| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Holzwickede.png | Lage der Gemeinde Holzwickede in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Arnsberg |
| Kreis: | Unna |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 109–202 m ü. NN |
| Fläche: | 22,36 km² |
| Einwohner: | 17.620 (31. Dezember 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 788 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 59439 |
| Vorwahl: | 02301 |
| Kfz-Kennzeichen: | UN |
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 78 016 |
| Gemeindegliederung: | Hengsen, Holzwickede, Opherdicke |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Allee 5 59439 Holzwickede |
| Offizielle Website: | www.holzwickede.de |
| E-Mail-Adresse: | info@holzwickede.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Jenz Rother (SPD) |
Durch das Gemeindegebiet verläuft der Höhenzug des Ardeygebirges. Die Emscher hat ihre Quelle in Holzwickede.
Der tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt im Hengser Süden, wo die Ruhr das Gemeindegebiet verlässt. Der höchste Punkt trägt eine Funkanlage der Bundeswehr und liegt auf dem westlichen Teil des Ardeys ebenfalls in Hengsen.
Die Ortskerne von Hengsen und Opherdicke liegen auf dem Ardeygebirge (Haarstrang). Das Hengser Ortsgebiet reicht im Süden bis zur Ruhr, Opherdicke reicht ebenfalls fast bis an die Ruhr. Ein großer Teil dieser Ortsgebiete wird durch einen Standortübungsplatz der Bundeswehr (Stand 2004) belegt.
Der alte Ort Holzwickede setzt sich aus den Teilen Holzwickede, Dudenroth, Rausingen und Natorp zusammen und liegt zwischen den Höhenzügen des Ardeygebirges und dem Dortmunder Rücken in der Emscherniederung.
Neben diesen Ortsteilen gibt es weitere Siedlungsgebietsnamen: Keller, Brauck, Ostendorf, Alte Kolonie.
Das Gemeindegebiet von Holzwickede war schon in der Jungsteinzeit (5000–2000 v.Chr.) besiedelt. Das belegen Funde wie z.B. ein geschliffener Pflugkeil, der im Ortsteil Hengsen gefunden wurde und heute (2004) im Museum für Vorgeschichte in Dortmund aufbewahrt wird.
Um das Jahr 0 besetzten die Römer neben anderen strategisch wichtigen Punkten zwischen Ruhr und Lippe auch die Landskrone in Holzwickede. Zwischen 300 und 400 n.Chr. haben der Sage nach die Nibelungen den Römerweg auf der Höhe des Ardeygebirges (durch Hengsen und Opherdicke) auf ihrem Zug nach Soest benutzt.
Über den Kamm des Ardeygebirges führte etwa ab dem Hochmittelalter auch ein Abschnitt des berühmten Jakobswegs nach Santiago de Compostela. Die Pilger kamen vom Hellweg in Unna aus auf den sogenannten kleinen Hellweg zwischen Opherdicke und Ostendorf. Von hier aus ging es durch Opherdicke und Hengsen nach Breckerfeld, wo sich die Pilger zur Weiterreise in größeren Gruppen gesammelt haben. In Hengsen soll zu der Zeit auch eine Kapelle mit einer Jakobusstatue gestanden haben.
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung findet sich 1100 für Opherdicke in einem Besitzverzeichnis und 1150 für Hengsen (als Hegeninchusen) in Urkunden des Klosters Werden (bei Essen). 1176 wird ein Schloss in Opherdicke erstmalig erwähnt.
Die ersten Kohlefunde sind für 1575 in Opherdicke nachgewiesen. Holzwickedes Bergbaugeschichte währt bis zum 31. Mai 1951, als die Zeche Caroline endgültig stillgelegt wird und fast 500 Bergleute ihre Arbeit verlieren (bzw. teilweise auf andere Schachtanlagen verlegt werden).
1825 schlossen sich die vier Bauernschaften Dudenroth, Rausingen, Holzwickede und Natorp offiziell zur Gemeinde (dem heutigen Ortsteil) Holzwickede zusammen. In der heutigen Form entstand Holzwickede erst durch die kommunale Neuordnung 1968, als die bis dahin selbständigen Gemeinden Hengsen, Holzwickede und Opherdicke zu einer Großgemeinde zusammengeführt wurden.
Am 15. Dezember 1860 wurde Holzwickede Bahnstation an der Eisenbahnstrecke Dortmund - Soest. Die Strecke wurde 1853–1855 gebaut, in Holzwickede hielten die Züge zunächst aber nicht. Ein Jahr nach dem Bahnhof erhielt Holzwickede 1861 das erste Postamt. 1867 wurde Holzwickede durch die Inbetriebnahme einer weiteren Bahnstrecke von Hengstey über Schwerte nach Holzwickede ein überregional bedeutsamer Eisenbahnknotenpunkt. Auch die Eisenbahnstrecke von Schwerte an der Ruhr entlang nach Osten führt durch Holzwickeder Gebiet; das heutige Naturschutzgebiet Bahnwald beheimatete früher einen Verschiebebahnhof.
Der Anschluss der privaten Haushalte und der Holzwickeder Straßenbeleuchtung an das öffentliche Stromnetz erfolgt 1907. Auch der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung findet anfangs des 20. Jahrhunderts statt.
Im Frühjahr 1966 wurden in Opherdicke Flugabwehrraketen stationiert, in deren Begleitung auch US-amerikanische Atomwaffen Einzug in die Gemeinde hielten. Die Stationierung fand nicht den ungeteilten Beifall der Holzwickeder Bevölkerung. 1987 wurde das Nike-Herkules Waffensystem durch das mobile Flugabwehr-Raketensystem Patriot ersetzt; mit dem Abzug der Amerikaner gibt es auch keine Atomwaffen mehr in Holzwickede. 2004 wurde die Raketenstation geschlossen.
