Ein Hundeschlitten ist ein von Hunden gezogener Schlitten zum Transport von Personen und Gütern in polaren Regionen.
Als Schlittenhunde werden gerne Huskys benutzt, deren dichtes Fell, Ausdauer und Bewegungsdrang gute Voraussetzungen für diese Aufgaben sind.
Hundeschlitten werden hauptsächlich in der Polarregion wie z. B. Alaska, Grönland und der Arktis verwendet. Dort werden sie als einfaches Fortbewegungsmittel, Transportmittel oder bei Rennen (z.B. dem Iditarod) eingesetzt. Auch bei Forschungsstationen wie der Scott Base kommen sie zum Einsatz.
Ursprünglich waren die Hundeschlitten der Naturvöker aus Holz und Leder gebaute sehr flexible Konstruktionen. Schon damals gab es auch größere Arbeitschlitten. Im heutigen Renneinsatz werden Schlitten aus Metall und Holz (häufig Esche und Hickory verwendet. Wesentliches Konstruktionsmerkmal ist aber eine gewisse Flexibilität. Moderne Rennschlitten liegen gewichtsmäßig zwischen 8 und 12 kg.
Wichtige Bauteile eines Hundeschlittens sind die Kufen, auf denen der Schlitten läuft und auf deren hinteren Enden der Musher (Schlittenführer) steht. Über Gewichtsverlagerung auf den Kufen kann die Kurvenfahrt beeinflusst werden. An der Vorderseite des Schlittens ist ein halbrunder Bogen aus weichem Holz oder Kunststoff montiert, der sogenannte brush-bow. Dieser soll verhindern, dass der Schlitten die Hunde verletzt, falls er auf sie auffährt. Die auf den Kufen aufgesetzte Konstruktion umfasst im Wesentlichen die Ladefläche und den handle-bar, den Handgriff, an dem sich der Musher während der Fahrt festhält.
An einem modernen Hundeschlitten finden sich bestimmte Bauteile, die einen sicheren Betrieb ermöglichen sollen. Wichtig ist die Bremse, die hauptsächlich in zwei Konstruktionsvarianten vorliegt. Es gibt Matten- und Krallenbremsen, beide Systeme basieren darauf, dass der Musher zwischen den hinteren Kufen einen Widerstand ausbringt und diesen mit seinem Körpergewicht beschwert. Bei der Mattenbremse wird hierzu eine am Schlitten befestigte Matte mit griffiger Oberfläche auf den Trail geworfen und der Musher tritt auf die Matte. Bei der Krallenbremse ist eine metallene Kralle an Scharnieren am Schlittenende befestigt, eine Feder hält sie vom Boden weg. Der Musher tritt zum Bremsen auf den Mechanismus und treibt die Kralle in den Untergrund. Je nach Gewichtsbelastung des Bremsmechanismus kann auf diese Weise die Geschwindigkeit reguliert werden.
Zusätzlich sollte der Schlitten über eine Notleine verfügen, die zwei Funktionen hat. Zum einen wird der Schlitten mit dieser Leine bei längeren Stops an einem festen Gegenstand z.B. einem Baum fixiert, zum anderen schleift die Notleine während der Fahrt hinter dem Schlitten her und soll dem Musher im Falle eines Sturzes vom Schlitten eine Chance geben sich am Gespann festzuhalten.
Um während der Fahrt anhalten zu können oder einen Notstop vorzunehmen, verfügt der Schlitten über einen Schneeanker. Analog zum Schiffsanker handelt es sich dabei um eine scharfkantige Metallkonstruktion, die über eine Leine mit dem Schlitten verbunden ist. Der Anker kann in den Schnee gesetzt werden und zieht sich dann unter Zugbelastung weiter in den Untergrund und hindert so das Gespann am Fortlaufen.
Als letztes wichtiges Teil eines Hundeschlittens soll der Schlittensack Erwähnung finden. Dabei handelt es sich um einen Sack, der auf der Ladefläche des Schlittens befestigt wird. Er dient dem Transport der Ausrüstung und ist auf Langstreckenrennen vorgeschrieben, um darin verletzte Hunde sicher transportieren zu können.
Die unterschiedlichen Einsatzgebiete für Hundeschlitten haben drei verschiedene Arten der Anspannung hervorgebracht. Anspannung meint hier ähnlich wie beim Pferdefuhrwerk, in welcher Weise Hunde und Schlitten miteinander verbunden sind. Zu unterscheiden sind:
Häufig verwandte Kommandos sind:
Das Wichtigste an einem Hundeschlitten ist immer ein gut trainiertes Gespann, das mit dem Musher zusammenarbeitet.
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