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Husaren sind eine Truppengattung der leichten Kavallerie, deren Ursprünge in Serbien und Ungarn zu suchen sind. Nicht eindeutig geklärt ist die Wortetymologie, auf dem Balkan im 14. Jahrhundert zu serbisch "Gusar" ins westslawische "Husar" transformiert bezeichnete das Wort damals einen berittenen Räuber. Ebenso könnte der Begriff "Husar" auf das italienische "Corsaro" (Korsar, Seeräuber, Streifzügler) zurückgehen. Zudem wird angenommen, dass der Begriff auf das lateinische Wort, "cursor" zurückgeht, das bedeutete "schneller Bote". Eine andere mögliche Erklärung wäre das ungarische Zahlwort "húsz" (20); der Name bezöge sich dann auf Rekrutierungsmodalitäten der alten ungarischen Reiterei: 20 Häuser hatten je einen bewaffneten Reiter zu stellen. Später wurde so die gesamte ungarische Reiterei (huszár) bezeichnet.

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Ursprünge


Ungarisch-bosnische-Streifscharen

Nach der Niederlage in der Schlacht von Nikopolis traten vermutlich Teile der von den Osmanen besiegten bosnischen Streitkräfte in ungarische Dienste. Ausgerüstet mit Lanze, Schild und Säbel kämpften sie als leichte Kavallerie. Erstmals schriftlich erwähnt sind die "hussarones" 1481 in einem auf Latein abgefassten Brief des Ungarnkönigs Matthias Corvinus. Unter seiner Regierung waren die Husaren bereits zu schwer gepanzerten Reitern mutiert. Sie trugen Helme im türkischen Stil (Zischäggen), Brust- und Armpanzer, mit Eisenblech beschlagene Schilde (bezeichnet als "Tartschen"), Säbel, Streitkolben und Lanzen. Am Sattel mitgeführt wurde außerdem ein Panzerstecher (Hegyestör,"Pikenschwert"). Für den wahrscheinlichen Fall, dass die Lanze beim ersten Ansturm brach, wurde dieses etwa 150 Zentimeter lange (Klingenlänge!), 3- oder 4kantige Schwert auf den Oberschenkel gesetzt und als Stoßwaffe benutzt.

Polnische Flügelhusaren

Unter ungarischem Einfluss fanden die Husaren zunächst als leichte Kavallerie Eingang in das polnische Heer. Der Wandel zur schweren Reiterei, die das mittelalterliche Ritteraufgebot ersetzte, fand Ende des 16. Jahrhunderts unter König Stefan Batory seinen vorläufigen Abschluss. Die gepanzerten polnischen Flügelhusaren (Hussaria) trugen Brustpanzer, Armschienen und kniehohe Lederstiefel. Der Name geht auf die zwei am Rückenpanzer befestigten großen Flügelstangen zurück, die bis zu einen Meter über dem Kopf aufragten. Sie sollten die galoppierenden Husaren durch ihr Rauschen und Aussehen besonders furchteinflößend erscheinen lassen. Außerdem schützten sie den Rücken vor Säbelhieben und wehrten die von den feindlichen Tataren verwendeten Fanglassos ab. Mit der Lanze als Hauptwaffe ausgerüstet, trugen die Flügelhusaren ihre Attacken in geschlossener Formation vor. Neben dieser schweren Schlachtenkavallerie hielten sich, in Ungarn wie in Polen, leicht bewaffnete Husaren als Aufklärungstruppe. Deren Taktik und Ausrüstung wurden seit Beginn des 17. Jahrhunderts europaweit kopiert.

