Die Hydrostatik ist die Lehre der unbewegten, insbesondere der strömungsfreien Flüssigkeiten und Gasen. Mit Strömungen beschäftigt sich dagegen die Hydrodynamik.
Zur Herleitung der hydrostatischen Grundgleichung macht man folgende Betrachtung: Im Schwerefeld der Erde g wirkt auf das druckbelastete quaderförmige Volumenelement der Dichte , von oben der Druck . Von unten (aus pos. in die neg. y-Richtung) wirkt ein Gegendruck .
Zwischen Ober- und Unterseite des Volumenelementes gibt es also einen Druckzuwachs , den es zu bestimmen gilt. Hierzu wird das Kräftegleichgewicht in y-Richtung aufgestellt:
dieser Ausdruck läßt sich kürzen zu
Umgeschrieben ergibt sich die als "hydrostatische Grundgleichung" bekannte Form:
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich dieser Zusammenhang auch als Sonderfall der Navier-Stokes-Gleichungen aus der Fluidmechanik ergibt. Diese werden mithilfe des Impulssatzes für ein Fluidelement hergeleitet.
Aus der hydrostatischen Grundgleichung ergibt sich unter Annahme der Inkompressibilität von Flüssigkeiten ():
mit : Dichte der Flüssigkeit
: (Erd)beschleunigung
: Ausdehnung der Flüssigkeitssäule in -Richtung
und : Druck an der Oberfläche der Flüssigkeitssäule
Bezieht man die Kompressibilität des Fluids in die Berechnung des Drucks mit ein ergibt sich mit der Kompressibilität das folgende Diagramm:
Wasserdruck_kompressibilitaet.png
In 12000 m Tiefe ergäbe sich hiermit bei einer Dichte in 0m Tiefe von 1000 kg/m³ eine Abweichung des berechneten realen Drucks vom idealen von ca. 3,5 %. Hierbei bleiben jedoch weiterhin Temperatureffekte ebenso wie andere Einflüsse unberücksichtigt.
Unter Ansatz eines entsprechendes Ausdrucks für läßt sich in ähnlicher Weise die barometrische Höhenformel aus der hydrostatischen Grundgleichung entwickeln.
Hydraulische Systeme nutzen die Unabhängigkeit des Druckes von der Gefäßform aus. Wird beispielsweise Wasser durch ein Rohr mit relativ kleinem Querschnitt A1 in ein Gefäß mit großen Querschnitt A2 gedrückt, so ist der Druck p im Rohr gleich dem Druck im Gefäß. Die aufzuwendende Kraft im Rohr ist F1=p·A1. Die Kraft im Gefäß wirkt aber auf die gesamte Querschnittsfläche. Sie ist F2=p·A2 und damit um ein Vielfaches größer. Das hydraulische System wirkt hier als Kraftverstärker. Anwendung findet dieses Prinzip z.B. in der hydraulischen Presse.
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