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Die Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW) ist die größte deutsche Werft. Seit der Fusion mit den ThyssenKrupp-Werften Anfang 2005 ist sie Teil der TKMS. Bekannt ist das Unternehmen heute vor allem für seine U-Boote der U-Boot-Klasse 212, die es in Kooperation mit den Nordseewerken Emden baut. Auch im zivilen Bereich hat die Werft innovative Prototypen konstruiert und gefertigt, wie z.B. die seinerzeit größten Containerschiffe für die APL (American President Line) oder die ersten lukendeckellosen Containerschiffe der Welt für die Reederei Norasia. In der jüngeren Vergangenheit wurden meist Prototypen auf HDW entwickelt und gefertigt und Folgebauten dann in Lizenz im Land der Auftraggeber gebaut. Dies betrifft heute insbesondere sog. "Package"-Verträge im U-Boot-Bau. Dieses Verfahren ist umstritten: Es sichert zwar den "Innovationstandort Deutschland", aber nicht die Arbeitsplätze in der Fertigung. Der mittlerweile nicht mehr zu verschweigende Technologieklau seitens fernöstlicher Länder (HDW/TKMS liefert auch die U-Boot-Klasse 214 an Südkorea) ist nicht auszuschließen, sondern eher wahrscheinlich (siehe Transrapid).
Das erste Schiff unter dem Namen "Howaldt" verließ 1865 die Werft an der Kieler Förde, ein kleiner Dampfer namens Vorwärts. Bis zur Jahrhundertwende hatten bereits 390 Dampfer die Werft verlassen. Im 1. Weltkrieg wurden einige wenige U-Boote für die Kaiserliche Marine gebaut. Die HDW profitierte dabei davon, dass Kiel in dieser Zeit zum zentralen Hafen der deutschen Marine ausgebaut wurde.
Nach dem Krieg erfolgte eine beinahe Pleite und danach die Rettung, die eine Expansion nach Hamburg (der Betriebsteil wurde 1985 wieder geschlossen) mit sich brachte. 1937 ging die Werft in das Eigentum der Kriegsmarine über. Im zweiten Weltkrieg bauten die Howaldtswerke Hamburg 33 U-Boote für die Kriegsmarine, die Howaldtswerke Kiel 31 (Typ VIIC). Als einzige Kieler Großwerft wurden die Howaldtswerke nicht demontiert und florierten im anschließenden Wirtschaftswunder. Unter anderem ließ Aristoteles Onassis hier einige seiner Tanker bauen.
1968 fusionierten die Hamburger und die Kieler Werft mit der Hamburger Deutsche Werft AG, die im Krieg 113 U-Boote vom Typ IXC, IXC/40 und XXIII gebaut hatte. Über 200 weitere U-Boote waren bei Kriegsende in Auftrag. Zusammen hatten beide Werften 15% der deutschen U-Boote gebaut. Von nun an hieß das Unternehmen HDW.
Ab den 1990er Jahren sanierte sich HDW, um der Konkurrenz aus Fernost standhalten zu können. Besonders der Containerschiffbau geriet stark unter Druck. Durch Käufe der schwedischen Kockumswerft, den griechischen Helenic Shipyards und Kooperationen wandelte sich HDW zu einem internationalen Konzern.
Der Sitz der Gruppe ist Kiel mit Haupt-Aktivitäten in Kiel (Deutschland), Karlskrona (Schweden), Malmö (Schweden), Rendsburg (Deutschland) und Skaramanga (Griechenland). Ein Schwerpunkt ist der Bau von U-Booten. Mit moderner Wasserstofftechnik wird international eine führende Position im konventionellen U-Bootbau eingenommen. Ebenfalls stammten die ersten Tarnkappen-Korvetten der Welt von der Tochtergesellschaft Kockums AB in Schweden.
2005 hat HDW mit den zur ThyssenKrupp AG gehörenden Werften Nordseewerke (NSWE, vormals Thyssen Nordseewerke) aus Emden und Blohm & Voss aus Hamburg fusioniert. Dazu hat Thyssen-Krupp HDW vom US-Finanzinvestor OEP One Equity Partners gegen Gewährung einer Beteiligung von 25 Prozent an der Zwischenholding Thyssen-Krupp Marine Systems übernommen. Der Vertrag wurde von der Kartellbehörde genehmigt. Zunächst sollen alle Standorte erhalten bleiben. Langfristig soll ein europäischer Verbund angestrebt werden. Das Geschäft war umstritten: Zum einen wurde nach den Plänen von ThyssenKrupp die Konzernzentrale nach Hamburg verlagert, der gesamte Überwasserschiffbau soll eigentlich nach Emden und in Kiel blieben nur die U-Boote. Die Gewerkschaften und die dort arbeitenden befürchten den Verlust von bis zu 1000 Arbeitsplätzen in Kiel. Mittlerweile hat HDW die Führung im Bereich Unterwasser innerhalb TKMS übernommen. Die zivilen Überwasser-Aktivitäten sind der ausgegliederten "HDW Gaarden GmbH" übergeben worden, die sich zwar das Firmengelände teilen, aber buchungstechnisch eigenständig sind. Im Unterwasserbereich wurden die beteiligten Abteilungen des vormaligen Konsortialpartners NSWE divisionär unter die Leitung von HDW gestellt. Die von HDW in die "Hochzeit" mit ThyssenKrupp eingebrachten Werften HDW-Nobiskrug in Rendsburg, HellenicShipyards (HSY) in Griechenland und die Kockums AB in Schweden sind nicht länger Bestandteil der "HDW Group",sondern wurden als Teile von ThyssenKrupp Marine Systems firmiert, bislang allerdings ohne die bisherigen Gesellschaftsformen zu ändern.
Siehe auch:
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"Howaldtswerke-Deutsche Werft".
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