Idealismus bezeichnet in der Philosophie unterschiedliche Strömungen, die (sehr grob zusammengefasst) gemein haben, dass sie in dem, was erkannt wird, die Idee des Erkennens voraussetzen. Umgangssprachlich ist ein Idealist ein tugendhafter Mensch, der selbstgesetzten Idealen folgt. Dies hat mit der Bedeutung des philosophischen Idealismus jedoch wenig gemein.
Von Platon bis Leibniz, von Fichte und Kant bis Hegel und Schelling, um nur wenige zu nennen, lässt sich in der Philosophiegeschichte ein Weg erkennen, Idealismus philosophisch zu denken.
Gottfried Wilhelm Leibniz greift etwa zwei Jahrtausende später darauf zurück, wenn er sagt, dass Platon (und er) die Seele nicht als Materie begreift. Leibniz ersetzt das mechanische Modell Newtons durch eine organische Dynamik der Monaden, die aufeinander in einer prästabilierten Harmonie abgestimmt sind.
In seiner klassischen Periode setzte Schiller das Programm der ästhetischen Erziehung des Menschen durch den Ausgleich von Verstand und Gefühl um. Er sah im ästhetischen Menschen und im vernünftigen Staat ein Gegenprogramm zur Französischen Revolution wie auch zur zeitgenössischen Politik, in der er nur rohe Kräfte am Werk sah. Ebenso prägte Winckelmann durch seine Schriften über die Nachahmung der Griechischen Werke ein Streben nach idealen Formen. Das Ziel dieses Strebens ist die ästhetische Bildung der Menschen. "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!" sagt Goethe in der Hymne Das Göttliche.
Der Schriftsteller Bertolt Brecht persifliert diesen Idealismus in dem Gedicht "Erinnerungen an Marie A." (erste Strophe):
In einem absoluten (von Schelling sogar gegen Kant als Objektiver Idealismus bezeichneten) Idealismus wurde in der deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts versucht den subjektiven Idealismus, der eine Subjekt-Objekt-Spaltung beinhaltet zu überwinden. Hegel hebt in seiner Dialektik diesen Dualismus an und für sich auf. Die geistige Welt der Ideen und die materielle objektive Welt der Fakten und Gegenstände werden zu einer Einheit durch den geschichtlichen Begriff der Vernunft. Der Idealismus hebt dadurch quasi sich selbst in die Realität auf.
Max Stirner kritisiert wiederum an Feuerbach, dass er "nur den Materialismus seiner »neuen Philosophie« mit dem bisherigen Eigentum des Idealismus, der »absoluten Philosophie«, zu bekleiden" wußte.
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