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Die internationale Norm ISO 646 definiert das sogenannte IA5, d.h. Internationale Alphabet Nr. 5, einen Zeichensatz zur Übermittlung und Speicherung von Daten. IA5 entspricht weitgehend dem US-amerikanischen ASCII, dient aber auch als IRV (Internationale Referenz-Version) für standardisierte nationale Varianten des IA5. Diese nationalen Varianten wurden auf älteren Computersystemen (vor-PC) häufig genutzt, um z. B. deutsche Umlaute darzustellen. ISO-646 war z.B. auf dem Apple II und in CP/M-Computern die übliche Methode, nichtenglische Sonderzeichen darzustellen.

Jedes Zeichen bzw. Kontrollzeichen in IA5 wird genau wie in ASCII mit 7 Bit kodiert. Der Zeichensatz umfasst Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern, Interpunktionszeichen und in den unteren 32 Stellen Zeichen zur Steuerung von Datenkommunikation oder von Ausgabegeräten.

IA5 wurde 1963 von der ISO als Norm IS 646 und gleichzeitig von CCITT als Empfehlung V.3 beschlossen. Das CCITT hat die Empfehlung V.3 im Jahr 1984 überarbeitet und neu als T.50 verabschiedet. IA1 ist das Morsealphabet, IA2 der in 5 Bits kodierte Zeichensatz von Fernschreibern.

Für die nationalen Versionen sind 12 Positionen im Zeichensatz für national definierte Zeichen freigegeben. Die deutsche Variante ist in DIN 66003 festgelegt und ist als Variante 21 registriert; sie nutzt sieben der nationalen Positionen für große und kleine Umlaute und das ß, welche z.B. die eckigen und geschweiften Klammern von ASCII ersetzen. US-ASCII ist laut Norm die nationale Version Nr. 6, aber in der Praxis ist US-ASCII die internationale Version, aufgrund ihrer Unterstützung durch die Computerhersteller in aller Welt. Die so gut wie nie verwendete offizielle internationale Version enthält nicht das *], da die Sowjetunion sonst ihre Zustimmung zu der Norm verweigert hätte.

Die nationalen Versionen in ISO 646 wurden ab den 1980er Jahren in der Praxis durch den de facto-Standard der 8-Bit-MS-DOS-Codepages des IBM-PC und durch die ebenfalls achtbittigen ISO 8859-Zeichensätze abgelöst -- letztere werden z. B. in Linux und MS-Windows verwendet. Alle diese Standards beruhen anders als die nationalen Versionen von ISO 646 auf dem unveränderten ASCII-Zeichensatz Die zusätzlich benötigten Zeichen ersetzen nicht länger ASCII-Zeichen, sondern werden zu diesen hinzugefügt. Dadurch wurde die Austauschbarkeit von Daten zwischen Rechnern verschiedener Länder vereinfacht; auch für Programmierer außerhalb der USA wurde das Leben leichter, da viele der in der ISO-646-Norm zum Ersetzten freigegebenen Zeichen des US-ASCII, die in den anderen ISO-646-Varianten ja somit teilweise oder völlig fehlen, häufig in vielen Programmiersprachen vorkommen.

Inzwischen müssen diese 8-Bit-Zeichensätze wiederum allmählich dem Unicode weichen.

Man beachte die Beziehung der Nummern der Normen ISO 646 für das IA5 und ISO 10646 für UCS bzw. Unicode.


Einige nationale Varianten von ISO 646

{|
! Zeichenposition: 23 24 40 5B 5C 5D 5E 60 7B 7C 7D 7E
- ISO 646-IRV # ¤ @ \ ^ ` { > } ~
- Deutschland # $ § Ä Ö Ü ^ ` ä ö ü ß
- Schweiz ù $ à é ç ê î ô ä ö ü û
- USA (ASCII) # $ @ \ ^ ` { > } ~
- Großbritannien £ $ @ \ ^ ` { > } ~
- Frankreich £ $ à ° ç § ^ ` é ù è ¨
- Kanada # $ à â ç ê î ô é ù è û
- Finnland # $ @ Ä Ö Å Ü é ä ö å ü
- Norwegen # $ @ Æ Ø Å ^ ` æ ø å ~
- Schweden # $ É Ä Ö Å Ü é ä ö å ü
- Italien £ $ § ° ç é ^ ù à ò ù ì
- Niederlande £ $ ¾ ÿ ½ > ^ ` ¨ ƒ ¼ ´
- Spanien £ $ § ¡ Ñ ¿ ^ ` ° ñ ç ~
- Portugal # $ @ Ã Ç Õ ^ ` ã ç õ ~
-

ISO-Standard | Zeichenkodierung

ISO/IEC 646 | ISO 646 | ISO/IEC 646 | ISO/IEC_646 | ISO/IEC 646

 

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