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Ihmezentrum Ihme.jpg und Nordseite des Ihme-Zentrum]] Das Ihme-Zentrum ist ein großes Wohn- und Geschäftszentrum in Hannover zwischen den Stadtteilen Linden und Calenberger Neustadt. Es liegt direkt östlich am Ufer des namensgebenden Flusses Ihme. Im Norden ist es durch die Spinnereistraße und den Platz "Küchengarten" begrenzt, im Westen durch die Blumenauer Straße. Die Südseite ist in unmittelbarer Nähe des Platzes "Schwarzer Bär" und des Veranstaltungszentrums Capitol.

Geschichte


Konzept

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Das Ihme-Zentrum sollte eines von mehreren hochverdichteten Wohn-, Arbeits- und Einkaufszentren sein, die in den 1960er Jahren für das Stadtgebiet von Hannover geplant waren. Mit diesen Zentren sollte die Innenstadt entlastet und gleichzeitig zentraler Wohnraum geschaffen werden. Das Ihme-Zentrum war das einzige dieser Zentren, das tatsächlich gebaut wurde.

Konzipiert wurde das Ihme-Zentrum als "Stadt in der Stadt", das heißt die meisten für das tägliche Leben nötigen Einrichtungen sollten im Zentrum selbst vorhanden sein. Im Süden und Norden sind etwa 20-stöckige Wohnhochhäuser gebaut, dazwischen befinden sich zwei fünf- bis sechsstöckige Riegel mit Wohnungen. Dazwischen ist eine durchgängige Ladenpassage angeordnet, wobei an den äußeren Enden größere, mehrstöckige Ladengeschäfte für Ankermieter vorgesehen sind während dazwischen kleinere Ladenlokale dominieren. Eine fast das gesamte Zentrum unterkellernde zweistöckige Tiefgarage stellt eine große Zahl von Parkplätzen bereit.

Eine Auflage für das fünfköpfige Architektenteam war, dass jeder Architekt eine eigene Wohnung im Ihme-Zentrum haben musste.

Baudurchführung

2003-06-07.Ihmeplatz.jpg Baubeginn war 1972. Das gesamte Zentrum wurde in einem Guss gebaut, was es zu einer der umfangreichsten Baustellen mit dem größten gegossenen Betonfundament Europas machte. Bis 1975 entstanden eine Verkaufsfläche von 60.000 m² sowie Wohnflächen von 58.300 m² für etwa 860 Wohnungen (etwa 2.400 Personen) und 8.000 m² für etwa 450 Studenten.

Schon während des Baus wurden die Pläne abgespeckt: Das Schwimmbad ist ebensowenig realisiert worden wie der Jachthafen und für die geplante U-Bahnstation gibt es nur Bauvorleistungen in Form bestimmter Säulenanordnungen auf den Parkdecks.

Architektonische Probleme

Das Ihme-Zentrum hat mit mehreren architektonischen Grundproblemen zu kämpfen:

  • Der gesamte Bau ist im Stile des (zur Bauzeit schon als überholt geltenden) Brutalismus gehalten und an vielen Stellen sehr verwinkelt und unübersichtlich.

  • Die Ladenpassage ist nicht durchgängig überdacht, sodass der geneigte Einkäufer bei Regen nass wird. In den 1980er- und 1990er-Jahren ergänzte Dachkonstruktionen konnten das Problem nicht vollständig lösen.

  • Die Nähe zum eigentlich durchaus idyllischen und grünen Ihmeufer wird nicht genutzt: Von der Ladenpassage aus gibt es nur einige zugige Durchgänge auf eine hoch liegende Promenade, die durch keinerlei Restauration oder Möbelierung aufgewertet ist.

  • Am problematischsten ist die selbstgewählte Insellage: Die Hauptverkehrsebene des Ihmezentrums liegt eine Etage über Straßenniveau und ist nur an wenigen Stelle über Treppen, Rolltreppen und -bänder oder Fahrstühle erreichbar. Die "Nullebene" auf Straßenniveau dient ausschließlich Bewirtschaftung und Anlieferung.

Verkaufs- und Wohnflächennutzung

Quasi seit seiner Eröffnung hat das Ihme-Zentrum mit Akzeptanz-Problemen zu kämpfen. Die Ladenzeilen-Ankermieter der Anfangszeit, Kaufhof im Norden und der Lebensmittel-Discounter Huma im Süden, waren nur wenige Jahre vor Ort. Auch einige weitere Discounterketten konnten sich im Süden nicht halten, sodass die dortige zweistöckige Verkaufsfläche seit etwa Mitte der 1990er Jahre leer steht.

Kaufhof wurde durch die hannoversche Filiale des Technikhauses Saturn-Hansa beerbt, die sich wesentlich länger hielt. Nachdem auch dieses Geschäft 2004 ausgezogen ist, gibt es zurzeit keinen reichweitenstarken Kundenmagneten im Ihme-Zentrum, was den Niedergang bei den kleineren Läden nochmals beschleunigt hat.

Einer der letzten publikumsrelevanten Mieter sind die Stadtwerke Hannover AG (enercity), die eines der 20-stöckigen Hochhäuser als Verwaltungsgebäude nutzen. Mitte der 2000er Jahre ist nur noch ein Bruchteil der Ladenflächen vermietet und Eigentumswohnungen sind in Hannover kaum günstiger als im Ihme-Zentrum zu haben. Insbesondere die Rolltreppen und -bänder sind mittlerweile vielfach schon seit Jahren defekt und teilweise mit Holzplatten abgedeckt.

Zukunft


2004-11-13.Ihmezentrum-Nullebene.1322.jpg Seit Anfang der 2000er Jahre befindet sich ein Großteil der (leer stehenden) Ladenflächen in Besitz des Investors Engel. Dieser hatte in der Vergangenheit bereits andere, ähnliche Objekte in Deutschland erfolgreich saniert, u.a. das NordWestZentrum in Frankfurt am Main. Im Ihmezentrum konnten jedoch lange Zeit keine neuen Geschäfte und insbesondere Ankermieter gewonnen werden. Nachdem dies im Jahr 2005 endlich gelungen zu sein scheint, soll 2006 Baubeginn für eine grundlegende Sanierung sein. Herzstück der Pläne ist dabei eine neue, mit viel Glas und hochwertigen Baumaterialen ausgestattete Ladenpassage im Erdgeschoss und damit auf Straßenebene. Das Projekt läuft unter dem Namen Linden-Park und soll voraussichtlich bis Ende 2007 fertiggestellt werden.

Weblinks


Bauwerk (Hannover)

 

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