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Hottentotten war eine in der Kolonialzeit von den Buren erstmals verwendete (Fremd-)Bezeichnung für das Volk der Khoi oder Khoi Khoi, wie sie sich selbst bezeichnen, im südlichen Afrika. In der Folge wurde dieser Eigenname von den Buren zumeist mit einem sehr abwertenden Zug (Pejoration) verwendet und wird heute allgemein nur noch in Bezug auf Rassismus genutzt und als Schimpfwort genutzt.

Etymologie


Der Ursprung des Wortes hotentots geht auf eine Eigenart des Khoi San zurück. Da diese Sprachen, von für europäische Ohren ungewohnten Klick-, Schnalz- und Knacklauten, sogenannten ingressiven Verschlusslauten, durchsetzt sind, wurde sie von den niederländischen Siedlern als Gestotter empfunden und die Khoi als Stotterer (im nördlichen Dialekt des Afrikaans: hotentots) bezeichnet. Doch es finden sich auch Erklärungen, nach denen es nordafrikanischen Ursprunges (Hadendoa) sein soll.

Der heutige Sprachgebrauch


Heute wird hotentots im Sprachgebrauch mit Khoi Khoi ersetzt. Das Oxford Dictionary of South African English bezeichnet es als offensive (d.h. "anstößig, beleidigend, befremdlich, widerwärtig"). Die Homepage sahistory.info.za schreibt: "This term is an insult today and we now use Khoikhoi." In Namen oder Bezeichnungen aus der Tier- und Pflanzenwelt bleibt das Wort weiterhin präsent. Beispielsweise bei der "Hottentottenfeige" (Hottentot Fig).

Der deutsche Sprachgebrauch


Das Deutsche Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 77 ff schreibt dazu:

Hottentotten (s. Tafel 65, 66, 183). Die H. nennen sich selbst Koikoin, was soviel wie Menschen bedeutet. Als Naman faßt man dagegen jetzt am besten alle H.Stämme von Deutsch-Südwestafrika zusammen, obwohl diese Bezeichnung ursprünglich wohl nur für die vor 1800 dort vorhandenen Hottentotten galt. Das sonderbare Wort "Hottentott" hat man meist als einen holländischen Spottnamen bezeichnen wollen, doch finden sich auch Erklärungen, nach denen es fremden, selbst nordafrikanischen Ursprunges (Hadendoa) sein sollte.

Das Wort fand über Matrosen und Kaufleute schon früh seinen Weg nach Deutschland. Verzerrte Berichte, Jägerlatein, Seemansgarn und die Unkenntnis vor dem Fremden taten ihr übriges, um aus dem Hottentotten, den so gut wie nie ein Deutscher je gesehen hatte, den dummen August Afrikas zu machen. Der Hottentotte wurde so während des theaterverliebten Barockzeitalters zu einer afrikanischen komödiantischen Stilfigur der sich auch bekannte deutsche Dichter nicht verschlossen. Auch als die Deutschen Jahrhunderte nach den Buren auf dem afrikanischem Boden Kolonien gründeten, übernahmen sie weiterhin unreflektiert viele Sichtweisen und Worte ihrer holländischen Nachbarn. Nun überwog jedoch die aus europäischer Sicht rückständige Lebensform der Khoi Khoi. Sie war es - neben der eigentümlichen Sprache - mit der sich von nun an das Wort „Hottentotte" verband.

Bis zuletzt hatte sich auch noch ein Sprichwort in Deutschland gehalte: „Hier geht es zu wie bei den Hottentotten!", sagte man mit Augenzwinkern, wenn es „drunter und drüber" ging und keine Ordnung erkennbar war. Die meisten Deutschen verwendeten dieses Wort bis in die jüngste Geschichte aber nicht abwertend, sondern als Bezeichnung eines afrikanischen Volkes.

Beispiele für die Verwendung des Wortes Hottentotten finden sich vor allem bei Karl May ("Kaffern und Hottentotten"), Wilhelm Raabe, Mathias Claudius und Gotthold Ephraim Lessing.

Geschichte (Südafrika)

 

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