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Hostel ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Eli Roth. Produzent ist unter anderem der amerikanische Regisseur Quentin Tarantino. In den USA startete der Film am 6. Januar 2006 und spielte bei einer Finanzierung von ca. 4,8 Millionen US-Dollar allein am ersten Wochenende 20 Millionen US-Dollar ein, was ihn auf Platz 1 der US-amerikanischen Kinorangliste brachte. Ursprünglich sollte der Film nicht nach Deutschland kommen. Nach seinen Erfolgen in den USA entschied sich Sony Pictures Germany jedoch, den Film auch in die deutschen Kinos zu bringen. Offizieller Kinostart in Deutschland war der 27. April 2006. In der deutschsprachigen Schweiz wird der Film dagegen nicht aufgeführt, weil man sich nach dem unerwarteten Erfolg von Evolution in den deutschen Kinos nun doch zur Ausstrahlung von Underworld 2 anstelle von Hostel entschieden hat. Selbst Quentin Tarantino warnte potenzielle Zuschauer vor der „Entsetzlichkeit“ des Filmes, da sich anscheinend bereits bei Testvorführungen einige Ohnmachtsanfälle ereignet zu haben scheinen.

Handlung


Der Film handelt von den zwei amerikanischen Rucksacktouristen Paxton und Josh, die mit dem Isländer Oli durch Europa reisen. Dabei erfahren die drei von einer Herberge (im Original „Hostel“) in der Slowakei, in der sich willige einheimische Frauen mit ausländischen Touristen vergnügen. Die drei machen sich auf den Weg dorthin und stellen fest, dass ihnen nicht zu viel versprochen wurde. Nach einer wilden Nacht ist Oli jedoch verschwunden. In der darauf folgenden Nacht verschwindet auch Josh. Auf der Suche nach ihm wird Paxton in eine nahe gelegene, heruntergekommene Fabrik gelockt, und erst jetzt erfährt er, in was er wirklich hineingeraten ist: In den Kellern dieser Fabrik können entführte Touristen von reichen Geschäftsleuten gegen Geld gequält, gefoltert und getötet werden.

Auch Paxton gerät kurz darauf in die Fänge der Folterer, die Oli und Josh bereits getötet haben. Paxton kann mit einer ebenfalls dort gefangenen japanischen Touristin entkommen. Bei der Flucht tötet er die zwei Mädchen und einen Handlanger, die ihn in die Falle lockten, und flieht zum Bahnhof. Entsetzt von ihrer Entstellung durch die Folter stürzt sich die Japanerin vor einen vorbeifahrenden Zug, worauf Paxton seine Flucht allein fortsetzt. Im Zug erkennt er den holländischen "Chirurgen", der Josh ermordete, und tötet ihn auf der Bahnhofstoilette nachdem er ihm die zwei Finger abschneidet die ihm selbst inzwischen auch fehlen.

Altersfreigabe


In der ursprünglich gedrehten Fassung mussten einige wenige Einzelbilder entfernt werden, um in den USA von der MPAA die Altersfreigabe R zu bekommen. Ganze Szenen wurden nicht entfernt. In Deutschland bekam der Film von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft keine Jugendfreigabe. Die deutsche Fassung ist identisch mit der R-Rated Version aus den USA.

Filmvorlage


In der deutschen Vorschau erscheint die Einblendung „Inspiriert von wahren Ereignissen“. Dabei handelt es sich um eine angeblich von Eli Roths Freund Harry Knowles entdeckte thailändische Internetseite, auf der „Mordferien“ angepriesen würden. Knowles schickte seinem Freund den Link zu dieser Website. Für die Summe von 10.000 Dollar wurden Interessierte in einen Raum gebracht, bekamen eine geladene Pistole in die Hand gedrückt und konnten einen anderen Menschen töten. Nachdem Roth Tarantino von der Internetseite erzählte, entwickelten beide gemeinsam die Handlung zu Hostel.

Bei dieser offiziellen Darstellung könnte es sich jedoch auch um einen PR-Gag handeln.

Kritik


Slowakische Politiker und weitere Kritiker bemängelten, dass der Film die Slowakei in einem schlechten Licht darstelle. So werde das Land als heruntergekommen, korrupt und brutal dargestellt.

