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Die Industrial Workers of the World (IWW, oft auch als Wobblies bezeichnet) sind eine weltweite Gewerkschaft, die jedoch kaum Einfluss außerhalb der USA und Australien hat. Die IWW hatte anfangs Elemente des Anarchosyndikalismus übernommen, aber zu den Mitgliedern zählten nicht nur Anarchist/innen, sondern auch Marxist/innen und andere Menschen. Sie sieht sich als die "One Big Union", die Gewerkschaft der gesamten arbeitenden Klasse. Auch in Deutschland existieren seit einiger Zeit vereinzelte IWW-Gruppen, so in Frankfurt/Main und Köln *.

Geschichte


Gegründet am 27. Juni 1905 in Chicago von Sozialisten und militanten Arbeiterführern, in Anwesenheit der bekannten Aktivistin Mother Jones, unterschied sich diese Gewerkschaft in zwei Punkten wesentlich von den bis dahin verbreiteten Organisationen.

Zum einen organisierte sie insbesondere die von der traditionellen Arbeiterbewegung vernachlässigten gesellschaftlichen Gruppen: Frauen, ungelernte Arbeiter/innen, Wanderarbeiter/innen, Asiat/innen und Afroamerikaner/innen.

  • Präambel der "Industrial Workers of the World - IWW" (von 1905):
"Die arbeitende Klasse und die ausbeutende Klasse haben nichts gemeinsam. Es kann keinen Frieden geben, solange Hunger und Not unter Millionen der Arbeitenden zu finden ist und die wenigen, aus denen die ausbeutende Klasse besteht, alle guten Dinge des Lebens besitzen.

Zwischen diesen Klassen muss der Kampf weitergehen bis die Arbeiter der Welt sich als eine Klasse organisieren, die Erde und die Produktionsmittel in Besitz nehmen, und das Lohnsystem abgeschafft ist.

Wir meinen, dass die Zentralisierung des Managements der Industrie in immer weniger Händen die Gewerkschaften unfähig machen, mit der immer größeren Macht der ausbeutenden Klasse mitzuhalten. Die Gewerkschaften fördern eine Lage, in der eine Gruppe von Arbeitern gegen eine andere Gruppe Arbeiter in der selben Industrie gegeneinander in Lohnkämpfen ausgespielt werden. Außerdem verleiten die Gewerkschaften die Arbeiter zu glauben, dass die arbeitende Klasse gemeinsame Interessen mit ihren Arbeitgebern haben.

Diese Verhältnisse lassen sich ändern. Und das Interesse der arbeitenden Klasse kann nur von einer Organisation verteidigt werden, die so aufgebaut ist, dass alle Beschäftigten einer Industrie, oder wenn nötig, aller Industrien, aufhören zu arbeiten wann immer irgendwo ein Streik oder eine Aussperrung stattfindet. Ein Unrecht an einem ist ein Unrecht an allen.

Statt des konservativen Mottos: >Ein fairer Lohn für gute Arbeit< müssen wir auf unsere Fahne die revolutionäre Losung: >Abschaffung des Lohnsystems< schreiben.

Der historische Auftrag der Arbeiterklasse ist die Abschaffung des Kapitalismus. Die Lohnarbeiter müssen sich nicht nur für tägliche Kämpfe mit Kapitalisten organisieren, sondern auch für die Weiterführung der Produktion nachdem der Kapitalismus endlich überwunden ist. Indem wir uns industriell organisieren, formen wir die Strukturen der neuen Gesellschaft in der Schale der alten." (IWW-Präambel von 1905 und 100 Jahre später, 2005 gilt die Präambel immer noch).

Zum anderen sah die IWW Direkte Aktionen stets als wichtiges Mittel im Arbeitskampf. Die Gewerkschaft war in den USA an einigen spektakulären Streiks anfang des 20. Jahrhunderts beteiligt. Zunehmende Repression im ersten Weltkrieg und der wachsende Einfluss der Kommunistischen Partei der USA ließen sie ab den 1920ern nach mehreren Spaltungen bedeutungslos werden. Eines der prominentesten Mitglieder war Joe Hill, auch bekannt unter dem seinem Geburtsnamen Joel Emmanuel Hägglund oder unter dem Namen Joseph Hillström (geboren am 7. Oktober 1879 in Gävle/Schweden; ermordet am 19. November 1925 in Salt Lake City/USA), von dem zahlreiche Folksongs stammen.

Auf ihrem Höhepunkt 1923 hatte die IWW 100.000 Mitglieder. Nach 1924 ging die Mitgliederzahl aufgrund massiver staatlicher Repression und interner Konflikte erheblich zurück. Heute hat die IWW etwa 2.000 Mitglieder weltweit, aber die Mitgliederzahlen scheinen - nach eigenen Angaben - wieder anzusteigen. Neben Joe Hill und Mother Jones, zählen zu den bekanntern Persönlichkeiten, die Mitglieder der IWW waren oder sind: Elizabeth Gurley Flynn, Joseph Ettor, Ben Fletcher,Ricardo Flores Magon, Ralph Chaplin, Big Bill Haywood, Frank Little, Paul Mattick, Gary Snyder, Carlos Cortez, Fred Thompson, Judi Bari, Utah Phillips und Noam Chomsky.

Literatur


  • Gisela Bock: Die andere Arbeiterbewegung in den USA von 1909-1922. Die IWW - The Industrial Workers of the World. Trikont Verlag, München 1976. ISBN 388167005X
  • Paul Buhle, Nicole Schulman: WOBBLIES! A Graphic History of the Industrial Workers of the World. Verso, London 2005. ISBN 1-84467-525-4.
  • Joyce L. Kornbluh: Rebel Voices. An IWW Anthology. Charles H. Kerr Publishing Company, Chicago 1988. ISBN 088286-120-4.
  • Augustin Souchy: Schreckensherrschaft in Amerika. Impuls Verlag, Bremen 1977. ISBN 3-921833-03-5
  • Louis Adamic: Dynamit. Geschichte der Klassenkampfs in den USA (1880-1930). Trikont Verlag, München 1974. ISBN 3-920385-66-7
  • Daniel Guérin: Die amerikanische Arbeiterbewegung 1867-1967. Suhrkamp, Frankfurt 1970.
  • Austin Lewis: Das militante Proletariat. Chicago 1911. (PDF)
  • Daniel Rosenberg: Die IWW und die Organisierung asiatischer ArbeiterInnen im frühen 20. Jahrhundert. In: Labour History. Routledge, Basingstoke 36.1995,1.
  • Jörg Auberg: Geschichte der IWW. Wobbly Rebell - die Geschichte der wiederentdeckten 'Schwarzen Katze'. in: Schwarzer Faden. Trotzdem-Verl., Grafenau 4.1987,26 u. 3.1988,28. .

Weblinks


Gewerkschaft | Gewerkschaft (Vereinigte Staaten) | Arbeiterbewegung | Sozialismus | Revolutionärer Syndikalismus | Basisgewerkschaft

Industrial Workers of the World | IWW | Industrial Workers of the World | IWW | 世界産業労働組合 | 세계산업노동자 | Industrial Workers of the World

 

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