Die Iberer waren eine Volks- oder Stammesgruppe, die die Iberische Halbinsel, zeitweise auch Gebiete außerhalb derselben, bewohnten.
Quellen
Der römische Geschichtsschreiber
Marcus Terentius Varro (
Plinius der Ältere Nat. Hist. III, I, 8) berichtet, Spanien sei nacheinander von den Iberern, Persern, Phöniziern, Kelten und Karthagern besiedelt worden.
Forschungsgeschichte
Der französische Archäologe
Louis Siret setzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Produzenten neolithischer Funde in Südostspanien mit den Iberern gleich, wobei er sich vermutlich auf die Angaben Varros stützte.
Sprache
Die Iberer gelten nicht als Indoeuropäer bzw.
Indogermanen und hatten demnach auch eine Sprache, die keiner der
Indoeuropäischen Sprachen ähnelt. Vermutungen, sie seien als Volk oder Sprachgruppe mit den
Basken verwandt, haben sich bislang nicht erhärten lassen.
Zum Ursprung der Iberer gibt es eine Reihe von Vermutungen: Eine Meinung ist, sie seien im
Neolithikum von
Nordafrika eingewandert, eine andere Ansicht betrachtet sie als Teil der Ureinwohner
Europas.
Geschichte
Die Iberer traten etwa
1000 v. Chr. erstmals in Erscheinung und hatten seit
800 v. Chr. mit den
Phöniziern und
Griechen Handelskontakte, bei denen das auf der Iberischen Halbinsel vorkommende
Silber ein begehrtes Produkt war. Diese bis ins 5. vorchristliche Jahrhundert reichende Periode des Handels stellt gleichzeitig die Blütezeit der iberischen Kultur dar. Sie ist durch zahlreiche
archäologische Funde nachgewiesen. (siehe etwa die Ausstellung in der
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland *)
Unterschieden werden die Ligurer und die eigentlichen Iberer. Erstere sind aus dem Osten der Iberischen Halbinsel sowie aus Gallien bekannt, letztere siedelten im Süden und Westen der Iberischen Halbinsel. Im 5. und 4. vorchristlichen Jahrhundert wanderten Kelten nach Westen und verdrängten die Ligurer, während die Iberer im heutigen Spanien ihre Eigenständigkeit bewahrten oder sich mit ihnen vermischten (Keltiberer). Aus dieser Zeit stammen die Stammeseinteilungen in Keltiberer, Lusitaner (heutiges Portugal), Asturer und Cantabrer (Nord-West-Spanien) sowie Turdetaner (bei Tartessos).
Danach traten die Iberer zur Zeit der Punischen Kriege ins Weltgeschehen, als sie erst von Karthago, dann vom römischen Reich militärisch bedrängt und letztendlich besetzt wurden. Die folgende Romanisierung bedeutete das Ende einer eigenständigen Kultur oder Politik.
Nach dem Untergang des römischen Reiches endete die Epoche der Iberer endgültig mit dem Einfall der Wandalen (406), der Westgoten (415) und schließlich der Mauren (712).
Literatur
- Michael Kunst, Zambujal. Madrider Beiträge 5 (Mainz 1987), 9-17 zur Geschichte des Begriffs "Iberer" in der spanischen Archäologie.
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