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Bonn-Holzlar.png Holzlar ist eine in sich abgeschlossene Siedlung im Bonner Stadtteil Beuel, rechts des Rheins und nördlich des Siebengebirges mit etwa 11.000 Einwohnern. Holzlar besteht aus den früheren Dörfern Holzlar, Kohlkaul, Heidebergen, Roleber und Gielgen, deren frühere Grenzen heutzutage aber kaum noch sichtbar sind.

Geschichte und Gegenwart


Haus 1698.jpg | Kueppersgarten2.jpg | Roleber.JPG | L 83 Richtung Holzlar.jpg Holzlar ist zum ersten Mal 1394 urkundlich als Dorf Hultzelar erwähnt worden. Andere Namen, die auf Urkunden auftauchten, sind Hultzlair, Holtzlar, Holtzlohr, Holzlahr und Holtzlahr.

Ab 1780 begann der Braunkohleabbau in Holzlar-Kohlkaul. Dies brachte die Brüder Leopold und Abraham Bleibtreu dazu, Grundstücke in Holzlar-Kohlkaul und Holzlar-Gilgen zu kaufen und ebenfalls Braunkohle zu fördern. Recht zeitnah begann auch die Produktion von Alaun, das in der damaligen Zeit als wertvoll galt. Die Brüder Bleibtreu bauten diesen im Ennert hinter der Grundschule Holzlar ab.

Südlich vom Lindershausweg befindet sich ein kurzer und kartografisch nicht erfasster Bachlauf, der nach wenigen Metern im Alaunbach mündet, der in unmittelbarer Nähe seines Quelltopfes Altlasten ausspült, die während des Alaungewinnungsprozesses entstanden sind. Entlang dieses Baches befindet sich ein vegetationsfreier Bereich, der von älteren Alteingesessenen aus Holzlar schon aus den 1930er Jahren bekannt ist und damals roter Berg und auch roter Bach genannt wurde. Der Boden ist dort so übersäuert, dass keine Pflanze überlebt. Daher kann das heutige Erscheinungsbild des Ennerts sicherlich nicht mit dessen Erscheinungsbild um 1870 verglichen werden. Holzlar dürfte damals durch den Alaunabbau massive Umweltprobleme gehabt haben und viele Jahre ab Einstellung der Förderung von Braunkohle und Alaun um das Jahr 1870 zur Regeneration benötigt haben.

1969 wurde Holzlar nach Bonn eingemeindet und dabei Beuel zugeschlagen, nachdem es zuvor zum Amt Menden gehörte.

Heute (2006) ist der Ort im Wesentlichen eine Wohnsiedlung mit teilweise gehobenem (und teurem) Niveau der Wohnungen und Häusern.

Wassermühle


Muehle in Holzlar 1.jpg | Muehle in Holzlar 2.jpg Holzlar hat ein besonderes Kleinod zu bieten: Die Holzlarer Wassermühle. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand läßt sich sagen, dass die Holzlarer Wassermühle die einzige funktionsfähige historische Mühle im Bonner Raum ist.

Die Holzlarer Wassermühle stellt ein frühindustriellles Kulturdenkmal dar. Zu ihrer Geschichte liegen nur wenige gesicherte Daten vor. Vermutlich hat schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt eine Mühle existiert, und zwar in Verbindung mit einem Burghof, der 1502 an den Landdrosten Wilhelm von Nesselrode überging und in den Kriegszeiten des 16. Jahrhunderts zerstört wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts erwarb die Familie Reuter die Mühle vom Grafen von Nesselrode. Historisch gesichert ist auch die erstmalige Nennung der Familie Reuter als Pächter der Mühle zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In den 1950er Jahren wurde die Mühle vom letzten Müller Josef Reuter stillgelegt. 1989 hat sich der Holzlarer Mühlenverein gegründet. Aufgrund großzügiger Unterstützung durch die Stadt Bonn, verschiedener privater und öffentlicher Einrichtungen und zahlreicher Holzlarer Bürger sowie mithilfe einer Zuwendung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte der Verein 1994 nach mehrjähriger Arbeit die Mühle restaurieren. Der Verein veranstaltet dort nach Verabredung sowie zum Deutschen Mühlentag Führungen.

Alter evangelischer Friedhof


Ev Friedhof 1.jpg | Ev Friedhof 2.jpg Zwischen der Hauptstraße und dem Hövelweg in Holzlar selbst befindet sich ein nur ca. 250 Quadratmeter großer Friedhof mit etwa 50 Gräbern. Dieser Friedhof ist denkmalgeschützt und wurde Mitte des 17. Jahrhunderts von der Familie Linder angelegt. Der älteste Grabstein auf diesem Friedhof, der auch "Linders Garten" genannt wird, trägt die Inschrift "M. Linder" und ist aus dem Jahre 1658. An die Familie Linder, die sich später Linden nannte, erinnert heute noch der Lindershausweg, der sich in der unmittelbaren Nähe des Friedhofes befindet.

Laut der Ev. Kirche Holzlarist die Angabe auf der Tafel bezüglich der Erweitung des Friedhofes im Jahre 1860 falsch, da die Erweiterung durch den Bergmeister Leopold Bleibtreu (* 30. Mai 1777; † 11. September 1839) im Jahre 1819 erfolgte. Es befinden sich heute insgesamt 14 Gräber auf dem alten evangelischen Friedhof, die den Namen Bleibtreu tragen.

Dieser Friedhof wurde 1968 geschlossen.

Landschaft und seltene Tiere


Bach Holzlar.jpg | Ennert Holzlar.jpg | Roter Bach.jpg

Die Landschaft Holzlars ist im Süden und Osten durch Wald, Bäche, Seen und Weihern geprägt. Mitten in Holzlar befindet sich ein Naturschutzgebiet.

Der Ennert ist zum größten Teil Mischwald, der u. a. aus teilweise stattlichen Eichen besteht.

Durch die zahlreichen Wanderwege, die sich im Ennert befinden, ist dieser ein beliebtes Naherholungsgebiet im Bonner Raum. Ferner gibt es im Ennert einige Quellen, die teilweise auch nicht kartografiert sind.

Die katografisch erfassten Bäche heißen:

  • Alaunbach
  • Ankerbach
  • Pechsiefen
  • Holtdorfer Bach
  • Mühlenbach

Seltene Tiere wie Feuersalamander, Glattnattern, Buntspechte und Blindschleichen fühlen sich entlang der Bäche und im Uferbereich der Seen und Weiher wohl.

Im nördlichen und westlichen Teil Holzlars ist die Landschaft waldfrei und besteht größtenteils aus Feldern mit der für die Köln-Bonner-Bucht typischen Landschaft.

Vereine


Holzlar zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus. Unter anderem gibt es einen Sportverein, mehrere Karnevalsvereine, der Festausschuss Vedelszoch Holzlar stellt das Holzlarer Kinderprinzenpaar, und vier sehr aktive Bürgervereine.

Weblinks


Beuel

 

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