HurricaneMitch.jpg]] Hurrikan-katrina-08-28-2005-1545z.jpg]] Hurricane Dennis on July 7 2005 1550 UTC.jpg]] Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, wenn er sich im Atlantik, in der Karibik, im Nordpazifik östlich der Datumsgrenze oder im Südpazifik östlich von 160° O entwickelt. Das Wort Hurrikan kommt ursprünglich aus dem Indianischen und bedeutet so viel wie „Gott des Windes“ (siehe auch Huracan).
Andere Namen für tropische Wirbelstürme sind Zyklon (Indien), Taifun (im westlichen Pazifik) oder tropical cyclone (Australien); der in deutscher Literatur gelegentlich anzutreffende Begriff Willy Willy bezeichnet eine Kleintrombe und keinen tropischen Wirbelsturm.
Ein tropischer Wirbelsturm wird zum Hurrikan, wenn die Windgeschwindigkeit Orkanstärke erreicht (das entspricht mehr als 118 km/h oder Windstärke 12 auf der Beaufort-Skala). Sie können sich im Durchmesser hunderte Kilometer ausdehnen, dabei wochenlang bestehen und Flächen von tausenden Quadratkilometern verwüsten. Hurrikans entstehen auf der nördlichen Hemisphäre in der Zeit von Mai bis Dezember, die meisten zwischen Juli und September. Die offizielle Saison dauert vom 1. Juni bis zum 30. November.
Die hohen Windgeschwindigkeiten, Wellen und schwere Niederschläge stellen eine große Gefahr dar. Den höchsten materiellen Schaden richtete im August 2005 der Hurrikan Katrina mit etwa 125 Milliarden Dollar (100 Milliarden Euro) an, der mit Windgeschwindigkeiten von 250 bis 300 km/h über Florida, Louisiana (besonders der Großraum New Orleans), Mississippi, Alabama und Tennessee hinwegzog und über tausend Opfer forderte. Katrina tobte auf über 233.000 Quadratkilometern; dies entspricht fast der Fläche Großbritanniens. Rund 350.000 Häuser wurden zerstört. Die Schadenssumme ist größer als die der zwölf nächstschweren Hurrikans zusammen genommen und etwa fünfmal so groß wie der von Hurrikan Andrew 1992 angerichtete Schaden.
Der stärkste bis dato gemessene Hurrikan war Wilma, welcher als erster innerhalb weniger Stunden von einem Tropensturm (113 km/h, 18. Oktober 2005) zu einem Hurrikan der Kategorie 5 (282 km/h, 19. Oktober 2005) heraufgestuft wurde. Mit 882 Millibar herrschte im Zentrum Wilmas der niedrigste Luftdruck, der jemals auf dem Atlantik gemessen wurde.
Wenn Hurrikans die Frontalzone der mittleren Breiten erreichen, können sie sich in ein außertropisches Tiefdrucksystem umwandeln (extratropical transition) und dann sogar noch Europa schwere Regenfälle bringen.
Die Ausprägung einer bevorstehenden Hurrikansaison kann mittels einer Witterungsprognose vorhergesagt werden.
Durch die aufsteigenden Luftmassen entsteht über der warmen Meeresoberfläche ein Unterdruck, aus der Umgebung strömt Luft mit einem hohen Wasserdampfanteil nach. Es bildet sich ein „Kamin“, in dem diese Luftmassen gesammelt nach oben steigen, während die hohen Wassertemperaturen ständig „Nahrung“ liefern. Die aufsteigenden Luftmassen werden durch die Corioliskraft in Rotation versetzt, ein großflächiger Wirbel entsteht.
Wichtige Voraussetzungen für die Sturmbildung sind:
Mit dem Hurrikan Vince bildete sich am 9.Oktober 2005 erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1851 ein Hurrikan im östlichen Atlantik vor den Küsten Südeuropas und Nordafrikas. Vince bildete sich zwischen den Azoren und den Kanaren, schwächte sich aber noch vor Erreichen des Festlandes auf ein Sturmtief ab. Der tropische Sturm Delta, Hurrikan Epsilon, sowie der tropische Sturm Zeta sind ebenfalls im östlichen Atlantik entstanden, womit im Jahr 2005 erstmals, mit Vince und Delta, zwei Wirbelstürme die Küsten Europas erreicht haben.
| Kategorie | Wind in mph | Wind in km/h | Flutwelle beim Auftreffen auf Land (in m) | Zentraldruck in hPa |
|---|---|---|---|---|
| Tropischer Wirbelsturm | 35–73 | 56–117 | 0–1 | |
| 1 (schwach) | 74–95 | 118–153 | 1–2 | über 980 |
| 2 (mäßig) | 96–110 | 154–177 | 2–3 | 965–979 |
| 3 (stark) | 111–130 | 178–210 | 3–4 | 945–964 |
| 4 (sehr stark) | 131–158 | 211–249 | 4–6 | 920–944 |
| 5 (verwüstend) | über 158 | über 249 | über 6 | unter 920 |
Die Zerstörungskraft eines Hurrikans wächst etwa mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit.
