IBM-PC (englisch IBM PC) steht als Oberbegriff für den ersten Personal Computer (PC) der Firma IBM, seine Weiterentwicklungen und die mehr oder weniger ähnlichen Nachbauten und Fortführungen dieser Gerätefamilie durch andere Firmen. Der erste IBM-PC trug den Namen IBM 5150 Personal Computer und wurde von 1981 an fast sechs Jahre unverändert gebaut. In der Fachsprache wird statt "IBM-PC" der Begriff "IBM-kompatibler PC" oder kurz "IBM-kompatibel" bevorzugt. Seit dem Erscheinen von Microsoft Windows 95 ist der IBM-PC ein historischer Begriff.
Obwohl die Entwicklung des Computers in kürzester Zeit und unter Verwendung der billigsten verfügbaren Komponenten erfolgte, wurde er ein voller Erfolg. Einer der größten Vorteile des IBM-PC bestand darin, dass er ebenso wie das Vorbild Apple II durch Steckkarten, die in den Computer nachträglich eingebaut werden konnten, erweiterbar war. Darüber hinaus entstanden durch den simplen Aufbau des PCs aus für jedermann leicht erhältlichen Standardchips schon ab 1983 in Fernost diverse Nachbauten (auch IBM-PC-Clones oder kurz IBM-Klon genannt), die für eine weite Verbreitung dieser Systemarchitektur sorgten. Der IBM-PC entwickelte sich zu einem inoffiziellen Industriestandard, weil er ohne Lizenzierung von IBM nachgebaut werden konnte. Selbst über das Betriebssystem des IBM-PC, DOS 1.0, hatte IBM keine vollständige Kontrolle, weil es von Microsoft entwickelt und vertrieben wurde.
Der Begriff IBM-PC prägte die Auffassung, was ein PC ist. Ab Mitte der 80er Jahre waren PCs, die nicht IBM-kompatibel waren, außer im Heimcomputersektor schlicht unverkäuflich. Für die zugesicherte Eigenschaft „IBM-kompatibel“ der Hersteller von Nachbauten eines IBM-PC gab es aber nie offizielle Tests oder Zertifzierungen.
In den späteren Jahren hatte IBM kein glückliches Händchen bei der Weiterentwicklung des IBM-PCs. Die Hersteller Compaq, Intel und Microsoft entwickelten oft zukunftsfähigere Konzepte und Standards und konnten mit ihrer Marktmacht diese schneller zu Industriestandards durchsetzen als IBM. Einzig die PS/2-Reihe der Rechner – eigentlich als Nachfolger der PCs bestimmt – konnte sich im geschäftlichen Bereich einige Jahre relativ erfolgreich halten, scheiterte dann aber vermutlich an Hardware-Inkompatibilität trotz technischer Überlegenheit gegenüber dem PC.
Nichtsdestoweniger sind auch die aktuellen PC-Nachbauten auf der Basis der Prozessoren von Intel oder AMD noch weitestgehend kompatibel zu ihrem Urahn, dem IBM-PC, auch wenn mit dem Attribut "IBM-kompatibel" nicht mehr geworben wird.
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