| Horn |
|---|
| engl.: (french) horn, ital.: corno |
| Klassifikation |
| Aerophon Blechblasinstrument |
| Tonumfang: |
| verwandte Instrumente: |
| Wagnertuba, Kornett, Flügelhorn |
| Musiker |
| Liste von Hornisten Kategorie:Hornist |
Das Horn ist ein Blechblasinstrument mit konischer Mensur, das im Orchester seit dem 18. Jahrhundert einen festen Platz hat.
Die Funktionsweise des Instrumentes ist im Artikel Blechblasinstrument beschrieben.
Diese Hörner sind mehr oder weniger die Vorläufer sowohl von Trompete, Posaune, den Bügelhörnern und eben dem Waldhorn – am letzteren ist allerdings der Name Horn oder Corno hängen geblieben. Die Geschichte des eigentlichen Waldhorns beginnt dagegen erst am Ende des 17. Jahrhunderts.
Am Ende des 17. Jahrhunderts hielt das kreisrunde Horn Einzug in die Kunstmusik. Ludwig XIV. (Frankreich) beschäftigte 14 Parforce-Hornisten für die Gestaltung der Hofmusik. Schon bald brachte Jean-Baptiste Lully auch diese Instrumente in das Orchester. Ähnlich den Trompetern wurden im Barock auch für die Hornisten Partien und Solokonzerte in sehr hoher Clarinlage geschrieben.
Dieses Instrument, das Corno da caccia, war jedoch nach Bauart und Klang eine rund gebaute Trompete, die mit einem Kesselmundstück gespielt wurde. Es wurde vom böhmischen Grafen Franz Anton von Spork 1681 in Deutschland eingeführt. In der Folge wurde das Hornblasen in Böhmen besonders gepflegt und die ersten großen Hornisten auf dem Waldhorn stammten aus Böhmen wie Anton Joseph Hampel, Johann Wenzel Stich, Karl Haudek oder Johann Joseph Rudolph.
Daneben wurden in dieser Zeit weitere kreisrunde Instrumente entwickelt, etwa das Parforcehorn, ein großwindiges Instrument zur reiterlichen Jagd.
Dem Dresdner Hornisten Anton Joseph Hampel kommt das Verdienst zu, durch mehrere entscheidende Veränderungen aus dem Corno da caccia den Typus des heutigen Waldhorns entwickelt zu haben.
Zusammenfassend führten folgende Besonderheiten zu einem veränderten Instrument mit neuen Klangeigenschaften:
Immer wieder wurde in dieser Zeit nach anderen Lösungen als Ersatz für die Stopftontechnik gesucht.
Die letzte einschneidende Veränderung des Horns (wie der übrigen Blechblasinstrumente) war die Erfindung der Ventile (s. Blechblasinstrument), die um 1813 vom Hornisten Friedrich Blühmel erfunden wurden. Der Hornist und Mechaniker Heinrich Stölzel, der unabhängig von diesem ebenfalls ein Ventilhorn entwickelt hatte, einigte sich mit Blühmel über dessen Rechte und hat sich seine Erfindung am 12. April 1818 patentieren lassen. Zunächst mit 2 Ventilen gebaut, wurden sie am Beginn noch wie Naturhörner geblasen, die Ventile ersetzten nur den umständlichen Bogenwechsel. Um 1830 haben verschiedene Instrumentenbauer unabhängig voneinander ein drittes Ventil hinzugefügt. Bedeutende ist der Leipziger Christian Friedrich Sattler, der eines der ersten chromatischen Hörner gebaut und damit zur Ablösung des Naturhorns mit beigetragen hat.
Während Carl Maria von Weber den Einsatz des Ventilhorns (zu seiner Zeit noch mit zwei Ventilen und damit sehr unvollkommen) im Orchester strikt abgelehnt hat, war um 1850 der Wechsel in fast allen Orchestern vollzogen, wenngleich die Tradition des Naturhorns noch einige Zeit separat weiterlebte. Felix Mendelssohn Bartholdy war einer der ersten, der das Ventilhorn bei seinen Kompositionen im Kopf hatte: in seinem Nocturno aus dem Sommernachtstraum. War die Stimmung der Ventilhörner zunächst auf F festgelegt, versuchte man doch bald auch Instrumente in B zu bauen, welche besser und sicherer in der Höhe ansprachen. 1897 konstruierten Eduard Kruspe und Bartholomäus Geisig aus Erfurt dann das erste Doppelhorn, hier waren die Stimmungen F und B in einem Instrument vereint und konnten mit einem Umschaltventil gewählt werden. Diese Instrumente werden bis zum heutigen Tag geblasen und bilden den Standard heutiger Orchesterinstrumente. Manche Hornisten bevorzugen jedoch das Wiener Horn. Es entspricht praktisch einem Inventionshorn mit F-Bogen, das mit Pumpventilen ausgestattet wurde. Bei den Wiener Philharmonikern ist es sogar Pflicht wegen der besonderen Klangqualität des reinen F-Horns und der Pumpventile, dass die Hornisten auf einem Wiener Horn blasen. Etwa 1970 wurde dann noch versucht, die Hoch-F-Stimmung in das Horn zu integrieren. Das Ergebnis waren Tripelhörner in der Stimmung tief F/B/hoch F.
