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Hugo Capet (französisch Hugues Capet) (* Winter 941; † 24. Oktober 996 in Les Juifs bei Chartres) war König von Frankreich von 987 bis 996 und unter anderem Herzog von Franzien (Dux Francorum) von 956 bis 996.

Leben


Hugo wurde als ältester Sohn von Hugo dem Großen († 956) und dessen Ehefrau Hadwig von Sachsen († 959), der Schwester Kaiser Ottos I., geboren. Er folgte seinem Vater nach dessen Tod als Herzog von Franzien, sowie als Graf von Poitou und Orléans und einer Reihe weiterer Grafschaften, wurde aber erst 960 volljährig. Er kumulierte den Titel des Grafen von Tours mit dem des Laienabts von Saint-Martin de Tours, der ihm eine Reihe von Vasallen in Parisis, Touraine, Anjou, Orléanais und Burgund zuführte.

Im Jahr 986 griff Hugo Capet nach der Macht im Westfrankenreich. Als der karolingische König Lothar I. den Erzbischof Adalbero von Reims wegen Hochverrats anklagte, stürmte Hugo Capet das Gericht, rettete damit Adalbero und tötete den König. Zwar erbte dessen 20jähriger Sohn Ludwig V. den Thron unter der Regentschaft Hugos, doch starb Ludwig bereits 14 Monate später, am 21. Mai 987 durch einen Jagdunfall ohne direkte Erben.

Noch im gleichen Monat wurde Hugo Capet als mächtigster Adliger im Westfrankenreich auf einer Versammlung in Senlis zum König gewählt, und am 3. Juli 987 von Adalbero von Reims in Noyon gekrönt. Mit ihm beginnt die Herrschaft der Kapetinger in Frankreich, die nach der Unterbrechung durch die Französische Revolution erst durch die Februarrevolution 1848 endgültig beendet wurde.

Seinen Beinamen Capet verdankt er dem Titel des Abts von Saint-Martin, wo der halbe Mantel des heiligen Martin von Tours aufbewahrt wurde; obwohl bereits sein Vater diesen Beinamen aus eben dem gleichen Grund trug, wird lediglich sein Sohn heute damit in Verbindung gebracht. Der politische Wert dieses Beinamens diente zur Stütze der Macht der von neuen königlichen Dynastie durch den – durch die letzten Karolinger vernachlässigten – Klerus. Weitere Abteien, deren Laienabt er wurde, waren u.a.: Saint-Germain d'Auxerre, St. Aignan in Orléans, Saint-Quentin und Saint-Vaast. Hugo Capet wurde in der Basilika Saint-Denis begraben.

Nachkommen


Etwa im Sommer 968 hatte er sich mit Adelheid (Aelis/Alice) vermählt, Tochter des Herzogs Wilhelm III. von Aquitanien und der Gerloc-Adele von der Normandie, mit der er einen Sohn, Robert, und drei Töchter hatte. Robert wurde 988 zum Mitkönig bestimmt.

Das Chanson de geste „Hugues Capet“


Hugo Capet ist Titelheld eines um 1360 verfassten Chanson de geste, in dem die Überlieferung einer ursprünglich bürgerlichen Herkunft der Dynastie aufgenommen wird: Er sei der Sohn eines Pariser Fleischers gewesen, der aufgrund seiner Taten zur Verteidigung Frankreichs und vor allem der Stadt Paris gegen eine Armee aus Deutschland und Burgund zum König erhoben worden sei. Das Werk spiegelt die politische Krise der Jahre 1355 und 1356 wider, als das Königtum dem Pariser Bürgertum unter Etienne Marcel schmeicheln musste, das nach den verlorenen Schlachten bei Crécy (1346) und Maupertuis (1356) jede Gelegenheit nutzte, um den Adel herabzuwürdigen.

Weblinks


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