Die Husaren der Neuzeit


Die ersten westeuropäischen Husareneinheiten wurden in Österreich und Frankreich aufgestellt. Den anfangs unter serbisch-ungarischen Söldnern rekrutierten Husaren blieb die Anerkennung als vollwertige Soldaten lange verwehrt. Schlechter besoldet und von der Generalität misstrauisch beäugt, vollzog sich die Emanzipation dieser exotischen Truppe nur zögerlich. Erst zur Mitte des 18. Jahrhunderts hin mussten in Gefangenschaft geratene Husaren nicht mehr fürchten, als irreguläre Kämpfer vom Kriegsgegner getötet zu werden. Aus den Husaren entwickelte sich eine Form der leichten Kavallerie, die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in fast allen europäischen Ländern etabliert war. Typisch wurde die aus der ungarischen Nationaltracht entwickelte Uniform: Flügel- bzw. Pelzmütze (Kalpak), eng anliegende Hosen (Stradivari) und verschnürte Jacken (Dolman). Die Bewaffnung bestand aus einem Säbel, ein bis zwei Pistolen und einem kurzläufigen Karabiner. In dieser Form kämpften Husareneinheiten bis zum Ersten Weltkrieg. Hauptaufgabe dieser mit wendigen kleinen Pferden ausgerüsteten Reiter waren der Aufklärungs- und Vorpostendienst, sowie die Störung der feindlichen Versorgungslinien im Rahmen des "Kleinen Krieges". Dagegen wurden Husaren als Schlachtenkavallerie kaum eingesetzt.

Husaren in Preußen

Husar.BS.png Nach den Schlesischen Kriegen, in denen sich vor allem die österreichische leichte Reiterei mehrfach ausgezeichnet hatte, wurden die Husaren international "hoffähig". Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Husarenformationen in nahezu allen europäischen Armeen aufgestellt. In Preußen wurde zuerst 1721 ein schwaches Husarenregiment errichtet, zunächst mit polnischen Reitern. Später war man bestrebt, geborene Ungarn mit ihren landestypisch wendigen Pferden für den Kriegsdienst im preußischen Heer zu gewinnen.

Zur Zeit des Regierungsantritts von Friedrich dem Großen gab es zwei kleine Regimenter Husaren, die aber nicht sehr geachtet waren. In einem Tagesbefehl des Königs nach der Schlacht bei Mollwitz heißt es:

"Weiber, Husaren und Packknechte, die beim Plündern ertappt werden, sollen sofort gehenkt werden.“

In der Folgezeit versuchte Preußen, die Husaren als eine mustergültige leichte Kavallerie auszubauen und brachte tatsächlich eine Reihe hervorragender Kommandeure hervor, wie Zieten, Seydlitz, Belling, Puttkamer, Natzmer, Szekuly und Kleist. Am Ende der Regierungszeit Friedrichs II. waren es 10 Husarenregimeter zu 10 Eskadrons; jedes Regiment war in 2 Bataillone aufgeteilt.

Im Anschluss an die verheerende Niederlage gegen Napoleon wurde das preußische Heer grundlegend umgestaltet. Die Husaren hörten auf, eine Spezialwaffe zu sein, da man von jeder Kavallerieeinheit die gleichen Leistungen verlangte. Auch in der Organisation unterschieden sich die Husaren nicht mehr von der anderen Kavallerie.

Deutsches Reich

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte das deutsche Heer 20 Husarenregimenter. Wie auch die Dragoner waren sie ausgerüstet mit dem leicht gebogenen Krummsäbel (eingeführt 1889) und dem Karabiner 88.

Moderne Husaren


In verschiedenen Streitkräften der Welt (Großbritannien, Frankreich, Niederlande) existieren bis heute Husarenregimenter - ebenso wie z.B. Kürassiere und Ulanen. Meist handelt es sich dabei um gepanzerte (Fahr-)Einheiten, die als Traditionsträger der alten Kavallerieregimenter fungieren.

Literatur


  • Claus von Bredow: Das Husarenbuch : Geschichte der preußischen Husaren. Köln 1894
  • Jerzy Cichowski, Andrzej Szulczyński: Husaria. Warschau 1977

Internet


Polish Warfare

Siehe auch


Husarenpfiff

Kavallerie | Ungarische Militärgeschichte

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