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Der Ilinden-Aufstand war eine im Jahr 1903 stattfindende Volksrevolte der in der Region Makedonien lebenden Bevölkerung gegen die türkische Fremdherrschaft.

Geschichte


Nachdem sich im Jahr 1893 in Thessaloniki die Bulgaro-makedonische Freiheitsbewegung VMRO im Untergrund gegründet hatte, nahmen die Aktionen gegen die türkische Militärpräsenz auf dem Balkan zu, darunter auch Sprengstoffattentate, auf die das Osmanische Reich mit blutiger Vergeltung reagierte - so am 13. Februar 1903, als es zu regelrechten Massakern an der makedonischen Bevölkerung kam. Daraufhin beschloss die VMRO, Anfang August einen groß angelegten Aufstand zu wagen, in der Hoffnung, durch ausländische, insbesondere russische Intervention unterstützt zu werden; immerhin war auch der russisch-türkische Krieg von 1877/1878 durch Türkengräuel in Bulgarien ausgelöst worden.

Der Aufstand brach verfrüht am 2. August (gregorianischer Zählung; 20. Juli nach dem julianischen Kalender) im Wilayet Bitola im Südwesten des heutigen Mazedonien aus, dem Elias-Tag (mazedonisch: Ilin-den).

Die Aufständischen waren schlecht bewaffnet und in der Unterzahl: Den 26.000 Aufständischen schickte die türkische Regierung eine Armee von 350.000 Soldaten entgegen; das Eingreifen Russlands blieb aus, da Österreich-Ungarn nicht an der Stärkung des russischen Einflusses auf dem Balkan interessiert war. Angesichts dieser Umstände waren die Anfangserfolge der VMRO beachtlich: In mehreren Ortschaften erlangte sie die Herrschaft, in Kruševo, westlich von Prilep konnte sie sogar die "Republik Kruševo" unter der Präsidentschaft des Schullehrers Nikola Karev ausrufen. Diese hatte freilich nur 10 Tage Bestand. Rund 1.000 Aufständische fielen im Kampf oder wurden hingerichtet, darunter bis heute populäre Figuren wie Goze Deltschew und Pito Guli, andere, wie Piperkata, begingen Selbstmord, um nicht in die Hände der Feinde zu geraten.

Unter den Todesopfern waren auch 5.000 - 15.000 Zivilisten, 200 Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, 12.000 Häuser verbrannt, 70.000 Menschen wurden obdachlos, zehntausende flohen in die benachbarten Ländern u.a. 30.000 nach Bulgarien. Dennoch kam es auch in den Folgejahren immer wieder zu Guerrilla-Aktionen.

Bedeutung


Heute reklamieren sowohl Mazedonien, als auch Bulgarien den Ilinden-Aufstand für sich; tatsächlich erscheint die Zuordnung der Ereignisse zu der einen oder der anderen Seite anachronistisch, da seinerzeit alle Balkanvölker im Kampf gegen die Türkenherrschaft vereint waren, wie wenig später im Balkankrieg von 1912 auch der Balkanbund bewies, auch wenn es unter den Beteiligten damals bereits Rivalitäten gab.

Weiter sind die Vlachen zu erwähnen, da in deren Siedlungszentren die Aufstandsbewegung am heftigsten war. Gerade die kontroverse Wertung des Aufstandes zeigt seine Bedeutung für die Identität und das Freiheitsgefühl der orthodoxen Völker der Region.

Literatur


Aufstand | Geschichte Mazedoniens | Bulgarische Geschichte | 1903

Илинденско-Преображенско въстание | Ilinden-Preobrazhenie Uprising | Илинденско востание | Илиндански устанак

 

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