Die Hurriter (Churriter, Churri, Hurri) waren im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. in Nord-Mesopotamien südlich des Van-Sees ansässig. Von dort aus unternehmen sie Züge nach Assyrien, Mesopotamien, Kleinasien, Syrien und Palästina.
Hugo Winckler setzte die "Charri" (ägyptisch Cha-ru) mit den Hurritern der Bibel gleich. 1910 leitete er dann das Wort Harri von "Arier" ab.
Bedřich Hrozný, der Entzifferer des Hethischen der Bogazköy-Inschriften publizierte 1915 die Ansicht, dass die Schriftzeugnisse der Harri in den Bogazköy-Inschriften nicht indoeuropäisch sei, und sah die Sprache des Tušratta-Briefes als dem urartäischen und modernen Kaukasischen Sprachen verwandt an.
Ende des 18. Jahrhunderts v. Chr. begannen die Hurriter, sich nach Ostanatolien, Nordmesopotamien und Syrien auszubreiten. Hurritische Heere unternahmen Feldzüge nach Palästina und sogar nach Ägypten, wo sie bald sehr gefürchtet waren. Im Kampf waren sie ihren Gegnern durch die pferdebespannten Streitwagen meist überlegen.
Um 16. Jahrhundert v. Chr. entstand das Reich von Mitanni, das zwischen dem oberen Euphrat und Tigris gelegen war. Dessen Hauptstadt Waššukkanni konnte bis jetzt noch nicht lokalisiert werden. Die Könige des Mitannireiches trugen größtenteils nicht-hurritische Thronnamen (z.B. Tušratta), für die teilweise eine indoarische Etymologie nachgewiesen werden kann. Die in den Keilschrifturkunden erhaltenen wenigen indoarischen Lehnwörter (Götter- und Personennamen, hippologische Fachausdrücke) lassen vielleicht auf eine kleine indoarische Oberschicht (maryanni = Wagenkämpfer, vgl. ved.-altind. márya = junger Mann, Held) schließen, die zur Zeit der größten Machtentfaltung Mitannis aber schon hurrisiert war.
Das Mitannireich wurde um 1335 v. Chr. von den Hethitern abhängig und schließlich durch einen Angriff der Assyrer unter Salmanassar I. zerschlagen. Hurritische Fürstentümer und Bevölkerungsgruppen sind auch nach der Zerschlagung des Mitannireichs nachweisbar.
Hauptgötter sind Tešup als Wettergott, Chepat/Hepat/Hepit, die Sonnengöttin und Kumarbi der Göttervater. Kummarbi (in Azuhinnu auch Kummurwe) wird teilweise mit Dagon gleichgesetzt, und hatte damit auch Šala zur Gattin. Der Großwezir Kummarbis ist nach einem Text aus Alalach Mukišanu. In Abbildungen steht Hepat gewöhnlich auf einem Löwen, ihrem Symboltier, weitere Attribute sind nicht bekannt. Sie wurde in Aleppo, Apzisna, Samuha, Kummanni, Uda und Hurma verehrt. Der Sohn von Hepat und Tešup war Šarma/Šarruma, der in Uda und Kummanni verehrt wurde. Die Göttin Šawuška wird gewöhnlich mit Ischtar gleichgesetzt und steht ebenfalls auf einem Löwen, hat aber, im Gegensatz zu Hepat, oft Flügel. Ihre Begleiter sind Ninatta und Kulitta.
Aus einem Vertrag zwischen Hatti und Mattiuza, Sohn von Tušratta, dem König von Mitanni aus dem 14. Jahrhundert sind Götternamen bekannt, die von Georges Dumézil mit den rigvedischen Mitrā, Indrah, Varun̩ā und Nāsatyā gleichgesetzt wurden:
Die hurritische Religion hatte großen Einfluss auf die Hethiter.
Einflüsse hurritischer Mythen (Wechsel und Ablösung von Götterdynastien) sind noch in Hesiods Theogonie nachweisbar. In diesem Zusammenhang scheinen besonders die durch die Hethiter überlieferten hurritischen Texte "Das göttliche Königreich" sowie "Der Gesang des Ullikummi" bedeutsam.
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