Ein Hubkolbenmotor ist ein Motor, der die Volumenänderung eines Gases in eine Drehbewegung umsetzt. HKM.gif
Beispiele für Hubkolbenmotoren sind:
Die Massenkräfte der linear bewegten Teile des Kurbeltriebes (oszillierende Massen) lassen sich durch folgende Formel näherungsweise berechnen:
: Oszillierende Massenkraft
: Oszillierende Masse
: Kurbelradius
: Winkelgeschwindigkeit der Kurbelwelle
: Verhältnis von Kurbelradius zu Pleuellänge
: Zeit seit Durchlaufen des oberen Totpunktes
Hierbei sind die beiden Teile innerhalb der Klammer zu beachten, ergibt die Massenkraft 1. Ordnung, ergibt die Massenkraft 2. Ordnung.
Die Massenkraft 2. Ordnung oszilliert mit doppelter Kurbelwellendrehzahl, kann also nur mittels Ausgleichswellen oder Mehrzylinderanordnungen (mindestens 6 Zylinder) kompensiert werden.
Theoretisch treten nicht nur 1. und 2. Ordnung auf, sondern unendlich viele Ordnungen, die jedoch ab der 3. Ordnung aufgrund ihrer geringen Größe meistens vernachlässigbar sind.
Lanchester-Ausgleich.jpgDie rotierenden Massen des Kurbeltriebs können durch Gegengewichte an der Kurbelwelle ausgeglichen werden.
Oszilierende Massenkräfte 1. und 2. Ordnung können bei Mehrzylindermotoren durch eine geschickte Anordnung der Zylinder vermieden oder vermindert werden. Bei Reihenmotoren mit weniger als 6 Zylindern und V-Motoren mit weniger als 8 Zylindern kommen oft Ausgleichswellen zum Einsatz.
Um Massenkräfte 2. Ordnung auszugleichen benötigt man mindestens 6 Zylinder beim Reihenmotor oder 8 Zylinder beim V-Motor, oder Ausgleichswellen, auf denen entsprechende Ausgleichsunwuchten mit doppelter Kurbelwellen-Drehzahl umlaufen (zum Beispiel Lanchester-Ausgleich (Abb.2)).
Die Form der Drehunförmigkeit wird bestimmt durch die Geometrie und Massen der Motorbauteile, dem Druckverlauf im Zylinder sowie dem Arbeitsverfahren (Zweitakt- bzw. Viertaktverfahren) sowie dem Betriebspunkt (Last/Drehzahl) des Motors. Der Nebenantrieb der Nockenwelle und der Sekundärantrieb von Nebenaggregaten können ebenfalls einen Einfluss haben.
Diese sog. Drehungleichförmigkeit ist die Ursache für Torsions-Schwingungen im nachgeschalteten Antriebsstrang, die häufig auch zu unangenehmen Motorgeräuschen führen. Um diese zu reduzieren kommen Zweimassenschwungräder oder Torsionsschwingungs-Tilger beziehungsweise -Dämpfer zum Einsatz.
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