Das Horst-Wessel-Lied, benannt nach seinem Verfasser Horst Wessel, ist ein nationalsozialistisches Lied und war das SA-Kampflied.
Das Horst-Wessel-Lied war im SA-Organ Der Angriff mit dem Titel Die Fahne hoch! als Gedicht abgedruckt worden. Wessel übernahm einen vom kommunistischen Dichter Willi Bredel für den Roten Frontkämpferbund geschriebenen Text (zur Melodie des Matrosenliedes Zum letzten Mal wird der Appell geblasen - einem Leierkastenlied aus dem 19. Jahrhundert) und dichtete diesen auf die SA um. Dies war übrigens nicht das einzige Mal, dass Texte der Arbeiterbewegung zu nationalsozialistischer Propaganda umgedichtet wurden, die jedoch selbst oft auf Liedern mit militärischem Ursprung beruhten (Lied vom kleinen Trompeter, Auf, auf zum Kampf!). So wurde aus dem sozialistischen Lied Brüder, zur Sonne zur Freiheit das Lied Brüder in Zechen und Gruben.
Kurz nach Wessels Tod aufgrund einer Schussverletzung durch Alfred Röhler, ein Mitglied des Roten Frontkämpferbundes, am 23. Februar 1930, wurde der Liedtext erneut abgedruckt, dieses Mal im Völkischen Beobachter unter der Überschrift „Horst Wessels Gruß an das kommende Deutschland“. Das Lied wurde daraufhin zur offiziellen Parteihymne der NSDAP und zum „Evangelium der Bewegung“ (Ingeborg Wessel), nach der so genannten Machtergreifung wurde es für gewöhnlich direkt im Anschluss an die erste Strophe des Deutschlandliedes als quasi-offizielle Nationalhymne gesungen.
Der Alliierte Kontrollrat verbot 1945 das Horst-Wessel-Lied.
Nach § 86a StGB fällt das Lied unter die Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und dessen Verbreitung ist damit in Deutschland verboten. Dies gilt insbesondere für die Melodie des Liedes. Das heißt, dass auch die Interpretation der Melodie mit verändertem Text rechtswidrig ist.
Der Text Wessels stellt eine Glorifizierung der SA dar.
(Zum Abschluss wurde die 1. Strophe nochmal wiederholt.)
Eine der bekanntesten Parodien ist der „Kälbermarsch“ aus Bertolt Brechts „Schwejk im zweiten Weltkrieg“ (1943):
Eine weitere Parodie dieses Lieds, verfasst von Oliver Wallace und aufgeführt von Spike Jones and his City Slickers, tauchte 1943 im Disney-Cartoon Der Fuehrer's Face (Donald Duck in Nutzi Land) auf. Dieser Song beginnt mit den folgenden Zeilen:
Das Spiel Wolfenstein 3D (1992) benutzte das Horst-Wessel-Lied als Titelmusik.
Die Alberta-Zweigstelle der Royal Canadian Legion verwendete 2005 das Horst-Wessel-Lied versehentlich als Melodie in einer Werbekampagne für ihre Fundraising-Lotterie.
Das Horst-Wessel-Lied wurde ebenfalls in vielen Rechtsrock-Liedern verarbeitet und mehrere Remixes kursieren im Internet.
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