Das Hydrostatische Paradoxon ist ein physikalisches Prinzip, nach dem der Schweredruck, den Wasser in einem Gefäß auf den Boden des Gefäßes bewirkt, zwar abhängig ist von der Füllhöhe des Wassers in dem Gefäß, aber nicht von der Form des Gefäßes.
Bei Kommunizierenden Röhren stellt sich derselbe Wasserpegel ein, unabhängig von der Röhrenform. Hydrostatisches Paradoxon Kommunizierende Roehren.png
Druck verursacht eine Kraft auf eine Fläche. In einem verschlossenen Gefäß mit ruhender Flüssigkeit heben sich die Kraft durch die Flüssigkeit und die Gegenkraft der Gefäßwand auf. Die Kraft, die auf die Gefäßwand wirkt, ist gleich der Schwerekräfte der „Flüssigkeitsteilchen“ und die Kraft auf ein solches „Flüssigkeitsteilchen“, verursacht durch den bei der Öffnung vorherrschenden Luftdruck. Aus jeder gedanklichen horizontalen Querschnittfläche der Flüssigkeit wirkt nur die Schwerekraft eines „Flüssigkeitsteilchen“ an der Kraft mit. Die Kraft auf die Gefäßwand ist daher nur abhängig vom Füllstand, der Dichte der Flüssigkeit und dem Luftdruck. In jeder Höhe herrscht ein anderer Druck und damit eine unterschiedliche Kraft auf die Gefäßwand.
Erst wenn die Gegenkraft der Gefäßwand die Kraft nicht mehr aufheben kann (Gefäßwand hält der Belastung nicht Stand), beginnt eine resultierende Kraft zu wirken und Flüssigkeit tritt aus. Dann hängt die Kraft und der Druck sehrwohl von der Gefäßform ab, doch dieser Fall ist nicht mehr statisch und deshalb gilt die Theorie für diesen Fall nicht mehr.
Der Trichter und Zylinder entfalten an ihren Bodenflächen jeweils die Gewichtskraft des darüber liegenden Wassers (blau) plus die Kraft durch den Luftdruck (grün). Die Gegenkraft des Wassers der Querröhre (braun) ist bei allen Bodenflächen der nun zusammengesetzten Röhren gleich. Die Kräfte am Randbereich des Trichters wirken auf die Gefäßhülle und diese trotzt der Belastung mit einer ebenso großen Gegenkraft (magenta), da sonst die Hülle brechen würde. Genauso muss die Hülle des Kegels den Kräften entgegenwirken, die auf Grund der geringeren Wassermenge und der daraus resultierenden geringeren Gewichtskraft nur abgeschwächt und nicht aufgehoben werden. An den rechten zwei verschlossenen Röhren sieht man deutlich, dass die Kraft auf die Hülle und die gleiche Gegenkraft der Hülle abhängig von der Höhe sind. Verschließt man den Trichter in der Höhe des Wasserstandes mit einem hauchdünnen Deckel, kann dieser nicht brechen. Setzt man diesen Deckel jedoch etwas tiefer an und entfernt das über ihm liegende Wasser, so bricht dieser, da er die notwendige Gegenkraft nicht aufbauen kann.
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"Hydrostatisches Paradoxon".
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