Honig ist ein von Honigbienen aus dem Nektar von Blüten oder Honigtau erzeugtes Nahrungsmittel. Bienen lagern den Honig zur Nahrungsvorsorge in den Waben ihres Bienenstockes.
Im alten Griechenland kam das Wort „Meli" für Honig auf, was den Wortstamm für dieses Naturprodukt in vielen Sprachen bildete, u. a. gibt es albanische und irische Entsprechungen. Im Lateinischen bildete sich der Wortstamm „melior", was soviel wie besser, honigartig gut bedeutet. (Vergl. Melioration = Landverbesserung). Meli findet sich als Ableitung noch in den deutschen Wörtern Melodie und Melisse. Die spanische und französische Ableitung für Honig aus dem lateinischen lauten "miel".
Honig ist eine dickflüssige bis feste (teilweise kristallisierte) Substanz, die aufgrund ihres hohen Anteils an Frucht- und Traubenzucker sehr süß schmeckt. Neben diesen und weiteren Zuckerarten enthält Honig 15 bis 21 % Wasser (Heidehonig bis 23 %) sowie Enzyme, Vitamine, Aminosäuren, Pollen, Aromastoffe und Mineralstoffe. Durch diese Zusammensetzung gilt Honig für den menschlichen Gebrauch allgemein als gesünder als Haushaltszucker (Saccharose). Gemäß EU-Verordnung und deutscher Honig-Verordnung darf dem Honig nichts hinzugefügt und nichts entzogen werden. Damit ist der Honig 100 % natürlich.
Die Konsistenz (umgangssprachlich gebräuchlicher Begriff, korrekter wäre Viskosität) des Honigs reicht von dünnflüssig über cremig bis fest. Sie ist, ebenso wie seine Farbe abhängig von den besammelten Blüten oder dem gesammelten Honigtau. Häufige Farben sind weiß bis hellgelb, gelb, beigefarben, braun und grünschwarz. Ebenso ist der Geschmack abhängig von den Pflanzen, von denen die Bienen den Nektar oder Honigtau gesammelt haben (siehe Honigsorten).
Aufgrund seines hohen Zucker- und geringen Wassergehalts ist Honig lange haltbar, wobei er auskristallisieren kann. Für die Neigung zum Kristallisieren ist das Verhältnis von Frucht- zu Traubenzucker (den beiden Hauptbestandteilen) verantwortlich. Ist dies etwa 1:1, wie z.B. beim Rapshonig, so erfolgt die Kristallisation innerhalb weniger Tage. Bei den Honigtauhonigen, z.B. dem Tannenhonig, ist das Verhältnis etwa 1,6:1. Dieser Honig bleibt über Monate oder sogar Jahre flüssig. Fest gewordener auskristallisierter Honig kann durch Erwärmen wieder verflüssigt werden; Temperaturen über 40 °C zerstören allerdings wichtige Inhaltsstoffe (Enzyme).
Aus der Wabe wird der Honig in einer speziellen Zentrifuge, einer sogenannten „Honigschleuder", bei Umgebungstemperatur gewonnen. Umstritten ist der Begriff des „kaltgeschleuderten" Honigs, der in seiner Bedeutung nicht klar festgelegt ist. Diese Bezeichnung wird vor allem von den Honigimporteuren als besonderes Qualitätsmerkmal für Honig verwendet. Da in Mittel- und Nordeuropa aber praktisch sämtlicher Honig aus den Bienenwaben mit diesen Honigschleudern bei Raumtemperatur geerntet wird, sind alle dort geernteten Honige „kaltgeschleudert". Wichtiger für die Erhaltung der Inhaltsstoffe im Honig ist die kühle Lagerung. Deshalb darf gemäß der Deutschen Honigverordnung mit „Deutscher Honig" gekennzeichneter Honig nicht über 40 °C erwärmt werden. Im Gegensatz dazu dürfen Importhonige bis 70 °C erwärmt werden.
