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Geografische Lage
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Land: Baden-Württemberg
Landkreise: Waldshut, Lörrach
Region: Hotzenwald

Der Hotzenwald ist eine Region im Südschwarzwald.

Begriff Hotzenwald


Die Bezeichnung Hotzenwald tritt erstmals im 19. Jahrhundert auf und ist somit eine relativ junge Wortschöpfung. Der Hozzenwald wird 1864 in der 4. Auflage des Romans Der Trompeter von Säckingen von Josef Victor von Scheffel erwähnt. Als Hotzenland wird die Region zwischen Wehra und Alb in ANDREEs Handatlas 1881 bezeichnet. Der Begriff Hotzenwald in der heutigen Schreibweise ist erstmals in einem Vortrag des Heidelberger Wirtschaftshistorikers Eberhard GOTHEIN 1887 zu finden.

Der Name Hotzen für die Bewohner dieser reizvollen Berglandschaft wurde von Joseph Victor von Scheffel im Jahr 1853 benutzt, die bis dahin einfach die Wälder hießen (Scheffels Werke, Bd. 4 Leipzig 1917, S. 52).

Herleitung

Die Bezeichnung Hotzenwald ist möglicherweise aus älteren verwandten Begriffen entwickelt worden. Die im Mittelalter gebräuchlichen Begriffe Hotzen sowie Hotz könnten jeder für sich oder auch zusammen die Wortschöpfung inspiriert haben.

Das Wort Hotzen leitet sich möglicherweise auch vom Wort Houtz ab, welches ein altalemannischer Ausdruck für Bauer oder Wälder war. Eine andere Deutung kommt vom Mittelhochdeutschen hotzen – schnellgehen, schaukeln.

Geografische Lage und Topografie


Das Gebiet des Hotzenwaldes ist urkundlich nicht genau definiert. Der Hotzenwald im engeren Sinn ist das südlichste Gebiet des Südschwarzwaldes, das nach Westen in etwa durch die Wehra, im Norden in etwa durch den Oberlauf der Alb bei St. Blasien, im Osten durch den Bergrücken zwischen Alb und Schlücht und im Süden durch den Hochrhein begrenzt wird. Diese Eingrenzung des Hotzenwaldes deckt sich in etwa mit dem Gebiet der ehemaligen Grafschaft Hauenstein.

Im weiteren Sinn werden Gebiete dem Hotzenwald zugerechnet, die mit dem historisch im Südschwarzwald bedeutenden Kloster St. Blasien oder der Grafschaft Hauenstein in Verbindung standen. Dies sind im Westen die Gebiete bis zum Mittel- und Oberlauf der Wiese und im Osten bis zum Bergrücken zwischen Schlücht und Steina.

Die Region, nach beiden Definitionen, erstreckt sich überwiegend über mittlere und hohe Lagen des Südschwarzwaldes. Sie steigt vom Niveau des Hochrhein (etwa 300 m ü. NN) zügig an und erreicht auf dem größten Teil der Fläche eine Höhe von 500 bis über 1000 m ü. NN. Die Region fällt von den Erhebungen des Südschwarzwaldes im Norden zum Hochrhein im Süden hin ab und ist gekennzeichnet durch sonnige Hochebenen und Hochtäler.

Die Flüsse im Hotzenwald bilden im Oberlauf in der Regel ein Hochtal und schneiden in ihrem weiteren Verlauf tief in das Grundgebirge des Schwarzwaldes ein. Sie folgen dem Gefälle des Südschwarzwaldes in Nord-Süd-Richtung und münden schließlich als rechte Nebenflüsse in den Rhein. Flüsse in der Region Hotzenwald sind von Westen nach Osten Wiese, Wehra, Murg, Alb und Schlücht. Die Gemeinden im Kern der Region sind Rickenbach, Herrischried, Dachsberg und Görwihl.

Geschichte


Der heutige Hotzenwald (in etwa die damalige Grafschaft Hauenstein) war vor 1806 wie auch die vier Waldstädte am Hochrhein und das Kloster St. Blasien Teil Vorderösterreichs und somit Hoheitsgebiet des Hauses Habsburg. Insbesondere die weitgehende, frühe und demokratische Selbstverwaltung der Grafschaft Hauenstein, sowie die Salpetererunruhen oder Salpetererkriege werden heute mit dem Hotzenwald assoziiert. Diese Ereignisse bezeichnete Scheffel einst als fossil gewordener Bauernkrieg (Scheffels Werke, Bd. 4 Leipzig 1917, S. 261).

In der Zeit als sich die Bezeichnung Hotzenwald im Sprachgebauch etablierte, verlor die Region, im Wesentlichen als Folge der Eisenbahnlinie am Hochrhein, den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung. Die Bergwerke im Hotzenwald sowie die Eisenhütten und -schmieden am Hochrhein wurden unrentabel. Die Holzwirtschaft und Köhlerei im Hotzenwald verlor ihren Absatzmakt. Die Region entwickelte sich zu einem Armenhaus in Süddeutschland, bis nach dem Zweiten Weltkrieg das Land Baden-Württemberg ein Hotzenwaldprogramm auflegte, das die Ansiedlung von Gewerbebetrieben und die touristische Entwicklung beförderte.

Schriften


  • Beck, Karl; Die Chronik vom Höchenschwander Berg, Verlag: Edition Isele, Eggingen; Seiten 105ff, 2. Auflage 1990.
  • Bischoff, Cornelia; Wälder, Weiden, Moore. Naturschutz und Landnutzung im Oberen Hotzenwald, Verlag Regionalkultur, Heidelberg, 2004, ISBN 3-89735-268-0
  • Gruber, Otto; Deutsche Bauern- und Ackerbürgerhäuser. Eine bautechnische Quellenforschung zur Geschichte des deutschen Hauses. Verlag G.Braun, Karlsruhe; 1926.
  • Hansjakob, Heinrich; Die Salpeterer, eine politisch-religiöse Sekte auf dem südöstlichen Schwarzwald. Verlag Zimmermann Waldshut; 1867.
  • Haselier, Günther; Geschichte des Hotzenwalds. Schauenburg-Verlag, Lahr; 1973.
  • Körner, Helge; Der Hotzenwald. Beiträge zur Natur und Kultur einer Landschaft im Südschwarzwald, Lavori-Verlag, Freiburg, 2003, ISBN 3-9357-3744-0
  • Lehner, Thomas; Die Salpeterer. "freie, keiner Obrigkeit untertane Leut' auf d. Hotzenwald". Wagenbach Verlag, Berlin; 1977.
  • Metz, Rudolf; Geologische Landeskunde des Hotzenwalds. Mit Exkusionen, besonders in dessen alten Bergbaugebieten. Schauenburg-Verlag, Lahr; (1980).
  • Müller-Ettikon, Emil; Die Salpeterer. Geschichte eines Freiheitskampfes auf dem südlichen Schwarzwald. Schillinger-Verlag, Freiburg; 1979.

Weblinks


Region

Hotzenwald

 

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