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Humanität (lat.: humanitas für Menschlichkeit) bezeichnet die allgemeine Menschenliebe, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.

Für Cicero war es ein Begriff für die ganzheitliche Bildung des Menschen. In diesem Sinne wurden die Studia humanitatis betrieben.

Der Gedanke der Humanität umfasst die prinzipielle Gleichheit aller Menschen jeder Herkunft und jeden Geschlechtes, die allgemeine Menschenwürde und den Pazifismus (die Ablehnung des Angriffskrieges). Im weiteren Sinn beinhaltet Humanität auch religiöse und politische Toleranz und Achtung vor dem Mitmenschen und seinen Überzeugungen.

Die praktische Humanität führt zur Hilfsbereitschaft und zum Engagement in sozialen Einrichtungen wie etwa der Caritas oder der Diakonie. Vielfach äußert sie sich auch in besonderer Achtung vor der Natur.

Besonders in der Zeit der Aufklärung (Johann Gottfried Herder, Friedrich Schiller usw.) und nach dem Zweiten Weltkrieg lebte der Gedanke der Humanität neu auf. Im Zusammenhang mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist er von zentraler Bedeutung. In den Verfassungen der demokratischen Staaten ist die Humanität in den Gesetzen (siehe Deutsches Grundgesetz) fest verankert.

Im Christentum, im Buddhismus und in anderen Religionen ist die Humanität eine religiöse Pflicht. Diese Seite ist sehr ambivalent, da auch im Namen der Religion vermeintlich „gerechte Kriege“ geführt wurden bzw. werden. (Siehe auch: Heiliger Krieg)

Was für abstruse Formen ein Verständnis von Humanität annehmen kann, zeigt exemplarisch der ehemalige Minister für Staatssicherheit der DDR Erich Mielke. Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüsste, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozess. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. * Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil. (Abschrift der Tonbandaufzeichnung der erweiterten Kollegiumssitzung am 19.2.1982, dokumentiert bei Joachim Walther: Erich Mielke - ein deutscher Jäger, Audio CD, München 1997) Mit Humanität hat das nichts zu tun. Es ist ein Zeugnis genau von derem Gegenteil, der Inhumanität und Unmenschlichkeit seiner Gesamthaltung.

Siehe auch


Weblinks


Wertvorstellung | Tugend

humanitas

 

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