Erhalten ist von diesen Gütern einzig Haus Opherdicke. Vom Haus Ruhr existiert noch ein Mauerfragment im Wald an der Ruhr, Haus Dudenroth wurde im 20. Jahrhundert abgerissen und von Haus Vierbecke sind nur noch die Gräften auf dem Gelände des Standortübungsplatzes zu erahnen.
Der letzte Bürgermeister von Hengsen war Heinrich Beining, der letzte opherdicker Bürgermeister war Josef Wortmann.
| SPD | CDU | Bürgerblock | FDP | Grüne | jungeliste | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1999 | 12 | 10 (9)* | 4 | 2 | 2 | 2 (3)* | |
| 2004 | 16 | 10 | 6 | 3 | 3 | 2 |
Seit 1986/87 besteht auch eine Städtepartnerschaft mit dem englischen Seebad Weymouth, Dorset.
Zusätzlich unterhält die Gemeinde seit November 1990 auch eine Städtefreundschaft zur Stadt Colditz in Sachsen.
Hilgenbaum.jpg Als erstes zu nennen ist hier der Wappenbaum der Gemeinde Holzwickede, der Hilgenbaum. Östlich des alten Ortskerns stand früher eine uralte Eiche, die ihren Namen dadurch bekam, dass dort Nachrichtenzettel (Hilgen) angebracht wurden. Andere Quellen deuten den Namen als heiligen (=hilgen) Baum. Nachdem der historische alte Baum einem Feuer zum Opfer fiel, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts an (fast) gleicher Stelle ein neuer Baum gepflanzt. Er befindet sich auf der SO-Seite der Kreuzung Massener Straße/Goethestraße, während der erste Hilgenbaum den Unterlagen nach "auf der Kreuzung" stand.
Als Quellgemeinde der Emscher beherbergt Holzwickede den Emscherquellhof mit der Emscherquelle. Der Hof wurde 2003 von der Emschergenossenschaft gekauft und wird derzeit umgebaut.
Die Schöne Flöte ist ein sehenswert schönes kleines Waldgebiet am Bachlauf des Holzwickeder Baches vom Freibad Schöne Flöte nordwärts (an der Trasse der A1 entlang) bis zur Quelle des Baches. Bis zur Querung der Holzwickeder Straße führt ein Wanderweg für Fußgänger und Radfahrer durch den Wald.
Das Bachtal des Holzwickeder Baches ist auch Teil des ebenfalls sehenswerten Historischen Bergbaurundwegs Holzwickede.
Evangelische Kirche Opherdicke 1.JPG | Haus Opherdicke 1.jpg Besondere Gebäude sind vor allem im Ortsteil Opherdicke zu sehen. Die evangelische Kirche Opherdicke ist das älteste Gebäude der Gemeinde. Es handelt sich um eine romanische Kleinbasilika mit Entstehungszeitraum zwischen 1220 bis 1250. Der Turm wird sogar auf die Zeit vor der ersten Jahrtausendwende datiert.
Etwas weiter östlich ebenfalls in Opherdicke liegt das Wasserschloss Haus Opherdicke, das nach abwechslungsreicher Geschichte im Juli 1980 in die Hände des Kreises Unna kam und nach erfolgreicher Restaurierung heute als Veranstaltungsort dient. Erste geschichtliche Erwähnung findet das Haus als Burg Opherdicke im Jahre 1182. Von 1663 bis 1687 wurde die alte Wasserburg umgebaut und erhielt ihre heutige Gestalt. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden die Wirtschafts- und Nebengebäude, die noch heute (2004) in unveränderter Form den Innenhof begrenzen. Adlige Vorbesitzer der Burg waren u.a. die Familien von Lilien und Regenbogen.
Vom Haus Opherdicke offenbart sich dem Wanderer ein schöner Blick ins Tal der Ruhr.
130er Denkmal.JPGIm Südwesten des Gemeindegebiets befindet sich das 130er Denkmal (auch Kellerkopfdenkmal). Am steilen Abhang des Kellerkopfes zum Ruhrtal hin wurde am 1. September 1929 das Ehrenmal für die 130er eingeweiht. Gebaut wurde diese Gedenkstätte von 1926 bis 1929 im Geiste der damaligen Zeit zu Ehren der Gefallenen bei Metz und Verdun im 1. Weltkrieg 1914–1918, unter denen sich viele einheimische Soldaten befanden. Auftraggeber war der 130er Soldatenverein, gebildet aus den Überlebenden Soldaten des 1. Lothringischen 130er Infanterieregiments. Der Kellerkopf war für lange Zeit Ausflugsziel und Naherholungsgebiet. Heute findet lediglich zu Pfingsten eine größere Anzahl an Menschen zum Kellerkopf, denn seit 1979 feiert der Förderverein zur Erhaltung und Pflege des Kellerkopfmahnmals jeden Pfingstsonntag dort ein Friedensfest.
Bisheriger Höhepunkt seiner Geschichte war die Amateurmeisterschaft des SV Holzwickede 1976 sowie die Austragung des A-Länderspiels der Frauen gegen China in den späten 90iger Jahren. Die Amateure des BVB weichen in dieses Stadion aus, wenn ihr eigenes Stadion Rote Erde nicht zur Verfügung steht.
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