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ISS_Aug2005.jpg]] Die Internationale Raumstation (engl. International Space Station, ISS) ist eine in internationaler Kooperation entstehende große Raumstation. Früher war sie auch unter der Bezeichnung Alpha bekannt, doch nach dem Beitritt Russlands zum Projekt wurde dieser Name verworfen, da er aus der Sicht der Russen eine Pionierleistung suggerierte und die früheren sowjetischen Raumstationen nicht berücksichtigte.

Die ISS befindet sich seit 1998 im Bau, hat nach Abschluss des Aufbaus maximale Abmessungen von etwa 110 x 90 x 80 Metern und kreist in ca. 350 km Höhe mit einer Bahnneigung von 51,6°. Auf der Website Heavens-Above (siehe Weblinks) kann man die Position der ISS für einen beliebigen Zeitpunkt (und ihre Position am Himmel für beliebige Beobachtungsorte) berechnen lassen.

Im Gegensatz zu zeitlich begrenzten Raumflügen, auf denen die Zeit gemäß Mission Elapsed Time (MET) gemessen wird, gilt auf der Raumstation die Zeit nach UTC / GMT.

Am Bau der Raumstation ist neben der amerikanischen NASA, Russland, Japan, Brasilien und Kanada auch die ESA beteiligt. Allerdings nehmen nicht alle Mitglieder der ESA an dem ISS-Programm teil – Großbritannien, Irland, Portugal, Österreich und Finnland beteiligten sich von Anfang an nicht, und Griechenland trat der ESA erst später bei. Wegen der weltweiten Kooperation und der umfangreichen Investitionen kann die ISS als das größte zivile internationale Projekt der Geschichte bezeichnet werden. Dies hat besonders nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Beitritt Russlands zum Projekt einen bedeutenden Symbolwert.

Wechselnde Besatzung der ISS


Zwischen November 2000 und April 2003 war die Station, obwohl noch nicht völlig fertiggestellt, permanent mit einer dreiköpfigen Besatzung bewohnt. Nach einer Verweildauer von jeweils fünf bis sieben Monaten wurde die Besatzung von einer neuen abgelöst.

Nach dem Unglück des Space Shuttles Columbia am 1. Februar 2003 wurde die Besatzung der ISS ab der ISS-Expedition 7 aus Versorgungsgründen auf zwei Personen reduziert. Da die Space-Shuttle-Flüge erst seit dem 26. Juli 2005 wieder aufgenommen werden konnten, wurde der weitere Ausbau der ISS vorläufig gestoppt, lediglich die Versorgung der Station durch russische und auch europäische (ab 2007) und japanische (ab 2008) Versorgungsschiffe wird sichergestellt. Nach dem NASA-Planungsstand vom Juli 2004 wird die Fertigstellung der Station mindestens bis 2010 dauern.

Am 25. Juni 2004 musste die Besatzung einen Weltraumausflug nach 14 Minuten abbrechen, weil es zu technischen Problemen bei der Sauerstoffversorgung am Raumanzug eines der Astronauten kam.

Am 28. April 2005 gab die ESA bekannt, dass der Deutsche Thomas Reiter der erste ESA-Astronaut werden soll, der eine Langzeitmission auf der ISS absolviert. Bisher hatten sich ESA-Astronauten stets nur für wenige Tage auf der ISS aufgehalten. Reiter ist am 6. Juli 2006 mit der Shuttle-Mission STS-121 an der Raumstation eingetroffen und wird voraussichtlich sechs bis sieben Monate später mit STS-116 zurückkehren.

Endausbau


Iss_nach_fertigstellung.jpg Die ISS soll in ihrem Endausbau mit 107 Metern Spannweite der Solarmodule, 80 Metern Länge und 500 Tonnen Masse die größte Raumstation sein, die bisher gebaut wurde. Derzeit (Juli 2005) beträgt die Masse der ISS rund 183 Tonnen. Bereits jetzt ist die Station das größte und leuchtstärkste künstliche Objekt im Erdorbit, sie erreicht scheinbare Helligkeiten bis zu -1 mag, d.h. sie erscheint unter günstigen Bedingungen von der Erde aus etwa ebenso hell wie der hellste Stern, Sirius.

