Ein Hydrocephalus (deutsch: Wasserkopf), auch Hydrozephalus geschrieben, ist eine Erweiterung der Flüssigkeitsräume (Ventrikel) des Gehirns durch eine Blockade des Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeitabflusses (Liquor = Hirnwasser).
Liquor cerebrospinalis wird im Plexus choroideus vor allem des 1. und 2. Seitenventrikels aber auch des 3. und 4. Ventrikels sezerniert (kein Ultrafiltrat des Blutes). Nach Durchfluss der Seitenventrikel gelangt der Liquor über den 3. und 4. Ventrikel in die Cisterna cerebellomedullaris des äußeren Liquorraumes. Dort verteilt er sich im gesamten Zwischenraum und wird durch die Arachnoidalzotten im Bereich der Spinalnervenaustritte wieder in den Blutkreislauf abgegeben. Die Gesamtmenge beläuft sich auf ca. 150 ml beim Erwachsenen. Diese Menge wird innerhalb von 24 Stunden ca. dreimal ausgetauscht.
Resorption und Produktion halten sich unter physiologischen Umständen im Gleichgewicht.
Unterbleibt die Resorption, ist die Verbindung zwischen den einzelnen Liquorräumen verschlossen oder wird zu viel Liquor produziert, kann sich ein Hydrocephalus entwickeln. Dies kann eine Folge von Hirnhautentzündung, einer angeborenen oder frühkindlichen Fehlbildung des Gehirns sein. Als andere mögliche Ursache kommen Blutungen in liquorführenden Hirnstrukturen (durch Verklebung der ableitenden Wege) oder auch Tumore in Frage. Auch eine Erhöhung des Hirndrucks selbst (beispielsweise durch eine Blutung) kommt es zu einem Resorptionswiderstand. In sehr seltenen Fällen können Plexustumore zu einer Liquorüberproduktion führen.
Davon abgegrenzt wird der Hydrocephalus e vacuo, dessen vergrößerte Liquorräume durch den Schwund von Hirngewebe entstehen. Hier liegt keine Störung des Liquorzirkulation vor, lediglich das Gesamtvolumen kann zum Ausgleich etwas erhöht sein.
Da der Schädel nach Verschluss der Knochennähte und der Fontanellen durch Größenzunahme die intrakranielle Drucksteigerung nicht ausgleichen kann, kommt es zu einer Verlagerung von Hirnanteilen in Richtung des großen Hinterhauptsloches (Foramen magnum). Wegen des Sitzes lebenswichtiger Zentren (Herz-Kreislauf-Zentrum, Atem- und Brechzentrum) kann es zur sog. Einklemmung und in der Folge zum Herz-Kreislauf- und Atemstillstand kommen.
Zum Teil ist bereits eine Therapie in utero, also ein vorgeburtlich stattfindender Eingriff, möglich.
Hydrocephalus internus: Erweiterung nur der Hirnventrikel
- occlusivus: Bei Behinderung des Liquorabflusses aus den Ventrikel
- malresorptivus: Bei verzögerter Liquorrückresorption
Hydrocephalus externus: Erweiterung der äußeren Liquorräume
Hydrocephalus externus et internus Hydrocephlus e vacuo: innerer und äußerer Hydrocephalus als Ausdruck eines primären Hirngewebsschwundes
Skaphocephalus, Mikrocephalus, Trigonocephalus, Dolichocephalus, Turricephalus, Makrocephalus, Stenozephalie
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