Hugo Haase (* 29. September 1863 in Allenstein, Ostpreußen; † 7. November 1919 in Berlin) war ein deutscher Jurist, Politiker und Pazifist.
Am 8. Oktober 1919 wurde Haase von Johann Voß, einem angeblich geistesgestörten Lederarbeiter, durch Schüsse schwer verletzt und starb am 7. November 1919 in Berlin an den Folgen des Attentats. Er war mit Thea Lichtenstein verheiratet und hatte einen Sohn. Von August 1945 bis April 1953 war eine Straße in Leipzig, die heutige Erich-Weinert-Straße, nach Haase benannt. Heute ist nach ihm die Hugo-Haase-Straße in Strehla benannt.
Nach Ostern 1917 wurde er Vorsitzender der neu gegründeten USPD (Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands), die sich von der Mehrheitssozialdemokratie (MSPD) abspaltete und für sofortige Friedensverhandlungen eintrat. Die von Haase geführte USPD errang bei den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung am 19. Januar 1919 nur 7,6% der Stimmen. Nach Gründung der KPD sprach er sich für eine Wiedervereinigung von USPD und SPD aus und stellte sich damit gegen den radikalen USPD-Flügel, der einen Zusammenschluss mit der KPD und einen Anschluss an die Kommunistische Internationale anstrebte.
Nach dem Scheitern der deutschen Kriegsplanungen Ende 1914 wandte sich Haase aber immer stärker und offener gegen den Krieg und gegen die Kriegspolitik der SPD-Reichstagsfraktion. 1915 wurde er deshalb zum Rücktritt als Fraktionsvorsitzender, 1916 zum Rücktritt als SPD-Vorsitzender gezwungen. Im März 1916 übernahm er die Leitung der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, in der sich die Kriegsgegner unter den SPD-Abgeordneten zusammengefunden hatten. Nach Ende des Krieges gehörte Haase als eines von drei USPD-Mitgliedern dem Rat der Volksbeauftragten an, dessen Leitung er zusammen mit Friedrich Ebert innehatte. Nach den Weihnachtskämpfen traten die USPD-Volksbeauftragten geschlossen aus dem Rat aus. Seit den Wahlen 1919 gehörte er bis zu seinem Tode der Weimarer Nationalversammlung an und führte dort die USPD-Fraktion.
Reichstagsabgeordneter | SPD-Mitglied | USPD-Mitglied | Ermland | Mann | Geboren 1863 | Gestorben 1919 | Ostpreußen
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