Der hohe Zucker- und der geringe Wassergehalt verhindern, dass sich Bakterien und andere Mikroorganismen (z. B. Hefen) vermehren können; sie werden osmotisch zersetzt.
Ein Qualitätsmerkmal für Honig ist die Bezeichnung „Kalt geschleudert", obwohl Imker diesen Begriff wegen seiner Missverständlichkeit unter den Honigverbrauchern überhaupt nicht lieben. Damit ist gemeint, das nach dem Ernte- und Gewinnungsprozess bei einer max. Temperatur des Bienenstocks keine weitere Erwärmung mehr erfolgt ist. Imker in Deutschland entnehmen dem Bienenvolk die „warme" Wabe (37 Grad) und schleudern den Honig dann aus. Nur solange der Honig die Bienenvolktemperatur besitzt, kann dieser aus der Wabe vollständig entfernt werden! Honigschleuder mit Auslauf.jpg mit Bienenwaben im Schleuderkorb; ausgeschleuderter Honig läuft durch ein Sieb in den Honigkübel]]
Im Gegensatz dazu erfolgen bei industriell "verpacktem" Honig - beispielsweise aus Südamerika - Erwärmungen auf relativ hohe Temperaturen, um den zähflüssigen Honig en masse in Transportbehälter und später in Endkundengebinde abfüllen zu können. Traditionell arbeitende Imker-Kleinbetriebe dagegen erhitzen den Honig nicht.
Honig sollte nicht über 40 °C erhitzt werden, wenn auf seine Enzyme und Aroma
Honig wirkt leicht entzündungshemmend, so dass Schwellung, erhöhte Temperatur und lokaler Schmerz zurückgehen. Er fördert das Wachstum von Fibroblasten, wodurch die Wunde gleichmäßiger heilt und es zu weniger Narbenbildung kommt. Er wird etwa als Wundauflage benutzt, da er leicht antiseptisch wirkt und in Wunden vorhandenes totes Gewebe abbaut. Diese Wirkung wird durch Wasserstoffperoxid verursacht, das im Honig durch den Abbau von Zucker entsteht und normalerweise im medizinischen Bereich zur Wunddesinfektion verwendet wird. Daneben werden in neuerer Zeit noch weitere Inhaltsstoffe (z.B. Inhibine) mit positiven Wirkungen erforscht, die unter anderem Methicillin-resistente Staphylokokken und Vancomycin-resistente Enterokokken abtöten.
Vereinzelt wird jedoch berichtet, dass durch den Verzehr von Honig aus der eigenen Region eine Desensibilisierung erreicht wurde. Die regelmäßige Aufnahme von geringsten Mengen Blütenstaub über die Schleimhäute und den Verdauungstrakt führt dabei unter Umständen zu einer langsamen Gewöhnung des Körpers an diese Stoffe.
Ist der Honig mit einer botanischen Herkunftsangabe versehen, so muss der Honig überwiegend, das heißt zu mehr als 50 %, der beschriebenen Quelle entstammen. Dies wird u. a. über Geschmack, Pollengehalt (Melissopalynologie) und elektrische Leitfähigkeit bestimmt. Um solche typischen Honige zu gewinnen, ist es meist notwendig, die Bienenvölker zu entsprechenden Standorten zu transportieren. vgl. Wandern (Bienen).
Honigtauhonig wird von Bienen erzeugt, welche die zuckerhaltigen Ausscheidungen (Honigtau) von Pflanzenläusen sammeln. Dieser Honig hat meist eine deutlich dunklere Farbe als Honig aus Blütennektar und bleibt lange flüssig.
