Ein Homonym (v. griech.: ὁμόνυμοσ aus ὁμο- homo- = gleich- + ὄνυμα/ὄνομα ónyma/ónoma = Name) ist ein Wort, das für verschiedene Begriffe steht. Umgangssprachlich werden solche mehrdeutigen Bezeichnungen auch Teekesselchen genannt. Genauer lassen sich zum einen Homographen (gleiche Schreibweise) und homophone Homonyme (gleicher Klang) und zum anderen Polyseme (Mehrdeutigkeit, zum Beispiel durch Bedeutungsänderung) von normalen Homonymen unterscheiden. Diese nicht immer eindeutigen Unterscheidungen sind unter anderem in der Lexikographie von Bedeutung.
Aristoteles erläutert „Homonym” in der Kategorienschrift folgendermaßen: Zwei Dinge sind homonym, wenn sie
Das Gegenteil des Homonyms ist das Synonym, bei dem unterschiedliche Bezeichnungen für den selben Begriff verwendet werden. Gegensätzliche Begriffe bezeichnet man als Antonyme.
Die japanische Sprache und die chinesische Sprache sind besonders reich an Homonymen, die jedoch oft auf Grund der Zeichen- bzw. Bilderschrift nur Homophone, jedoch keine Homographen sind.
Beispiele für nicht-polyseme Homonyme sind
Beispiel für Polyseme sind
Homonyme können zum einen aus verschiedenen Wörtern entstehen, die sich dahingegend verändern, dass sie schließlich gleich klingen (Homophone) oder gleich geschrieben werden (Homographen). Zum anderen können sich die verschiedenen Bedeutungen eines Wortes so verschieben, dass schließlich unterschiedliche Begriffe entstehen (Polyseme). Zusätzlich kann fast jedes Wort je nach Verwendung unterschiedliche Bedeutungen annehmen und somit zum Homonym werden. Beispiele dafür sind für unterschiedliche Objekte stehende Personalpronomen, mehrdeutige Akronyme, und Metaphern.
Siehe auch: Mehrdeutigkeit
Homonyme Wörter, die als Adjektiv wie auch als Substantiv Verwendung finden, bilden manchmal schöne Wortpaare. Einige Beispiele:
die taube Taube, die laute Laute, die feige Feige, die flotte Flotte oder die schnelle Schnelle.
Zur Unterscheidung von Homonymen können ihnen so genannte Homonymzusätze oder Qualifikatoren hinzugefügt werden. In Wörterbüchern werden dazu üblicherweise hochgestellte Zahlen verwendet, während beispielsweise in Thesauri verschiedene Zusätze in Klammern angehängt werden. In den Regeln für den Schlagwortkatalog (RSWK) der Schlagwortnormdatei (SWD) werden dafür nach Winkelklammern (< und >) benutzt. Für Absatz gibt es in der SWD zum Beispiel drei Einträge:
Allerdings lassen sich Homonymprobleme in kontrollierten Umgebungen oft auch durch das Ausweichen auf andere Bezeichnungen lösen. Statt Bank (Sitzgelegenheit) kann beispielsweise festgelegt werden, dass eine Bank zum Sitzen immer „Sitzbank” genannt werden muss.
Die Homonymzusätze selbst sollten möglichst eindeutig definierte und überschaubare Begriffe sein. Zum Beispiel kann festgelegt werden, dass die Homonymzusätze einzelne Fachgebiete oder Fachsprachen bezeichnen sollen (Ring
Die durch Homonyme mitunter entstehende Verwirrung wird besonders deutlich in der rhetorischen Figur der Kolligation.
Homonymie kann eine Ursache für das Verschwinden von Wörtern sein (Homonymenkonflikt durch Mehrdeutigkeit).
Beispiele
Ähnliche Begriffe mit unterschiedlicher Bedeutung in verschiedenen Dialekten einer Sprache sind Paronyme.
Durch die Rechtschreibreform wurden einige Homographen beseitigt.
Andererseits wurden neue geschaffen, insbesondere auf dem noch umstrittenen Gebiet von Getrennt- und Zusammenschreibung
Омоним | Homonymum | Омоним | Homonym | Homonym | Homonimo | Homónimo | Homonymie | Homónimo | Homonímia | 同音異義語 | Homonīms | Homoniem | Homonim | Homónimo | Омоним | Homonym | Омонім | 同音词