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Hyperkorrektur (seltener: Hyperkorrektion) ist ein Phänomen in der Soziolinguistik. Hyperkorrektur tritt auf, wenn Sprecher ihren Sprachgebrauch an eine als vorbildlich angesehene Sprachvarietät anpassen und dabei eine über das Vorbild hinausgehende Veränderung vornehmen – was aus Sicht der für vorbildlich gehaltenen Sprachnorm einen Fehler darstellt. Hyperkorrektur wird typischerweise bei sozial Aufstiegswilligen beobachtet, die sich dem als Norm empfundenen Sprachgebrauch höherer Schichten anzupassen bemühen.

Eine Hyperkorrektur ist auch durch die Einführung der Neuen deutschen Rechtschreibung zu beobachten. So wird ss manchmal auch nach langem Vokal (masshalten statt maßhalten) verwendet. Eine Hyperkorrektur in die andere Richtung ist vergeßen statt vergessen.

Beispiele


  • Apfrikose. Erklärung: Niederdeutscher Sprecher, der weiß, dass kloppen hochdeutsch klopfen heißt.
  • Kirche statt Kirsche. Erklärung: Moselfränkischer Sprecher, der weiß, dass es im Standarddeutschen eine Unterscheidung von ch und sch gibt.
  • Küschentich korrigiert zweimal in die falsche Richtung, vertauscht also ch und sch und kann in Köln vorkommen.

Hyperkorrektur tritt auch beim Erlernen einer Fremdsprache auf. Beispiele:

Literatur


William Labov, Sociolinguistic Patterns (1972).

Soziolinguistik

 

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