Die resultierende Windgeschwindigkeit über Grund ergibt sich aus der Bewegung des Zentrums (Zuggeschwindigkeit, siehe unten) überlagert mit der umlaufenden Rotationsbewegung des Wirbels, die im Bereich der Eyewall rund um das fast windstille Auge am größten ist. Ein Hurrikan mit bis zu 100 km Durchmesser kann Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen; in den besonders gefährdeten Zonen rechts der Zugrichtung eines verheerenden Hurrikans der Kategorie 5 werden auch 300 km/h überschritten.
Von quasi unbewegten Hurrikans, die sich selber abschwächten indem sie kühleres Meereswasser an die Wasseroberfläche brachten, bis hin zu tänzelnden, schlingernden und schleifenförmigen Verläufen über Grund ist schon alles beobachtet worden. Auch nach Osten ziehende Wirbelstürme und unerwartete kurzfristige Richtungsänderungen wie plötzliches Abdrehen nach Südwesten sind nicht auszuschließen.
Hurrikans erhalten ihre Energie aus der Verdampfung des warmen Oberflächenwassers. Treffen sie während ihres Zugs auf Land - man spricht dann vom Landfall - so schwächt sich ihr Nachschub an Energie ab und sie verlieren an Stärke. Tiefer landeinwärts gelegene Regionen werden deshalb von der Windgeschwindigkeit weniger heftig getroffen. Da sich im Hurrikaneinzugsgebiet aber auch große Wassermassen in den Wolken befinden, kann das Abregnen dieser Wolken auch noch Hunderte von Kilometern von der Küste entfernt als Tropischer Wirbelsturm gigantische Niederschlagsmengen mit sich bringen.
Die Vorhersage der Zugrichtung und der Stärke von Hurrikans ist wichtig, um die Bevölkerung in den betroffenden Regionen rechtzeitig zu warnen und gegebenenfalls zu evakuieren.
Die hohen Windgeschwindigkeiten können zunächst direkt durch den Impuls der Luftmassen Schäden z.B. an Gebäuden oder Bäumen verursachen. Auf Grund der hohen Geschwindigkeiten können auch schwere Gegenstände durch die Luft geschleudert werden, welche ihrerseits wieder Schäden verursachen können.
Über dem Meer werden durch den starken Wind das Wasser hohen Wellen erzeugt. Daneben schiebt der Hurrikan einen Flutberg vor sich her. Da sich auf der Nordhalbkugel ein Hurrikan gegen den Uhrzeigersinn dreht, ist dieser Flutberg besonders in jenen Quadranten ausgeprägt, die sich rechts von seiner Laufrichtung befinden, denn dort addieren sich die Vektoren seiner Zugrichtung und der umlaufenden Winde. Bei Landfall ist daher in diesen Quadranten mit den schwersten Überflutungen zu rechnen. Bisweilen kann der Flutberg an Land bis auf 10 m über NN auflaufen (Hurrikan Katrina). Ausnahmen gelten für kleine Inseln, über die nur ein Teil des Hurrikans hinwegzieht, oder Buchten, in denen die Flut auch in dazu abweichenden Richtungen auflaufen kann.
Durch die kontinuierliche Verdampfung von warmen Oberflächenwasser und Kondensation an der oberen Schicht des Wolkensystems, befinden sich große Wassermengen im Sturmsystem, die zu extrem starken Niederschlägen führen können. Hierdurch können Überschwemmungen selbst in höher gelegenen Gebieten ausgelöst werden.
Im Auge des Hurrikans fallen von den Seiten kalte Luftmassen in das Zentrum. An der Grenze des Auges eines starken Hurrikans können sich deshalb kurzzeitig Tornados bilden. Deren Lebensdauer ist meist nur auf Sekunden oder Minuten beschränkt, ihr Zerstörungspotential ist dafür um so heftiger.
Siehe auch: Folgen der globalen Erwärmung
Es kann allerdings auch passieren, dass Namen ganz von der Liste verschwinden: Wenn ein Hurrikan besonders schlimmen Schaden angerichtet hat, kann die WMO entscheiden, dass dessen Name nicht mehr wiederverwendet wird. So findet sich beispielsweise der Name „Ivan“ aus dem Jahre 2004 zusammen mit drei anderen Namen in der Liste für 2010 nicht mehr – stattdessen ist nun der Name „Igor“ verzeichnet. Es ist wahrscheinlich, dass aus der Namensliste der sehr aktiven Saison 2005, die 2011 wiederverwendet wird, erstmals mehr als vier Namen auf einmal gestrichen werden.
Während der erste Sturm jedes Jahres im Atlantik einen Namen bekommt, der mit einem A beginnt, wird im Zentralpazifik (beginnend bei 140° West) jeweils der nächste Name der Liste vergeben, unabhängig von Jahr oder Buchstaben.
