Mit Hypoglykämie wird in der Medizin ein zu niedriger Blutzuckerwert bezeichnet. Oft geht eine Unterzuckerung mit Symptomen der verminderten Hirnleistung, Krampfanfällen oder der vermehrten Adrenalinausschüttung einher.
Unterzuckerungen können durch Medikamente ausgelöst werden:
Der menschliche Körper wird mit Hilfe von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten mit Energie versorgt, das Gehirn jedoch ausschließlich mit Glukose, weil dort keine Fett- oder Eiweißzellen vorhanden sind. Deswegen wirkt sich die Hypoglykämie zunächst auf das Gehirn aus. Im Verlauf einer Hungerperiode deckt das Gehirn seinen Energiebedarf aber zu einem immer größer werdenden Teil aus der Oxidation von Ketonkörpern.
Bei Beginn einer Unterzuckerung veranlasst das Gehirn einen erhöhten Adrenalinausstoß, da die Freisetzung von Adrenalin zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels führt (Sympathikusaktivität). Außerdem erhöht sich der Herzschlag, damit das Blut schneller durch den Körper fließt. Gleichzeitig wird die Leber zu einer erhöhten Freisetzung von Glukose (aus Glykogen, der Speicherform der Glukose) angeregt, und die Bauchspeicheldrüse stellt die Produktion von Insulin ein; im Gegenzug wird die Freisetzung von Glucagon erhöht. In der Regel reichen die körpereigenen Regulierungsmaßnahmen aus, um einer Unterzuckerung vorzubeugen. Eine Unterversorgung des Körpers führt zu Hungergefühl, und mit etwas zuckerhaltiger Nahrung kann der Blutzuckerspiegel zurück in einen physiologischen Bereich überführt werden.
Äußerst problematisch werden kann eine Unterzuckerung für an Diabetes erkrankte Menschen, welche Insulin spritzen müssen. Das Insulin wird in das Fettgewebe im Bauch gespritzt, von wo aus es langsam und kontinuierlich in den Körper abgegeben wird. Sollte der Körper in dieser Situation nicht die der Menge an Insulin entsprechende Nahrung zugeführt bekommen, so besteht aufgrund der kontinuierlichen Abgabe von Insulin die Gefahr der Unterzuckerung. Auch sportliche Anstrengungen können in dieser Situation negative Folgen haben; aus diesem Grund sind all diese Faktoren in der Berechnung der Insulinmenge zu berücksichtigen.
Durch die Unterversorgung des Gehirns mit Glukose sind neurologische Ausfälle die ersten Anzeichen einer akuten Unterzuckerung. Miteinhergehend können Wesensveränderungen, auch Aggressivität, sein. Im Stadium einer tiefen Unterzuckerung tritt oftmals die Bewusstlosigkeit mit den entsprechenden Gefahren (Aspiration) ein.
In einer solchen Situation ist das Absetzen des Notrufs und die Verständigung des Rettungsdienstes zwingend notwendig.
Hypoglykämien können dazu führen, dass Zellen aufgrund der Minderversorgung mit Energie zugrunde gehen. Dies ist auch der Grund, weshalb man diabetische Kinder frei von Hypoglykämien halten möchte. Außerdem schädigen Hypoglykämien die Gehirnfunktionen.
Man unterscheidet diabetische und funktionelle Hypoglykämien. Bei der nichtdiabetischen Hypoglykämie handelt es sich um einen instabilen Blutzucker, der durch starke Schwankungen gekennzeichnet ist. Der Blutzucker steigt zu schnell und sinkt zu tief. Die Betroffenen sind zwar organisch gesund, weisen jedoch Symptome der verschiedensten Krankheiten auf. Eine funktionelle Hypoglykämie kann sich in einem geistig verwirrten Zustand äußern. Möglich sind auch Depressionen oder Migräne.
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