Nährwerte per 100g, Prozentangaben beziehen sich auf die Recommended Daily Allowance (RDA). Naturprodukte unterliegen Schwankungen.
| Posten | Menge | RDA |
|---|---|---|
| Kilokalorien | 285 kcal | - |
| 1194 kJ | ||
| Protein | 0,4 g | - |
| Fett | 0 g | - |
| Kohlenhydrate | 69,8 g | - |
| davon Zucker | 66,3 g | - |
| Ballaststoffe | 0 g | - |
| Fettsäuren | ||
| Gesättigte Fettsäuren | 0 g | - |
| Einfach ungesättigte Fettsäuren | 0 g | - |
| Mehrfach ungesättigte Fettsäuren | 0 g | - |
| Cholesterin | 0 g | - |
| Vitamine | ||
| Vitamin A | 0 mg | 0% |
| Vitamin C | 2,6 mg | 4,3% |
| Vitamin D | 0 mg | 0% |
| Vitamin E | 0 mg | 0% |
| Vitamin K | 0 mg | - |
| Vitamin B1 | 0 mg | 0% |
| Vitamin B2 | 0,1 mg | 6,3% |
| Vitamin B6 | 0,2 mg | 10% |
| Vitamin B12 | 0 mg | 0% |
| Biotin | 0 mg | 0% |
| Folsäure | 0 mg | 0% |
| Niacin | 0,1 mg | 0,55% |
| Panthotensäure | 0,1 mg | 1,7% |
| Mineralstoffe | ||
| Calcium (Ca) | 5 mg | 0,63% |
| Chlor (Cl) | 18 mg | - |
| Kalium (K) | 46 mg | - |
| Magnesium (Mg) | 6 mg | 2% |
| Natrium (Na) | 7 mg | - |
| Phosphor (P) | 18 mg | 2,3% |
| Schwefel (S) | 1 mg | - |
| Spurenelemente: | ||
| Kupfer (Cu) | 95 µg | - |
| Eisen (Fe) | 1209 µg | 8,6% |
| Fluor (F) | 40 µg | - |
| Mangan (Mn) | 27 µg | - |
| Jod (J) | 0 µg | 0% |
| Zink (Zn) | 361 µg | 2,4% |
| Aminosäuren | ||
| Alanin | 16 mg | - |
| Arginin | 22 mg | - |
| Aspargin | 2 mg | - |
| Asparginsäure | 39 mg | - |
| Cystein | 7 mg | - |
| Glutamin | 3 mg | - |
| Glutaminsäure | 74 mg | - |
| Glycerin | 17 mg | - |
| Histidin | 7 mg | - |
| Isoleucin | 15 mg | - |
| Leucin | 23 mg | - |
| Lysin | 15 mg | - |
| Methionin | 7 mg | - |
| Phenylalanin | 19 mg | - |
| Prolin | 21 mg | - |
| Serin | 21 mg | - |
| Threonin | 15 mg | - |
| Tryptophan | 5 mg | - |
| Tyrosin | 7 mg | - |
| Valin | 22 mg | - |
Honig ist der natürliche Süßstoff, der von Honigbienen hergestellt wird aus Blütennektar oder Absonderungen lebender Pflanzenteile oder Ausscheidungen pflanzensaugender Insekten auf lebenden Pflanzenteilen, welche die Honigbienen sammeln, durch Vermischung mit spezifischen eigenen Substanzen verändern, ablagern, eindicken, lagern und in Honigwaben reifen lassen.
1. Blütenhonig ist Honig, der aus dem Nektar von Blüten stammt.
2. Honigtauhonig ist Honig, der hauptsächlich von Ausscheidungen pflanzensaugender Insekten (Hemiptera) aus lebenden Teilen von Pflanzen oder von Absonderungen lebender Pflanzen stammt.
Brotaufstrich | Süßwaren | Süßmittel | Bienenzucht | Tierprodukt
عسل النحل | Мёд | Пчелен мед | Mel | Med | Mêl | Honning | Μέλι | Honey | Mielo | Miel | Hunaja | Miel | Mil | Mel | דבש | Med | Méz | Madu | Hunang | Miele | 蜂蜜 | Madu | Medus | Heuning | Honing | Honning | Honning | Mèl | Miód | Mel | Мёд | Honey | Med | Med | Мед | Honung | தேன் | น้ำผึ้ง | Bal | قالتىس | Zeem | 蜂蜜