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Als eine Hube (auch Hufe oder Lahn) wurde seit dem Frühmittelalter ein Bauerngut oder Gehöft mit ausreichenden Acker- und Weideflächen bezeichnet, die eine Familie bearbeiten und von der sie sich ernähren konnte. Das Wort stammt aus dem Frankenreich des 8. Jahrhunderts (latein. huba) und wandelte sich um 1200 zur deutschen Hube (schwäb. hueb, huebm, hufe). Im Zuge der Kolonisierung wurde das Land zur Bewirtschaftung „verliehen“, die bei der Rodung ursprünglich von Herrensitzen und Meierhöfen aus erfolgt war - siehe die Bezeichnung Waldhufendorf.

Geschichte


Im Laufe der Zeit - etwa ab dem 15. Jahrhundert - wurde aus der Hube eine Mischgröße aus Flächenmaß und Ertragfähigkeit des Bodens, von der auch die Steuern an die Grundherrschaft und allfällige Dienste abhingen. Dementsprechend variierte die Fläche je nach Land und Bodentyp von etwa 5 bis 30 Hektar (10-50 „Tagbaue“ oder Joch). Eine Beschreibung aus Kärnten von 1780 lautet z. B.: Eine Landhube soll nach alter Ausschlagung 16 Tagbau, eine Mahd, sowie in einiger Weide, Holz und Ströb bestehen. Ein Tagbau ist im Flachland 4-5000 m² - jene Fläche, die mit vier Pferden an einem Tag bearbeitet werden kann.

In Süddeutschland und Österreich bedeutete die Hube eher - durch das alpine Gelände bedingt - ein größeres Gehöft mit ausreichenden Agrarflächen. Durch sie konnten die Bauern Pferde statt Zugochsen halten, sowie eine gewisse Selbständigkeit. In Sachsen wurden sie Pferdner oder Hüfner genannt und hatten - wie auch anderswo - meist Anteil an der dörflichen Gemeindeflur.

Im Bayern des 17. Jahrhunderts und in Württemberg wertete (besteuerte) man die Höfe „nach diesem Modus des Hoffußes ... gleich 2 Huben (Halbhöfe) oder gleich 4 Lehen“ (H. Peetz 1880), deren Fläche aber stark variierte. Anderswo setzte man 2 oder 4 Huben dem Wert einer Meierei (fränkischer Meier- oder Gutshof) gleich.

Eine Sonderform waren die Forsthuben, der Dienstsitz hoheitlicher Forstbeamten.

In österreichischen Ländern (Oberösterreich bis Württemberg) entstanden in den letzten Jahrhunderten folgende Bezeichnungen, die bis heute (auch in manchen Familiennamen - Huber, Hüb(e)ner, Hüf(f)ner, Huemer usw.) fortwirken:

Bauernhof (Großbauer) 2 Huben (Doppel-Lehen)
Ganzbauer, Huber (Hueber, Huemer) 1 Hube, 2 Pfund oder mehr zu versteuern
Halb(ge)bauer ½ Hube, 1-1,5 Pfund
Herberge < ½ Hube, statt Großvieh Schafe/Ziegen
Viertelbauer ¼ Hube, unter 1 Pfund, Nebenerwerb
Kleinhäusler (Knecht) unter ¼ Hube („Keusche“)
Zulehner Grundstücke ohne Gebäude
Hubjäger Jäger mit einer Forsthube als Dienstgut
Hubmeister landesfürstl. Beamter des Kammerguts
Vom Rhein bis Ostpreußen sind Hubengrößen von 15 bis 160 örtlicher Morgen nachgewiesen. Da oft unbekannt ist, wie groß diese Morgen (ca. ½ Tagbau bzw. Joch/Juchart) im Einzelfall waren, sind exakte metrische Vergleichsmaße nur schwer zu errechnen.

Hufe ist die norddeutsche Bezeichnung für die Hube, dem bis etwa 1810 in Österreich-Ungarn, Schweiz und Süddeutschland gebräuchlichen Ertragsmaß, und entspricht – regional unterschiedlich – etwa 15 bis 20 Hektar.

Im Gegensatz zur Hube, deren Fläche je nach Land etwa 6 bis 25 ha ausmachte, schwankt die – vor allem in Preußen und Polen verwendete – Hufe wegen des flacheren Geländes und gleichmäßigerer Bodenqualität etwas weniger. Die Hufe diente dabei auch als Bemessungseinheit zur Erhebung der herrschaftlichen Abgaben und Dienste.

Gleichzeitig bezeichnete die Hufe auch die Vollbauernstelle an sich. Bauer auf einer solchen Stelle war als Hufner vollberechtigtes Mitglied der Dorfgemeinschaft und konnte im Rahmen des im Dorf geltenden Rechts eigenverantwortlich wirtschaften und sich an der bäuerlichen Selbstverwaltung beteiligen. In vielen Gegenden erhielt sich die Hufenverfassung der Dörfer bis in das 18. Jahrhundert und wurde erst mit der Verkoppelung aufgehoben.

Genauer bekannte Maße


6,0752 ha (Frankfurt am Main)
60752,40 m² (Frankfurt am Main) (In Preußen ab 1813 offiziell nur noch Hektar und Ar)
1 flämische Hube 16,80 ha (etwa Durchschnittswert aller Huben)
1 preußischer Hufen 16,5 ha (rund 66 preußische Morgen)
1 fränkische Hube 23,9 ha, seltener 27,19 ha
1 sächsische Hube 19,92 ha (als Hufen auch = 12 ha)
1 Hufe (Brandenburg) 17,0215 ha (30 große Morgen, 400 Quadratruten)
1 H. 30 Morgen
1 H. (Mecklenburg) 13,007 ha (10 Last = 100 Scheffel Aussaat)
1 Hube 30 Morgen = 5,531 ha (Fulda)
1 kulmische Hufe 17,3387 ha (Preußen, ~67 preuß. Morgen)
1 oletzkosche Hufe 15,648 ha (Preußen/Polen 1720)

Siehe auch


Weblinks


Alte Maße und Gewichte

 

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