Neben der eigentlichen Raumstation sollen zu dem Komplex noch ein Personentransportsystem (CTV), ein kleines europäisches Raumschiff (Inspector) und mehrere Rettungsfahrzeuge (CRV) gehören. Die Station wird je nach Bedarf durch Space Shuttles, die russischen Sojus und Progress und in Zukunft auch den japanischen HTV versorgt. Auch Europa startet mit der Ariane 5 und dem ATV ein großes unbemanntes Frachtschiff, das vermutlich ab 2007 einmal jährlich fliegen soll.

Was das Projekt insgesamt kosten wird, ist umstritten. Nachdem die NASA beim Anfangsbetrag von 40 Milliarden US-Dollar diverse Korrekturen nach oben vornehmen musste, gibt sie heute keine neuen Kostenschätzungen mehr heraus. Sigmar Wittig, Vorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), schätzte die Gesamtkosten auf etwa 100 Milliarden Dollar. Folgende Module wurden bereits installiert oder sind geplant:

Modul Beschreibung Flug Startdatum Länge (m) Ø (m) Masse (kg)
Sarja - Functional Cargo Block (FGB) Russisches Fracht- und Kontrollmodul 1A/R – Proton-K 20. Nov 1998 12,60 4,10 19.323
Unity - Node 1 Verbindungsknoten 2A – STS-88 4. Dez 1998 5,49 4,57 11.612
Swesda Wohnmodul 1R – Proton-K 12. Juli 2000 13,10 4,15 19.050
Z1 - Integrated Truss Zenit 1 Gitterstruktur 3A – STS-92 11. Okt 2000 4,90 4,20 8.755
P6 - Integrated Truss Portside 6 Gitterstruktur und Solarmodul 4A – STS-97 30.Nov 2000 73,20 10,70 15.900
Destiny Labormodul der USA 5A – STS-98 17. Feb 2001 8,53 4,27 14.515
Canadarm2 Kanadischer Robotergreifarm 6A – STS-100 19. April 2001 17,60 0,35 4.899
Quest - Joint Airlock Luftschleuse 7A – STS-104 12. Juli 2001 5,50 4,00 6.064
Pirs - Docking Compartment 1 Andockmodul und Luftschleuse 4R – Sojus-U 14. Aug 2001 4,10 2,60 3.900
S0 - Integrated Truss Starboard 0 Gitterstruktur 8A – STS-110 8. April 2002 13,40 4,60 13.970
S1 - Integrated Truss Starboard 1 Gitterstruktur 9A – STS-112 7. Okt 2002 13,70 3,90 12.598
P1 - Integrated Truss Portside 1 Gitterstruktur 11A – STS-113 23. Nov 2002 13,70 3,90 12.598
P3/4 - Integrated Truss Portside 3/4 Solarmodul 12A – STS-115 geplant 2006 73,20 10,70 15.900
P5 - Integrated Truss Portside 5 Gitterstruktur 12A.1 – STS-116 geplant 2006 13,70 3,90 12.598
S3/4 - Integrated Truss Starboard 3/4 Solarmodul 13A – STS-117 geplant 2007 73,20 10,70 15.900
S5 - Integrated Truss Starboard 5 Gitterstruktur 13A.1 – STS-118 geplant 2007 13,70 3,90 12.598
Node 2 Verbindungsknoten (Fertigung in Europa) 10A – STS-120 geplant 2007 6,10 4,20 13.608
Columbus-Raumlabor Europäisches Labormodul 1E – STS-122 geplant 2007 6,87 4,49 19.300
Experiment Logistics Module (ELM)
und Canada Hand
Unter Druck stehender Teil des japanischen Japanese Experiment Module (JEM) Kibo und zweiarmiger, kanadischer Roboter 1J/A – STS-123 geplant 2007 3,90 4,40 4.200
Pressurized Module (PM) Teil des japanischen JEM Kibo 1J – STS-124 geplant 2007 11,20 4,40 15.900
S6 Truss Solarmodul 15A – STS-119 geplant 2008 73,20 10,70 15.900
Multipurpose Laboratory Module (MLM)
mit dem European Robotic Arm (ERA)
Russisches Fracht- und Labormodul und europäischer Roboterarm 3R – Proton-M geplant 2008 13,00 4,10 20.300
Exposed Facility (EF) Teil des japanischen JEM Kibo 2J/A geplant 2008 - - -
Node 3 und Cupola Verbindungsknoten und Aussichtsmodul der USA (beide in Europa gefertigt) 20A geplant 2009 1,50 2,95 1.880

