Die Hypospadie ist eine angeborene Entwicklungsstörung der Harnröhre meist in Verbindung mit einer Krümmung des Gliedes und einer dorsalen Vorhautschürze (Präputialschürze; lange Vorhaut auf der einen Seite, fehlen der Vorhaut auf der anderen Seite).
Im Durchschnitt gibt es folgende prozentuale Verteilung der Häufigkeit über folgende Formen:
Die Ursachen einer Hypospadie sind nicht vollkommen geklärt. Jedoch wird davon ausgegangen dass genetische, endokrinologische und teratogene Einflüsse eine Rolle spielen können. Auch die Einnahme von Progesteron (engl.: progesterone, Steroidhormon bzw. Geschlechtshormon) durch die Mutter in der Schwangerschaft könnten Einfluss haben. Einer Studie zufolge ist ein erhöhtes Aufkommen von Hypospadie bei untergewichtigen Frühgeborenen zu erkennen. Wahrscheinlich erfolgt die Entwicklungsstörung durch die gleichen Faktoren die auch später zu einem Untergewicht und/oder einer Frühgeburt führen.
Nachfolgend eine Statistik über familiäre Häufigkeiten:
Vermehrt findet sich Hypospadie zum Beispiel bei Menschen mit Klinefelter-Syndrom, TelekanthusBBB-, Down- und Prader-Willi-Syndrom.
Bei einem sehr geringen Anteil von Menschen mit Hypospadie ist ein 5-alpha-Reduktasemangel (ein Enzymdefekt, der wiederum dazu führt, dass Jungen als scheinbare Mädchen geboren werden, da das in der embryonalen Entwicklung für eine Vermännlichung nötige Hormon nicht synthetisiert wird. In der Pubertät setzt dann jedoch mit der Bildung des Testosterons eine Maskulinisierung ein) oder ein Androgenresistenz-Syndrom (auch AIS genannt, Zuordnung bei der Geburt meist weiblich jedoch sind es Jungen) zu verzeichnen.
Eine Meatusstenose (Verengung der Mündung der Harnröhre) sollte möglichst schon beim Säugling aus funktionellen Gründen beseitigt werden.
Eine Operation sollte im Alter ab etwa einem Jahr erfolgen, auf jeden Fall aber vor Eintritt der Geschlechtsidentität die mit ca. 2 ½ Jahren erfolgt. Die Behandlung findet stationär statt und sollte bei Kleinkindern nur in Begleitung von mindestens einer vertrauten Bezugsperson erfolgen.
Sechs Wochen vor dem Eingriff wird je nach Grad der Hypospadie der Penis täglich mit einer Hormonsalbe eingecremt um die Hautverhältnisse zu verbessern.
Der Eingriff selbst findet unter Vollnarkose statt und dauert je nach Schweregrad zwischen einer und vier Stunden. Bei schwereren Fällen können mehrere Operation notwendig sein die mit mikrochirurgischen Techniken durchgeführt werden. Gegebenenfalls kann eine Schleimhauttransplantation z. B. aus der Mundhöhle notwendig sein.
Es gibt weit über 300 verschiedene Operationsverfahren die jedoch fast alle auf dem Prinzip "Obrédanne" oder "Denis Browne" basieren. Die Kriterien für eine Operationsmethode richten sich nach der Peniskrümmung, der Lokalisation der Harnröhre, der Länge und Beschaffenheit des Penis' sowie der Größe der Präputialschürze und vorherigen Operationen.
Es ist anzuraten einen Jungen mit der Diagnose Hypospadie nicht beschneiden zu lassen, da die Vorhaut eventuell zum Aufbau der Harnröhre benötigt werden könnte.
Ziele eines chirurgischen Eingriffes:
Die Komplikationsrate nach einer Korrektur ist verhältnismäßig hoch und reicht von 5 bis 30 Prozent. Sie ist abhängig vom Schweregrad der Hypospadie, der Stärke des Nahtmaterials und der Erfahrung des behandelnden Arztes.
Mögliche Komplikationen nach der Operation sind übermäßige Schwellungen, Nachblutungen und Wundheilungsstörungen.
Die häufigsten Spätkomplikationen sind:
Fehlbildung | Urologie | Kinderchirurgie
Hypospadias | Hypospadias | Hypospadie | Spodziectwo | Гипоспадия | 尿道下裂
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