Durch die Spielweise ist die Notation für F- und B-Horn häufig in F. Im Blasorchestersatz ist die Notation oft in Es. In den Hornstimmen klassischer Musik hat sich auch nach Einführung des Ventilhorns noch über lange Zeit die Tradition erhalten, die Hornstimmen nach der vorherrschenden Tonart transponiert zu notieren, manchmal wechselt dabei die Notation in jedem Takt oder sogar mehrmals im Takt. Daher muss der Hornist geübt im Transponieren sein (z.B. bei „Horn in Es" einen Ganzton tiefer spielen). Es gibt auch die Möglichkeit den Stimmzug zu wechseln. Man sollte jedoch die Methode des Transponieren bevorzugen. Durch Tauschen des Stimmzuges verschlechtert sich die Stimmung stark, da die Länge der Ventilzüge an die Grundstimmung angepasst ist.
In heutiger Zeit gibt es wieder eine erfreuliche Renaissance des Naturhorns in seinen Formen als barockes Instrument, Parforcehorn oder Inventionshorn. Große Verdienste bei der Wiederbelebung des Naturhorns hat sich der Hornist Hermann Baumann erworben.
Eine besondere Form des Horns ist die Horntube oder Wagnertube, welche Richard Wagner nach seinen Angaben um 1870 für das Orchester des Nibelungenrings bauen ließ. Die Wagnertube ähnelt dem Bariton, ist aber enger mensuriert. Wie das Horn wird sie links gegriffen und mit dem gleichen Hornmundstück geblasen. Die Wagnertube wird immer im Quartett eingesetzt, dabei gibt zwei Tenortuben in B und zwei Basstuben in F. Außer Wagner haben auch andere Komponisten die Wagnertuben in ihren Kompositionen eingesetzt, etwa Anton Bruckner in den Sinfonien Nr. 7, 8 und 9 jeweils als Quartett, Richard Strauss in der Alpensinfonie und der Oper Elektra, je 2 B-Tuben, sowie Igor Strawinsky im "Sacre du Printemps" 2 B-Tuben.
Durch die konische Mensur gehören auch Kornett und Flügelhorn zu den Horninstrumenten: Obwohl sie der hohen Lage wegen meistens von Trompetern geblasen werden, verraten sie ihre Verwandtschaft durch den ähnlich weichen und runderen Klang.
Ein Großteil der kammermusikalischen Werke mit Horn sind für folgende Besetzungen geschrieben:
Das Horn wurde abhängig von seiner Entwicklungsstufe und der Epoche sehr unterschiedlich eingesetzt. Die Entwicklung reicht von Signalrufen (Jagdmotive) im Barock (meist paarweise auftretend, siehe Concerto Grosso, G. P. Telemann, J. S. Bach, G. F. Händel) bis hin zum „klangfüllenden“ romantischen Stilmittel in der Sinfonie, wobei die Signaleigenschaft in den Hintergrund tritt, die Assoziation mit der Natur jedoch geblieben ist. Im Sinfonieorchester sitzen die Hornisten gewöhnlich in einer Viererformation links (vom Publikum aus gesehen) von den Holzbläsern, die sie somit vom "schweren Blech" (Trompeten, Posaunen, Tuba) trennen. Dies ist so, weil das Horn klanglich gesehen auch, für manche vor allem, zu den Holzblasinstrumenten gehört. Grob gesehen ist die Anzahl der Hörner im Orchester auch im Laufe der Zeit angestiegen: in der Klassik normalerweise zwei (Beethoven verwendete in seiner letzten Sinfonie auch vier), in der Romantik drei bis vier. Die Verwendung von dreien ist nicht so häufig, z. B. im Cellokonzert von Antonin Dvorak. In der Spätromantik brachten deren Vertreter, z. B. A. Bruckner, R. Wagner, G. Mahler und R. Strauss bis zu zwölf Hörner unter.
Das geeignetste Einstiegsalter liegt, wie auch bei den anderen Blechblasinstrumenten, nach vollständiger Ausbildung des jugendlichen Gebisses mit den zweiten Zähnen (also ab 11 Jahren). Es kann natürlich auch früher mit dem Unterricht begonnen werden. Es ist aber hierbei zu beachten, dass sich das Gebiss noch verändert und daher ggf. der Ansatz immer wieder angepasst werden muss und beim Ansatz nicht so viel Druck auf die Lippen/Zähne ausgeübt werden sollte.
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