Als Humankapitaltheorie bezeichnet man Untersuchungen der Ressource Bildung (Humankapital) unter wirtschaftlichen Aspekten. Insbesondere geht es dabei um die Messung gesamtwirtschaftlicher Auswirkungen einer verbesserten Bildung. Dieser Zusammenhang wird in der Regel über einen Vergleich von Kosten und Nutzen der Bildungsausgaben gemessen.
Eine bedeutende Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten wurde ab den 1960er Jahren publiziert: Theodore Schultz wird als einer der Väter der modernen Humankapitaltheorie angesehen. Weitere wichtige Arbeiten stammen u. a. von Gary Becker und Robert Solow . Das als Solow-Modell bekannt gewordene neoklassische Wachstumsmodell ist ein bis heute vielgenutztes Modell zur Erklärung der Grundlagen ökonomischen Wachstums. Es postuliert, dass die einzige langfristig relevante Einflussgröße auf das Wachstum einer Volkswirtschaft der technische Fortschritt sei. Dieser wiederum drückt sich aus in einer höheren Arbeitsproduktivität, welche v. a. durch eine bessere Bildung erreicht werden kann.
Die wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen der Humankapitaltheorie erlangten große Bedeutung; Schultz erhielt den Wirtschaftsnobelpreis 1979, Solow 1987 und Becker 1992. Auch andere Nobelpreisträger waren oder sind im Bereich der Humankapitaltheorie aktiv - so beispielsweise Jan Tinbergen (Nobelpreis 1969) oder Milton Friedman (Nobelpreis 1976).
Damit das Kapital seine Wirkung voll entfalten kann, muss es von anderen erkannt und anerkannt werden, dann wird es von Bourdieu als symbolisches Kapital bezeichnet (dies können etwa Doktortitel beim kulturellen Kapital, Adelstitel beim sozialen Kapital oder Luxusgüter beim ökonomische Kapital darstellen), dem immer eine der grundlegenden drei anderen Kapitalarten zugrunde liegt.
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