Die vierteilige Fernsehserie Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß erzählt die fiktive Geschichte der jüdischen Arztfamilie Weiß, die in Berlin zur Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus lebt.
Die vier Teile tragen folgende Titel, und bearbeiten folgende Jahre:
| Nr. | Titel | Jahre | Länge | deutsche Erstausstrahlung |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Die hereinbrechende Dunkelheit | 1935–1940 | 135 Minuten | 22. Januar 1979 |
| 2. | Die Straße nach Babi Yar | 1941–1942 | 94 Minuten | 23. Januar 1979 |
| 3. | Die Endlösung | 1942–1944 | 89 Minuten | 25. Januar 1979 |
| 4. | Die Überlebenden | 1944–1945 | 101 Minuten | 26. Januar 1979 |
Als Reinhard Heydrich Judengesetz auf Judengesetz erlässt, wird Josef Weiß nach Polen ausgewiesen. Sein Sohn Karl, der mit der „Arierin“ Inga Helms verheiratet ist, wird in das KZ Buchenwald deportiert. Josefs zweiter Sohn Rudi flieht nach Prag und schließt sich der Widerstandskämpferin Helena Slomova an, in die er sich verliebt. In Berlin wird die 16jährige Anna Weiß von Nazis brutal vergewaltigt und erhält einen solchen Schock, dass sie eine geistige Behinderung davonträgt. Ein Berliner Neurologe weist sie in die NS-Tötungsanstalt Hadamar ein. Hier wird Anna noch am Tag ihrer Ankunft in die Gaskammer gebracht. Als „unwertes Leben“ fällt das Mädchen dem Euthanasieprogramm des NS-Regimes zum Opfer.
Parallel zu den Schicksalsschlägen der Familie wird die Karriere des ebenfalls fiktiven Juristen Erik Dorf erzählt, der von Heydrich gefördert wird und zum Sturmbannführer aufsteigt. Er ist bei der Wannseekonferenz anwesend, als Heydrich die Ermordung der europäischen Juden anordnet, und er ist es, der das Massaker in Babi Yar anordnet – vom Arbeitslosen zum „ausgebildeten“ Massenmörder.
Die US-Serie stellte in den 80ern einen bedeutenden Schritt der Auseindersetzung mit der NS-Vergangenheit dar: Zum ersten Mal sahen große Teile der Deutschen und Österreicher (wie auch andere Nationen) freiwillig das Leid, das die Nazis den Juden angetan hatten. Obwohl die Hauptfiguren fiktiv sind, so steht ihr Schicksal stellvertretend für sechs Millionen reale Opfer.
Gedreht wurde in Deutschland und Österreich. Das KZ Mauthausen in Österreich bildete beispielsweise die Kulisse des KZ Auschwitz-Birkenau, obwohl die beiden Lager von ihrem Grundriss wenig gemein haben. Die Szene in Hadamar allerdings entstand am Originalschauplatz.
Für die wenig bekannten Charakterdarsteller wie James Woods und Meryl Streep bedeutete die Serie den Durchbruch zu internationaler Bekanntheit. Auch weitere Darsteller (Rosemary Harris von Spider-Man und Ian Holm von Der Herr der Ringe) wurden später ein Begriff.
Lediglich die Tatsache, dass alle Familienmitglieder jedes relevante Ereignis des Holocaust erlebt haben, mag wohl bezweifelt werden.
So erleben Josef und Moses Weiß den Aufstand im Warschauer Ghetto, Karl und Inga die grauenhafte Doppelfunktion des Ghetto Theresienstadt (sowohl Konzentrationslager als auch Vortäuschung der „humanen“ Behandlung der Juden durch die Nazis), und Rudi und Helena sowohl die Massenexekution in Babi Yar als auch die Kämpfe der Partisanen in der ukrainischen Widerstandsbewegung.
Diese Erlebnisse Personen erleben zu lassen, die nicht einer einzigen Familie angehören, hätte der Geschichte mehr Glaubwürdigkeit geschenkt, was jedoch nicht die Qualität der Serie schmälert.
Überlebende des KZ Auschwitz fanden auch die Darstellung falsch, wie mit Dr. Josef Weiß im Film umgegangen wurde. Jüdische Ärzte mussten oft unter den deutschen Ärzten meist tödliche pseudowissenschaftliche Versuche an Mithäflinge durchführen und standen so in einem ethischen Dilemma. Im Film jedoch wird Josef Weiß gezeigt, wie er zusammen mit Herrn Levy Zwangsarbeit verrichtet und Straßen asphaltiert.
Ein weiterer Kritikpunkt: Im Film wird nicht darauf eingegangen, dass auch Österreicher Täter und Opfer des Jahrhundertverbrechens waren.
In der deutschen Fassung fehlt die Schluss-Sequenz von sieben Minuten Länge. Während die deutsche Version mit der Kollektivschuldanklage des Kurt Dorf endet, wird im Original mit Rudi Weiß als Helfer bei der Staatsgründung Israels ein hoffnungsvoller Schluss angefügt.
Da der Film nicht halb so schockierend ist, wie etwa Schindlers Liste, Der Pianist oder Uprising – Der Aufstand, ist Holocaust – Die Geschichte … durchaus für Kinder ab 12 Jahren zu empfehlen.
Der Name Holocaust etablierte sich im deutschen Sprachgebrauch erst mit dieser Fernsehserie. Davor sprach man vom „Völkermord an den Juden“.
Die Serie erhielt 15 Emmy-Nominierungen, und wurde mit acht Emmys ausgezeichnet.
Auszeichnungen:
Nominierungen:
Filmtitel | Filmtitel 1978 | Fernsehserie (USA) | Miniserie
Holocaust (miniseries) | Holocauste (feuilleton télévisé) | Förintelsen (TV-serie)
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"Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß".
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