Die Außenszenen des Films wurden nicht in der Slowakei, sondern im tschechischen Český Krumlov realisiert, die Personen im Film sprechen tschechisch anstatt slowakisch, die "lokalen" Schauspieler sind fast alle Tschechen. Weiterhin sind fast sämtliche Aufschriften auf Tschechisch oder Deutsch (nicht auf Slowakisch) geschrieben. Die im Film gezeigten PKWs und Fernsehgeräte werden seit etwa 20/30 Jahren nicht mehr verwendet, die angeblich „lokale“ Musik besteht in Wirklichkeit aus 20 Jahre alten Pop-Liedern aus der kommunistischen Tschechoslowakei. Die Region um das „geheimnisvolle“ Bratislava ist in Wirklichkeit die zweitreichste Region in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern. Die Anmerkung im Film, in der Slowakei hätte es Krieg gegeben, ist ebenso inkorrekt.

Eine Reisegesellschaft des Landes lud Regisseur Eli Roth ein, das Land wirklich kennenzulernen, was von ihm aber abgelehnt wurde.

Mediales Echo und Wirkung


Roth wollte seinen Film absichtlich schockierend und "Wirklichkeitsnah" halten. Er selber möge die Saw - Filme, halte aber einen krebskranken Mann, der anderen durch nahezu auswegslose Situationen die Freude am Leben zeigen will, für nicht sehr realistisch. In "Hostel" hingegen wolle er ein realitätsnahes Bild unserer Gesellschaft entwerfen, da es durchaus vorstellbar sei, dass reiche (gelangweilte) Geschäftsleute, die sonst alles haben, andere Menschen (zu Tode) foltern, und dafür Geld bezahlen.

Besucher des Films reagierten extrem unterschiedlich. Sein Film sei gelungen, so Roth, wenn er sähe, dass Kinobesucher während oder nach der Vorstellung auf die Toilette rennen, um sich dort zu übergeben.

Tatsächlich löste "Hostel" wegen seiner expliziten Gewaltdarstellung einiges Aufsehen aus. Beispielsweise muss Paxton in einer Szene der jungen Japanerin, die er aus ihrem Folterverließ retten will, ein heraushängendes Auge abschneiden.

Der Spiegel veröffentlichte einen mehrseitigen Artikel zum Film, in dem dieser am Ende als gut befunden wird, und zwar aufgrund der absolut kontroversen Wirkung auf die Zuschauer. So wie der Film einerseits ein Bild der Jugendlichen zeichnet, das sich beim Zuschauer entweder in Sympathie oder aber Antipathie, aufgrund des sexuell orientierten Verhaltens der Protagonisten, äußert, so wird er im "Zweiten Teil" des Films eine Umkehr seiner Gefühle erleben.

Die Finale Szene des Films, in der Paxton sich an einem der Peiniger rächt, sorgt ihrerseits für eine verstörende Wirkung. So weiß der Zuschauer nicht, ob er ein Gefühl der Genugtuung oder aber des Ekels empfinden soll, da hier prinzipiell nur die Rolle des Folterers getauscht wurde.

Trivia


  • Roth engangierte echte Straßenkinder, um die Straßengang zu spielen.
  • Als Paxton den Geschäftsmann auf dem deutschen Bahnhof verfolgt, ist im Hintergrund auf einem Plakat „Jetz auch am DVD“ zu lesen., Vermutlich ein absichtlich eingebauter Goof.
  • Als Paxton gefesselt auf dem Stuhl sitzt und mit dem Geschäftsmann spricht, hält er in der deutschen Fassung einen Monolog in Spanisch. In der englischen Fassung ist dieser Monolog auf (nicht untertiteltem) Deutsch.
  • Beim ersten Betreten der Herberge läuft auf einem Fernseher in der Lobby Quentin Tarantinos Pulp Fiction.
  • Der Japanische Kultregisseur Takashi Miike hat einen Cameo-Auftritt.
  • Die auf der Visitenkarte des Folterklubs enthaltene E-Mail-Adresse endet mit @gang.rus. Im Internet existiert jedoch keine Top Level Domain mit dem Namen .rus, Russland verwendet .ru.
  • Gegen Ende des Films ist der Schauspieler auf einem im Film deutschen Bahnhof. Tatsächlich jedoch befindet sich der Bahnhof in Prag, denn als der Zug in die Station einfährt spiegelt sich in einem Fenster das Schild mit der Aufschrift "Praha" (tschechischer Name für Prag).
  • Achtet man auf die Werbetafel, so entdeckt man, dass die Coca Cola Werbung auf Tschechisch da ist.
  • Über der Herrentoilette, in der sich Paxton bei einem der Folterer rächt, steht "Kabinsky" statt Toilette.

Weblinks


Filmtitel | Filmtitel 2005 | Horrorfilm | US-amerikanischer Film

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