| Wissenschaftlicher Name
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| Sambucus
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| L.
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| en
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Der Holunder (Sambucus), in Österreich Holder (Vorarlberg) oder Holler, ist eine Gattung aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Er enthält insgesamt 25 Arten und kommt in Mitteleuropa in drei Arten vor, von denen die bekannteste der Schwarze Holunder ist.
Beschreibung
Sambucus nigra flowerdiagram.png von
Sambucus nigra]]
Holunder bilden meist zwischen ein und fünfzehn Meter große, rasch wachsende
Sträucher, die mit zunehmender Größe zu Bäumen mit bis zu 40 cm starken Stämmen werden. Ihr Wuchs ist meist krumm, die Krone, gleichgültig ob beim Strauch oder beim Baum, meist sehr ungleichmäßig entwickelt, lappig und häufig durch äußere Einwirkungen einseitig.
Die weißen
Blüten stehen in flachen,
doldenähnlichen
Blütenständen und entwickeln sich zu dunklen, gelegentlich roten Früchten.
Das helle Holz des Holunders weist kleine, dunkle Punkte auf.
Mythologie
Der Holunder war vielen Völkern heilig. Zigeuner zogen traditionell vor Holundersträuchen den Hut. Im Baltikum nahmen die heidnischen Ureinwohner an, dass die
Berstukken in seinem Unterholz wohnen. Auch Germanen und Kelten glaubten, dass Zwerge bevorzugt im Schatten des Holunders Aufenthalt nehmen.
Holunderbeeren.JPG |
Judasohr.JPG ist ein Pilz, der auf Holunder wächst.]]
Hausmittel
Der Holunder war als Heilmittel gern genutzt, teilweise bis heute:
- Holunderblütentee als blutreinigend und schweißtreibend, gelinde krampfstillend, Blähungen abführend.
- Holunderblütensirup hat die gleichen Wirkstoffe wie Tee. 2 Liter Wasser, 2 Kg Zucker, 50 g Zitronensäure und in den Sirup 2 Handvoll Blüten einlegen für 8 Std., dann durch ein Tuch in Flaschen füllen. Kühl und dunkel lagern.
- Holunderbeeren gekocht regen den Stoffwechsel an und wirken gegen Rheuma und Ischias.
- Holundersaft wird in der Getränkeindustrie teils ohne Zusätze, meist jedoch wegen der ergiebigen Farbe zusammen mit anderen Säften zu Süßmost verarbeitet; bei der Ernte ist darauf zu achten, dass keine unreifen Beeren und Laubbestandteile mit verarbeitet werden. Unreife Beeren und grüne Pflanzenbestandteile enthalten das giftige, zum Erbrechen reizende Glykosid Sambunigrin.
- Holundersaft eignet sich auch hervorragend zur Schnapsherstellung. Hierbei wird der durch Kochen und Stampfen gewonnene Saft im Verhältnis 2/1 mit Korn oder Wodka aufgesetzt und nach ca. 2-3 Monaten kühler und dunkler Lagerung nach Belieben mit Zucker abgeschmeckt (Likör) oder mit reinem Alkohol versetzt (Schnaps).
- Holundermus ist durchaus stuhlbefördernd,
- Ebenso die ersten Frühlingssprossen im Salat (nimmt man zu viel, darf man mit Durchfall und Erbrechen rechnen).
- Holunderblätter, zerquetscht aufgelegt, lindern Sonnenbrand, andere leichte Verbrennungen, Bienen- und Wespenstiche, und in Milch aufgekocht auch entzündete und schmerzhafte Hämorrhoiden. Als Tee wirken sie blutreinigend.
- Holunderrinde purgiert auch in kleiner Dosis ganz schnell zu stark, sie ist nicht so ratsam;
- Holunderwurzel ebenso wenig, sie treibt zwar den Harn und zieht überliefertermaßen auch die Nachgeburt, ist aber im Nu überdosiert und erbringt starken Brechreiz.
- Das markreiche Holz wurde nach Tacitus zur Bestattung verwendet. Heute nutzen es Bastler gerne zur Fertigung von Spielzeugen wie Pfeifen, Wasserspritzen sowie Knall- und Pusterohren. Es lässt sich gut schnitzen.
- Der oft auf Holunder wachsende Speisepilz namens Judasohr (Auricularia auricula-judae) gilt als Mittel zur Senkung des Cholesterinspiegels.
- Das Holundermark dient zur Herstellung von Mikroskoppräparaten: Man bettet das Objekt in das Mark einjähriger Wasserschößlinge ein, bevor das Ganze in sehr dünne Scheiben geschnitten wird. Das eigentliche Präparat wird vom Mark daran gehindert der Klinge auszuweichen, wobei es sie führt ohne dabei viel Widerstand zu leisten.
- Nicht nur als Heil- oder Hausmittel, sondern auch als Nahrungsmittel sind die Blütendolden im Frühjahr zu benutzen. Gebackene Hollerkrapfen: 8 bis 10 schöne große Holunderblüten, ¼ l Weißwein oder Most, 200 g Mehl, 1 EL Öl, 4 Eier, eine Prise Salz, 2 bis 3 EL Kristallzucker, Öl zum Backen, Zimtpulver und Staubzucker zum Bestreuen. Wein oder Most mit Mehl, Eidotter, Öl und Salz gut verrühren. Eiklar mit Kristallzucker zu steifem Schnee schlagen und unter den Teig ziehen. Die vorbereiteten Holunderblüten am Stiel halten und in den vorbereiteten Backteig tauchen. In einer Pfanne Öl erhitzen und die in Backteig getauchten Blüten darin goldgelb backen. Die gebackenen Hollerkrapfen abtropfen lassen und wenn gewünscht vor dem Servieren mit einem Zimt-Zuckergemisch bestreuen.
Sambucus caerulea 7997.jpg
Systematik
Es gibt 30 bis 40 Sambucus-Arten (Auswahl):
Weitere Bilder
Sambucus mexicana:
Image:Sambucus mexicana flowers 2004-02-23.jpg|Blütenstand
Image:Sambucus mexicana fruits 2003-07-09.jpg|Früchte
Weblinks
Moschuskrautgewächse | Obst | Heilpflanze
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