Beispiel: Der Hurrikan vor „Katrina“ trug den Namen „Jose“. Auf „Katrina“ folgten „Lee“ und „Maria“. Da der erste Hurrikan eines jeden Jahres mit „A“ anfängt, kann man leicht erkennen, wieviele Stürme es schon gegeben hat: „Katrina“ war der 11. Sturm des Jahres 2005, „Maria“ der 13.
| Lfd. Nr. | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Alberto | Andrea | Arthur | Ana | Alex | Arlene |
| 2 | Beryl | Barry | Bertha | Bill | Bonnie | Bret |
| 3 | Chris | Chantal | Cristobal | Claudette | Colin | Cindy |
| 4 | Debby | Dean | Dolly | Danny | Danielle | Don |
| 5 | Ernesto | Erin | Edouard | Erika | Earl | Emily |
| 6 | Florence | Felix | Fay | Fred | Fiona | Franklin |
| 7 | Gordon | Gabrielle | Gustav | Grace | Gaston | Gert |
| 8 | Helene | Humberto | Hanna | Henri | Hermine | Harvey |
| 9 | Isaac | Ingrid | Iko | Ida | Igor | Irene |
| 10 | Joyce | Jerry | Josephine | Joaquin | Julia | Jose |
| 11 | Kirk | Karen | Kyle | Kate | Karl | Katia |
| 12 | Lee | Leslie | Lorenzo | Lili | Larry | Lisa |
| 13 | Michael | Melissa | Marco | Mindy | Matthew | Maria |
| 14 | Nadine | Noel | Nana | Nicolas | Nicole | Nate |
| 15 | Oscar | Olga | Omar | Odette | Otto | Ophelia |
| 16 | Patty | Pablo | Paloma | Peter | Paula | Philippe |
| 17 | Rafael | Rebekah | Rene | Rose | Richard | Rina |
| 18 | Sandy | Sebastien | Sally | Sam | Shary | Sean |
| 19 | Tony | Tanya | Teddy | Teresa | Tomas | Tammy |
| 20 | Valerie | Van | Vicky | Victor | Virginie | Vince |
| 21 | William | Wendy | Wilfred | Wanda | Walter | Whitney |
Sollte dieser „Namensvorrat“ in einem Jahr nicht ausreichen werden die nachfolgenden tropischen Stürme nach dem Griechischen Alphabet benannt. Dies geschah erstmals in der Saison 2005, als der 22. Tropensturm der Saison Alpha, der 23. Beta, der 24. Gamma, der 25. Delta und der 26. Epsilon genannt wurden. Der erst einen Monat nach der offiziellen Saison aufgetretene Tropensturm Nummer 27 wurde demnach Zeta genannt, ein weiterer würde den Namen Eta bekommen. Sollte einer der nach dem griechischen Alphabet benannten Stürme so schwere Schäden verursachen, dass der Name von der Liste gestrichen wird, so würde dieser Buchstabe in jeder nachfolgenden Saison, in der griechische Buchstaben erforderlich werden, übersprungen werden.
| Lfd. Nr. | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Adrian | Aletta | Alvin | Alma | Andres | Agatha |
| 2 | Beatriz | Bud | Barbara | Boris | Blanca | Blas |
| 3 | Calvin | Carlotta | Cosme | Cristina | Carlos | Celia |
| 4 | Dora | Daniel | Dalila | Douglas | Dolores | Darby |
| 5 | Eugene | Emilia | Erick | Elida | Enrique | Estelle |
| 6 | Fernanda | Fabio | Flossie | Fausto | Felicia | Frank |
| 7 | Greg | Gilma | Gil | Genevieve | Guillermo | Georgette |
| 8 | Hilary | Hector | Henriette | Hernan | Hilda | Howard |
| 9 | Irwin | Ileana | Ivo | Iselle | Ignacio | Isis |
| 10 | Jova | John | Juliette | Julio | Jimena | Javier |
| 11 | Kenneth | Kristy | Kiko | Karina | Kevin | Kay |
| 12 | Lidia | Lane | Lorena | Lowell | Linda | Lester |
| 13 | Max | Miriam | Manuel | Marie | Marty | Madeline |
| 14 | Norma | Norman | Narda | Norbert | Nora | Newton |
| 15 | Otis | Olivia | Octave | Odile | Olaf | Orlene |
| 16 | Pilar | Paul | Priscilla | Polo | Patricia | Paine |
| 17 | Ramon | Rosa | Raymond | Rachel | Rick | Roslyn |
| 18 | Selma | Sergio | Sonia | Simon | Sandra | Seymour |
| 19 | Todd | Tara | Tico | Trudy | Terry | Tina |
| 20 | Veronica | Vicente | Velma | Vance | Vivian | Virgil |
| 21 | Wiley | Willa | Wallis | Winnie | Waldo | Winifred |
| 22 | Xina | Xavier | Xina | Xavier | Xina | Xavier |
| 23 | York | Yolanda | York | Yolanda | York | Yolanda |
| 24 | Zelda | Zeke | Zelda | Zeke | Zelda | Zeke |
Siehe: Worldwide Tropical Cyclone Names
Huracà | Tajfun | Teiffŵn | Orkan | Uragano | Tropical cyclone | huracán | Cyclone tropical | 台風 | 열대저기압 | Orkaan | Cyklon tropikalny | Furacão | Uragan | tropski ciklon | Orkan | 熱帶氣旋
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