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Ignatius.jpg Ignatius von Antiochien († ca. 107-110) war wahrscheinlich seit 68 Bischof von Antiochia. Seine genauen Lebensdaten und -umstände sind nicht bekannt. Er führte den Beinamen Theophoros, "der Gott (oder, nach seiner eignen Erklärung, Christus) im Herzen trägt". Sieben seiner Briefe sind überliefert. In einem dieser Briefe verwendet Ignatius erstmals den Begriff des Christentums.

Lebensdaten


Die wesentliche Quelle über Ignatius ist die Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea, die Anfang des 4. Jahrhunderts entstanden ist. Nach der Kirchengeschichte des Eusebius (Buch 3, Kapitel 22 und 36, Vers 15), folgte Ignatius etwa im Jahre 68 n. Chr. Euodius von Antiochien im Amt des Bischofs von Antiochien; Ignatius' Nachfolger war Heros. Er war also 3. Patriarch und Bischof von Antiochien nach dem Apostelfürsten Petrus, der Jesus dreimal vor der Kreuzigung von Jesus verleugnet hat, und Euodius von Antiochien. Die damalige Bedeutung des Bischofamts unterscheidet sich allerdings grundlegend von der modernen.

Weiter berichtet Eusebius (Kirchengeschichte Buch 3, Kapitel 36), dass Ignatius in Antiochia zur Regierungszeit des römischen Kaisers Trajan (98-117 n. Chr.) verhaftet und nach Rom gebracht wurde. Dort sei er im Zirkus von Löwen zerrissen worden. Als traditionelles Todesdatum gilt das Jahr 107; Volkmar setzt seinen Tod dagegen während der Anwesenheit des Trajan in Antiochia im Dezember 115 an. Adolf von Harnack lehnt die Datierung zur Regierungszeit Trajans ab, und nimmt ein Todesdatum von 138 an.

Insgesamt wird Ignatius als kein Missionar angesehen, doch er soll durch seine Art und sein Glaube auch viele Römer zum christl. Glauben animiert haben.

Ignatiusbriefe

Eusebius berichtet weiter, dass Ignatius auf seinem Transport durch Kleinasien mit mehreren Kirchenleitern zusammengetroffen sei und diese in ihrem Glauben ermutigt habe. Weiter habe er vor Irrlehren gewarnt und diese Warnungen auch in den sieben sogenannten Ignatianischen Briefen niedergeschrieben. Es handelt sich dabei um sechs Briefe an Kirchen in Ephesus, Magnesia, Tralles, Rom, Philadelphia und Smyrna sowie einen Brief an Bischof Polykarp von Smyrna. Die ersten vier wurden in Smyrna verfasst, die letzten drei in Troas.

Legenden

Andere Berichte über Ignatius sind späteren Datums und durch keine frühen Dokumente gesichert.

Die kirchliche Tradition sieht Ignatius als Schüler der Apostel Petrus und Johannes und rechnet ihn deshalb zu den apostolischen Vätern.

Die spätere Legende hat Ignatius mit dem kleinen Kind gleichgesetzt, das Jesus Christus in die Mitte der Jünger stellte, als er sie aufforderte, wie die Kinder zu werden. Vom Alter her wäre diese Identifizierung zwar möglich, allerdings entstand diese Tradition so spät (nach 4. Jahrhundert), dass sie keiner historische Überlieferung entsprechen kann.

Ein angeblicher Augenzeugenbericht vom Märtyrertod des Ignatius gilt als Fälschung aus dem 4. oder 5. Jahrhundert. In den gleichen Zeitraum fällt die Entstehung von 13 gefälschten Ignatiusbriefen.

Kirchliche Ehrungen


Ignatius wird in der orthodoxen und katholischen Kirche als Heiliger geehrt. Die Gedächtnistage sind der 17. Oktober und 1. Februar.

Alle Patriarchen von Antiochia - vor allem die syrisch-orthodoxen - tragen zu Ehren des hl. Ignatius von Antiochien den Namen Ignatius, griech. Ignatios, frz. Ignace.

Siehe auch Patriarchat von Antiochia

Heiliger | Märtyrer | Mann | Bischof (2. Jh.) | Bischof (1. Jh.) | Apostolische Väter | Gestorben 107 | Christlicher Orient

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