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Die Hypophyse (griechisch υπόφυση, ipófissi, „das unten anhängende Gewächs“, auch gelehrter Hypophysis cerebri, lateinisch-anatomisch Glandula pituitaria, deutsch Hirnanhang*drüse) ist eine Hormondrüse. Sie liegt in Höhe der Nase mitten im Kopf und sitzt auf einem Knochenteil der Schädelbasis, der Türkensattel (lateinisch-anatomisch Sella turcica) genannt wird. Sie setzt sich aus einem Teil der Hirnwand und einer Ausstülpung des Munddachs zusammen.

Aufbau


Man unterscheidet den Hypophysenvorderlappen (HVL, Adenohypophyse) und den Hypophysenhinterlappen (HHL, Neurohypophyse), der durch den Hypophysenstiel (Infundibulum) mit dem Hypothalamus verbunden ist. Die Neurohypophyse ist hierbei keine produzierende Drüse sondern ein Speicherorgan und wird auch Neurohämalorgan genannt. Die Adenohypophyse produziert 7 Hormone. Die Hypophyse wird normalerweise durch vier Arterien (Aa. hypophysialis superior et inferior) versorgt, die durch mehrere Kapillarnetze und Portalgefäße miteinander anastomosieren. Weiterführende Literatur differenziert noch den Hypophysenzwischenlappen (HZL). Da aber der Hypophysenzwischenlappen ursächlich in keine bekannte pathologische Veränderung verstrickt scheint, findet er seltener Beachtung.

Die Sekretion der Vorderlappenhormone wird durch Releasing- und Inhibiting-Hormone des Hypothalamus gesteuert, die im proximalen Teil des Hypophysenhinterlappens in ein Kapillarnetz freigesetzt werden und dann über Portalvenen die Drüsenzellen im Vorderlappen erreichen. Die Hormone der Neurohypophyse werden im Hypothalamus gebildet und erst in der Hypophyse in den Blutkreislauf freigesetzt.

Hormone die im Hypophysenvorderlappen produziert werden


Man unterscheidet zwischen Hormonen, die direkt auf ihre Zielorgane einwirken (sog. nichtglandotrope Hormone), und solchen, welche die Hormonproduktion nachgelagerter endokriner Drüsen stimulieren (glandotrope Hormone). Innerhalb der glandotropen Hormone wird weiterhin zwischen gonadotropen (auf die Keimdrüsen einwirkenden) und nichtgonadotropen Hormonen differenziert.

Nichtglandotrope Hormone

Glandotrope Hormone

Melanotropin (MSH) galt lange eigenständiges Hormon, wird jedoch heute zunehmend als Teil des β-Lipotropinmoleküls und nicht mehr als separates Hormon betrachtet.

Die Hormonproduktion der Hypophyse wird mittels Liberinen und Statinen durch den Hypothalamus geregelt.

Hormone die im Hypophysenhinterlappen abgegeben werden


Krankheiten der Hypophyse


  • Mangelkrankheiten (Hypophyseninsuffizienz):
    • Jeder hormonproduzierende Anteil der Hypophyse kann einzeln oder kombiniert ausfallen.
    • Ist die gesamte Hypophyse ausgefallen, spricht man vom Panhypopituitarismus.
  • Hormonüberschuss:
    • Jeder hormonproduzierende Anteil der Hypophyse kann einen gutartigen Tumor bilden und zuviel Hormon produzieren.
    • Ein Tumor der Hypophyse heißt Hypophysenadenom. Dieses kann auch hormoninaktiv sein, das heißt, keine Hormone produzieren. Dies ist am häufigsten der Fall. Tumore die größer als 1 cm sind, bezeichnet man als Makroadenome, kleinere nennt man Mikroadenome.
  • Operationsindikationen bestehen bei:

Diagnostik der Hypophyse


  • Anamneseerhebung
    • Dabei gilt es die typischen Zeichen eines Hormonmangels oder -überschusses zu erfragen
    • Wachstumshormonüberschuss: Zunahme der Größe von Händen und Füßen (Ringumfang, Schuhgröße), vergrößertes Gesicht (Vergleich mit alten Fotos), vergrößerte Zunge mit kloßiger Sprache und Schnarchen mit eventuell auftretender Schlafapnoe, feuchte Hände, Herzmuskelvergrößerung bis zur Herzinsuffizienz, generalisierte Arthrose vor allem in jüngerem Lebensalter, Karpaltunnelsyndrom beidseits, Auseinanderweichen der Zähne durch Vergrößerung des Kiefers.
  • Körperliche Untersuchung (z. B. Größe und Gewicht)
  • Hormonmessungen und Funktionstests (bei klinischem Verdacht sollten Hormonuntersuchungen bei einem Endokrinologen vor bildgebenden Verfahren durchgeführt werden, da die bildgebenden Verfahren häufig falsch positive Befunde ergeben („Incidentalome“)
  • Bildgebende Verfahren

Weblinks


  • http://www.druese.at
  • http://www.med.mun.ca/anatomyts/head/pit.htm
  • http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/MedFak/praepkurs/foliena1/hypophyse1.JPG
  • http://www.med.uni-magdeburg.de/~cschulz/lectures/neuroendocrinology/hpa/sld001.htm
  • http://www.glandula-online.de
  • http://www.vollkornpapier.de/HypoPhyse

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