Iaidō (jap. 居合道 / ausgesprochen „I-ai-do“ ) ist der japanische „Weg des Schwertziehens“ und gehört zum großen Bereich der Budō-Disziplinen. Es ist aus der Kampfkunst der alten Kriegerkaste Japans, der Samurai, entstanden. Synonyme zum Iai-do sind „batto“, „iai-nuki“.
In der siebten Generation der Nachfolger war Hasegawa Mondonosuke Eishin. Er ist der Gründer des Stils „Musō Jikiden Eishin Ryū“. Es wird gesagt, dass er zuerst das Schwert mit der Schneide nach oben im Obi trug.
Mit dem 11. Großmeister kommt es zu einer Spaltung in der Tradition, wobei Musō Jikiden Eishin Ryū dem einen Zweig (Tanimura-ha) folgt, und aus dem anderen (Shimomura-ha) später Musō Shinden Ryū (夢想神伝流) entsteht.
Also in etwa der Weg des ganz Dabei-Seins.
Die älteste Bezeichnung für Iaidō, Battōjutsu, heißt wörtlich die „Kunst des Schwertziehens“. Das kommt daher, dass das Ziehen und der erste Schnitt eine Bewegung sind. Bei entsprechender Ausführung des Bewegungsablaufes konnte der erste Schnitt auch schon tödlich sein. Das konzentriert den Zweikampf auf einen Moment, einen Schnitt. Daraus ist zu verstehen, dass die mentale Stärke des Samurai als kampfentscheidend angesehen wurde.
Eine spätere Bezeichnung war Iaijutsu. In den 1960er-Jahren nahmen viele Kampfsportarten das -dō an Stelle des -jutsu in ihren Namen auf, um damit die geistige Seite des Übens gegenüber der reinen Technik aufzuwerten. So kam es zur heute üblichen Bezeichnung: Iaidō.
Anfänger beginnen mit einem Holzschwert (Bokuto oder Bokken), um die körperlichen Bewegungsabläufe zu erlernen, ohne in Gefahr zu laufen, sich mit der Klinge selbst zu schneiden.
Fortgeschrittene üben in der traditionellen Kleidung (Hakama und Keiko-Gi) und benutzen dann ein Iaito, ein Übungsschwert, um die korrekte beidhändige Handhabung des Ziehens (nuki) und des Zurückführens (noto) zu erlernen. Diese Iaito haben eine stumpfe Klinge aus einer relativ weichen Metalllegierung mit vollständiger Griffmontierung und Saya; sie entsprechen in Form und Gewicht weitgehend einem echten Katana.
Nach Entscheidung des Lehrers wird dann später der erfahrene Übende nur noch mit einem Shin-Ken („echtes Schwert“ mit scharfer Schneide) üben. In Japan ist das nach Erreichen des Shodan (erste Stufe) normal, im Westen wird die Angelegenheit unterschiedlich gehandhabt. Grundsätzlich soll man dann bereits in der Handhabe so erfahren und verantwortungsbewusst sein, dass man keine Gefahr mehr für sich oder andere Übende darstellt.
Geübt wird Iaidō in Form von Kata, wobei jede Kata-Form ein spezieller Ausschnitt aus einer realen Schwertkampfsituation ist. Übliche Struktur einer Kata:
Iai wird hauptsächlich allein ausgeführt. Jedoch um Aspekte des Abstandes (Maai) und des Bewegungsablauf-Tempos zu erlernen, werden Partnerübungen mit einem oder mit bis zu vier Gegnern durchgeführt. Zumeist wird das aus Sicherheitsgründen mit dem Bokuto ausgeführt. Eine fortgeschrittene Form des Iai ist das „tachi uchi no kurai“, bei der zwei Übende in festgelegten, kontrollierten Kata mit „echten“ Schwertern üben.
Das Ziel beim Iaidō ist, sich auf die exakte und sichere Ausführung der Kata zu konzentrieren, es zu harmonisieren. Ursprünglich wurden die vielfältigen Formen geübt, um körperlich jeder Gefechtssituation gewachsen zu sein und angemessen zu reagieren. Es wird gelehrt, dass die Meisterschaft erreicht wäre, wenn man die Situation gewinnt - ohne das Schwert zu ziehen. Das erfordert eine starke Persönlichkeit und ein sicheres Auftreten nach langjähriger Erfahrung.
Musō Jikiden Eishin Ryū (無双直伝英信流; dt. „die unvergleichliche, unmittelbare Lehre der Eishin-Schule“) wurde von Hasegawa Mondonosuke Eishin (17./18. Jh.) gegründet. Sie ist die mitgliederstärkste der im Zen Nihon Iaidō Renmei zusammengeschlossenen Schulen. Die weiteren sind: Mugai Ryū, Shindo Munen Ryū, Suio Ryū und Hoki Ryū.
Musō Shinden Ryū (夢想神伝流; dt. „die im Traum durch göttliche Unterweisung entstandene Schule“) wurde von Nakayama Hakudō (1869 bis 1958) gegründet. Er war ein anerkannter Großmeister des Musō Jikiden Ryū, der später seine eigene Interpretation lehrte. Erst nach seinem Tod wurde der Stil von seinen Schülern als Musō Shinden Ryū benannt.
Grundsätzliche Bewegungsabläufe verschiedener Schulen sind vom alljapanischen Kendō-Verband „Zen Nihon Kendō Renmei“ zu einer sog. „Seitei Iai“ geformt worden. Die beinhalteten 12 Kata aus mehreren traditionellen Ryū sollen Iaidō- und Kendō-Anfängern als eine Art Grundschule die Handhabung und das Verständnis des Schwertes lehren. Die Seitei Iai wird manchmal auch in den traditionellen Ryū gelehrt, bevor die überlieferten Formen geübt werden.
Traditionelle Iai-Schulen haben jedoch mit "Seitei Iai" überhaupt nichts zu tun, sie unterrichten ihre eigenen Techniken und stellen ein geschlossenes, eigenes System dar.
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