Das International Broadcast Centre (de. "Internationales Sendezentrum") oder abgekürzt IBC ist das Medienzentrum und die Zentrale für sämtliche Fernsehübertragungen der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft.
Das Sendezentrum für die WM 2006 wurde auf dem Münchner Messegelände errichtet. Es wird im Auftrag der FIFA von der Firma HBS betrieben. Alle Sendeanstalten weltweit bezogen ihre Signale vom Hauptschaltraum des IBC (Master Control Room). Neben den verschiedenen Produktionsstätten von HBS fanden sich in den drei beanspruchten Messehallen Studios von Fehrnseh- und Rundfunksendern aus 48 Ländern, das FIFA Pressezentrum, Informationsstände, Internetbereiche, Spielebereiche und Präsentationsflächen.
Die drei Messehallen des IBC 2006 hatten eine Gesamtfläche von 30.000 Quadradmetern. Die speziell angefertigten Belüftungsanlagen für die Studios und die anderen Einrichtungen hatten ein Gesamtgewicht von 720 Tonnen. Die Anzahl der Türen betrug 700. In der mittleren Halle des Sendezentrums (Halle C4) befand sich der Master Control Room (vor der Showfläche World Plaza), die anderen Produktionsstätten und Abteilungen von HBS, die IT-Abteilung der FIFA, 24 Sendestudios verschiedener Fernseh- und Rundfunksender (darunter das der BBC), der Cateringbereich sowie ein Restaurant und ein Internetbereich im ersten Stock. In Halle C2 waren das Pressezentrum, die Requisitenkonstruktion Bayern Plaza, Spielebereiche, mehrere Rundfunkstudios, der Surround-Showraum der Firma Dolby und ein Bistro. Halle C4 beherbergt hauptsächlich Fernsehstudios (darunter die Studios von ARD, ZDF und RTL). Vor Halle C4 befand sich die Satellitenfarm.
Im IBC wird die gesamte Liveübertragung der Fußball-WM koordiniert.
Die Bildsignale der (2006 je 23) Stadionkameras von HBS werden zugleich im hochauflösenden Format HD (High Definition) und in SD (Standard Definition) mit der Stadionakustik (Embedded Audio) zu Außenübertragungswägen von HBS geleitet. Zwei weitere Kameraplätze stehen im Stadion für Fernsehsender zur Verfügung. Die Signale laufen zu deren Ü-Wägen. Die Aufnahmeperspektive bei der WM 2006 vereinte das Sichtfeld des 16:9 Formates von HD mit dem engeren 4:3 Sichtfeld von SD. Die Übertragungswägen am Stadion sind am jeweiligen Technical Operations Center (TOC) des Fußballstadions angeschlossen.
Von den TOCs an den Stadien der WM 2006 liefen die Signale über zwei gespiegelte Leitungen und zusätzlich über Satellit zum Hauptschaltraum des IBC. Die terrestrische Übertragung erfolgte über Glasfaserkabel der Telekom-Tochter T-Systems. T-Systems übernahm die Signalanbindung des Hauptschaltraumes. Die Tonsignale der Stadionsprecher (Kommentatoren) wurden auf denselben Leitungen zum Master Control Room übertragen, im Gegensatz zur Stadionakustik aber in separaten Kanälen.
Vom Hauptschaltraum werden alle Signale an die Sendepartner geleitet, die im IBC stationiert sind. Einige Kanäle werden vom Hauptschaltraum über eine Schleife zu anderen Produktionseinheiten im IBC geschickt und vor dem Weiterleiten an die Fernsehender wieder eingespeist. Manche dieser Kanäle werden mit Graphiken bestückt, Andere mit kurzfristig produzierten Zusammenschnitten (sogenannte Highlights) für Spielpausen.
Die Sendepartner leiten die Signale über die Satellitenfarm des IBC an ihre Sendeanstalten. Von dort erfolgt die Ausstrahlung zum Fernsehzuschauer bzw. Konsumenten.
Der Master Control Room (Hauptschaltraum) des IBC 2006 hatte eine Fläche von 800 Quadratmetern. Er war in elegantem Design gestaltet und erstmals auf Öffentlichkeitswirkung angelegt. Dazu bestanden die Hinterwand und eine Seitenwand zum größten Teil aus Glas. Jede Kamera jedes Stadions kann im MCR auf den zahlreichen virtuellen Teilschirmen der Monitorwand kontrolliert werden. Der Raum ist der zentrale Knoten aller Sendesignale weltweit. Hierüber laufen sowohl die Hinleitungen zu den Broadcastpartnern als auch die Rückleitungen für die Fernsehsendungen.
Das Commentary Switching Center (CSC) ist ein Nebenraum des Master Control Room. Über ihn laufen die Tonsignale der Stadionsprecher. Alle Kommentatorensignale aus allen Stadien werden dort verwaltet und zum Hauptschaltraum weitergeleitet.
Das Poduktionszentrum (engl. Production Centre) des IBC wurde 2006 und wird 2010 ebenfalls von HBS betrieben. Es ist in verschiedene Produktionseinheiten aufgeteilt. Alle Abteilungen sind mit dem Hauptschaltraum verbunden. Es werden Einblendungen (Logos und Graphiken), Zeitlupenwiederholungen und Zusammenschnitte (Highlights) für die Live-Ausstrahlung gemacht und alle Spiele werden für die Weiterverwendung aufgezeichnet. Diese Produktionen stehen den Broadcast Partnern im IBC in unterschiedlichen Zusammenstellungen auf verschiedenen Kanälen zur Verfügung.
Manche großen Sendepartner verwenden nur die reinen Bild- und Tonkanäle und produzieren eigene Graphiken für die Fußballübertragungen.
Die Produktionseinheit New Media fertigt spezielle Formate für Handys und Onlineanbieter an. Dabei handelt es sich überwiegend um kurze Zusammenfassungen von Spielen (eine Minute oder vier Minuten), Voice Over (alternative Sprecher), Live-Videonachrichten und Live-Bildmitteilungen.
Im IBC 2006 waren 126 Sendepartner (TV und Rundfunk) aus 48 Ländern stationiert. Es wurden 15 Fernsehstudios errichtet, die Programme vor Ort erstellten. Große Studios hatten die Britsche BBC, ARD und ZDF, das Italienische Rai TV sowie die Brasilianischen Sender TV Globo und Univision. Die beiden mit deutlichem Abstand größten Studios hatten die zwei mexikanischen Konkurrenzsender Azteca und Televisa errichtet.
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