee in Absprache mit den USA den Norden Koreas und richtete dort noch im selben Monat eine sowjetische Zivilverwaltung ein, wohingegen die Amerikaner unter General John R. Hodge erst am 8. September in Incheon landeten und den Süden besetzten. Nach einem Vorschlag Dean Rusks mussten sich alle noch in Korea verbliebenen japanischen Militärangehörigen nördlich des 38. Breitengrads der Roten Armee, südlich desselben der US-Armee ergeben. Beide Besatzungsmächte lehnten eine koreanische Selbstverwaltung ab - die Amerikaner in klarem Widerspruch zum Beschluss der Konferenz von Kairo.
Während das besetzte Japan und der Norden Koreas Zivilverwaltungen unterstellt wurden, errichten die USA in ihrer koreanischen Besatzungszone eine Militärverwaltung. Abe, der am 9. September versucht hatte, sich umzubringen, sich dann aber den Amerikanern ergeben hatte, wurde erst am 12. September 1945 aus seinem Posten als Generalgouverneur entlassen; viele japanische Beamte blieben indes unter der amerikanischen Militärverwaltung bis 1946 im Amt.
Diese Koreanische Volksregierung (KVR) mit Yeo Un-Hyeong als Vizepremier bestand im Süden jedoch nur zwischen dem japanischen Zusammenbruch im August und dem Einsetzen der US-Militärregierung im September. Die US-Regierung verbot die KVR und ihre Strukturen.
Andererseits erkannte sie aber auch die aus dem Exil zurückkehrende KPR (Daehan Min-guk Imsi Jeongbu) mit ihrem Präsidenten Kim Gu nicht als koreanische Vertretung, ihre Delegation wies der US-Oberbefehlshaber Hodge nach seinem Eintreffen zurück. Dennoch spielen die bis zur Gründung der beiden Koreas fortbestehende KPR und Kim Gu eine erhebliche Rolle, Hodge, spielt ihn und den aus dem US-Exil zurückkehrenden Rhee Syngman gegeneinander aus.
Die US-Regierung will die der kommunistischen Infiltration verdächtigen Mitglieder der KVR wie auch nationalistische Kreise von jeder Macht fernhalten. Der Zusammenschluss der beiden Kontrahenten Rhe und Kim vom 14.2.1945 soll dementsprechend die „Kommunisten“ um Yeo Un-Hyeon von der Gründung einer umfassenden nationalen Allianz abhalten, was aber misslingt: die Einigkeit der überparteilichen KPR zerbricht, ihr linker Flügel schließt sich der neuen Linksallianz an. Zudem steht Kim für Ämter in einem nicht selbständigen oder geteilten Korea nicht zur Verfügung.
Hintergrund ist eine dramatische Änderung der Weltlage: die im übrigen spärlichen Erfolge der Moskauer Konferenz, die Streitigkeiten um das persische Aserbeidschan, die Streitigkeiten um China und Korea veranlassten den US-Präsidenten Harry Truman zu seiner berühmten Notiz, die mit dem Satz endete „I’m tired of babying the Sovjets“
und die den Beginn der „Containment“- Politik darstellt, also den Beginn des "Kalten Krieges".
Die Allianz zwischen Rhee und Kim zerbricht an der Frage der Treuhänderschaft und der von der US-Regierung betriebenen Gründung eines südkoreanischen Teilstaates. Der Versuch von Kim Gu, durch innerkoreanische Konferenzen am 25.2.1947 und 20.4.1948 mit Gruppen aus dem Norden unter Kim Il Sung die Entwicklung zur Teilung Koreas aufzuhalten, endet ergebnislos. Nach Wahlen unter UN-Aufsicht in der US-Besatzungszone, an denen sich die linken Gruppierungen nicht beteiligen, wird die Republik Korea (Südkorea) gegründet, die sich in der Nachfolge der Vorläufigen Regierung der Republik Korea (KPR) sieht, während die KDVR (Nordkorea) aus Strukturen der koreanischen Volksregierung (KVR) hervorging, die die sowjetische Verwaltung in ihrem Teil Koreas nicht verboten, sondern beeinflusst und gelenkt hatte.
Das Erbe der Besatzungszeit belastet weiterhin das Verhältnis der beiden koreanischen Staaten – wie auch der übrigen ostasiatischen Länder – zu Japan, zumal weder eine offizielle Entschuldigung bei den überlebenden "Trostfrauen" oder ihre staatliche Entschädigung erfolgte noch eine Entschädigung der Zwangsarbeiter ins Auge gefasst ist. Auch fehlt bislang der Versuch Japans, die eigene Stellung zur Besatzungszeit zu überdenken: weder bereiten gemischte Schulbuch-Kommissionen den wiederholt aufflackernden Streitigkeiten um den revisionistischen Inhalt von Schulbüchern ein Ende noch unterbleiben die die gesamte Region provozierenden Besuche hoher staatlicher Funktionäre im Yasukuni-Schrein, in dem auch der durch den internationalen Gerichtshof verurteilten Haupt-Kriegsverbrecher gedacht wird.
Zudem wird der zwangsverpflichteten koreanischen Soldaten der japanischen Armee zusammen mit diesen Hauptschuldigen u.a. der Annexion Koreas als japanischen Helden im Yasukuni-Schrein gedacht, ohne sie als Opfer dieser Politik zu würdigen. Klagen von Angehörigen auf Entfernung der Namen der Betroffenen blieben auch vor japanischen Gerichten bislang erfolglos.
Demgenüber tritt die gemeinsame Ausrichtung der Fußball-WM 2002 als verbindendes Element zurück: zwar kamen beide Mannschaften auch dank der Unterstützung ihrer Fans unerwartet weit, doch glaubt in Korea kaum jemand, dass bei einem Sieg des koreanischen Teams im Halbfinale über Deutschland japanische Zuschauer ihre asiatischen Nachbarn im Finale unterstützt hätten.
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