Technische Daten zur ISS


ISS June 1999.jpg

  • Maße im Endausbau:
    • Spannweite: 108,6 m
    • Länge: 79,9 m
    • Tiefe: 88 m
    • Rauminhalt: 1.140 m3
    • Masse: 450 t
  • Umlaufbahn:
    • Flughöhe: ca. 360 km über NN
    • Umlaufbahn: 51,6 Grad Neigung/Äquator
    • Erdumlauf: 90 Minuten
    • Relativgeschwindigkeit: 29.000 km/h
  • Energieversorgung im Endausbau:
    • Elektrische Leistung: 110 Kilowatt
    • Solarzellenfläche: 4.500 m2

Aufbauchronik und Besatzungen



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Startdatum Flug
20. November 1998 1A/R – Sarja (FGB - Fracht- und Kontrollmodul)
4. Dezember 1998 2A – Unity (Verbindungsknoten) mit STS-88
27. Mai 1999 2A.1 – Logistikflug mit STS-96
19. Mai 2000 2A.2a – Wartungsflug mit STS-101
12. Juli 2000 1R – Swesda (Wohnmodul)
8. September 2000 2A.2b – Logistikflug mit STS-106
11. Oktober 2000 3A – Z1 Truss (Gitterstruktur) mit STS-92
31. Oktober 2000 2R – Sojus TM-31 mit der ISS-Expedition 1
30. November 2000 4A – P6 Integrated Truss (Solarmodul) mit STS-97
7. Februar 2001 5A – Destiny (Labormodul) mit STS-98
8. März 2001 5A.1 – Logistikflug und ISS-Expedition 2 mit STS-102
19. April 2001 6A – Canadarm2 (Robotergreifarm) mit STS-100
12. Juli 2001 7A – Joint Airlock Quest (Luftschleuse) mit STS-104
10. August 2001 7A.1 – Logistikflug und ISS-Expedition 3 mit STS-105
14. September 2001 4R – Pirs Docking Compartment 1 (Andockmodul und Luftschleuse)
5. Dezember 2001 UF-1 – Logistikflug und ISS-Expedition 4 mit STS-108
8. April 2002 8A – S0 Truss (Gitterstruktur) mit STS-110
5. Juni 2002 UF-2 – Logistikflug und ISS-Expedition 5 mit STS-111
7. Oktober 2002 9A – S1 Truss (Gitterstruktur) mit STS-112
23. November 2002 11A – P1 Truss (Gitterstruktur) und ISS-Expedition 6 mit STS-113
26. April 2003 6S – Sojus TMA-2 mit ISS-Expedition 7
18. Oktober 2003 7S – Sojus TMA-3 mit ISS-Expedition 8
19. April 2004 8S – Sojus TMA-4 mit ISS-Expedition 9
13. Oktober 2004 9S – Sojus TMA-5 mit ISS-Expedition 10
15. April 2005 10S – Sojus TMA-6 mit ISS-Expedition 11
1. Oktober 2005 11S – Sojus TMA-7 mit ISS-Expedition 12
30. März 2006 12S – Sojus TMA-8 mit ISS-Expedition 13
4. Juli 2006 Return to Flight-Testflug / Serviceflug – Discovery mit STS-121

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