Durch mechanisches Verschleifen von Holz und das Entfernen von Schmutzpartikeln mittels eines Siebes entsteht der Holzschliff.
Um zu vermeiden, dass bei dem Schleifprozeß nur Sägemehl entsteht, wird über Feuchtigkeit und Temperatur eine Plastifizierung des Lignins angestrebt, aus dem die Fasern dann mechanisch herausgerissen werden können, ohne wesentliche Beschädigungen zu verursachen.
Wird das Holz nicht als Prügel verschliffen, sondern in Hackschnitzelform (RMP), die unter Umständen auch noch thermisch (TMP) und/oder chemisch (CMP, CTMP) vorbehandelt werden, so spricht man von "Holzstoff".
Holzschliff kann durch Rotfärbung des enthaltenen Lignins mit salzsaurer Phloroglucinlösung nachgewiesen werden.
Jacob Christian Schäffer führte umfassende Experimente durch, um Papier aus Pflanzenfasern oder Holz zu gewinnen; in sechs Bänden beschrieb er zwischen 1765 und 1771 seine Versuche und Muster, ohne alle Lumpen oder doch mit einem geringen Zusatze derselben, Papier zu machen. Seine Verfahren zur Papierherstellung aus Pappelwolle, Moos, Hopfen, Weinreben, Disteln, Brennnesseln, Kartoffelpflanzen, Torf, Tannenzapfen und Sägespänen ergaben aber kein qualitativ gutes Papier und wurden deshalb von den Papiermüllern nicht verwendet.
Friedrich Gottlob Keller erfand Anfang Dezember 1843 das Verfahren zur Herstellung von Papier aus Holzschliff, wobei er auf einem Schleifstein Holz in Faserquerrichtung mit Wasser zu Holzschliff verarbeitete, das zur Herstellung von qualitativ gutem Papier geeignet war. Er verfeinerte das Verfahren bis zum Sommer 1846 durch die Konstruktion von drei Holzschleifermaschinen. Am 11. Oktober 1845 ließ er eine Reihe von Exemplaren der Nummer 41 des Intelligenz- und Wochenblattes für Frankenberg mit Sachsenburg und Umgebung auf seinem Holzschliffpapier drucken.
Die industrielle Auswertung seiner Erfindung blieb Friedrich Gottlob Keller versagt, da ihm die Geldmittel zur technischen Erprobung und die Patentierung des Verfahrens vom Sächsischen Ministerium des Inneren verweigert wurden. So übertrug er am 20. Juni 1846 die Rechte zur Nutzung des Verfahrens gegen ein geringes Entgelt an den vermögenden Papierfabrikanten Heinrich Voelter, der das Kellersche Holzschliffverfahren weiterentwickelte, in die Praxis einführte und durch die Entwicklung von Hilfsmaschinen zur großtechnischen Nutzung gebracht hat.
Seit etwa 1850 wurde der Holzschleifer eingesetzt, mit dem die Papierherstellung aus dem preiswerten Rohstoff Holz im industriellen Maßstab möglich wurde; um 1879 arbeiteten allein in Deutschland rund 345 solcher Holzschleifereien.
Die Holzschliffpapiere vergilben aufgrund des im Papier verbleibenden Lignins. Chemische Verfahren zur Gewinnung reinen *s erwiesen sich jedoch aufgrund von Säureresten aus dem Prozess der chemischen Aufschließung durch saures Ammoniumsulfit u.ä. als problematisch. Mittel- und langfristig bildet sich im Papier Schwefelsäure, die das Papier braun und brüchig werden lässt oder es gänzlich zerstören kann. Daher wird seit den 1980er Jahren für den Druck hochwertiger Publikationen überwiegend ein teureres, aber auch dauerhafteres säurefreies Papier verwendet.
Da die Lebensdauer der davor hergestellten Bücher und Archivalien sehr begrenzt ist, müssen die seit 1850 auf Holzschliff- bzw. Holzzellstoffpapier entstandenen Archivbestände auf säurefreies Papier umkopiert oder aber in speziellen Geräten entsäuert werden, was mit großem Aufwand verbunden ist.
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